Engel gibt es doch!

Zwischen all den vergangenen doch eher negativ belasteten Ereignissen und Einträgen sollte doch zwischendurch etwas positves geschrieben stehen.

Dementsprechend möchte ich euch alle auch an den für uns so wertvollen und lebenserhaltenden Ereignissen teilhaben lassen.

Wir lesen und hören immer wieder, wie schwierig es ist geeignete, hilfreiche Unterstützung zu finden. Selbstverständlich haben wir da auch in den letzten Jahren so unsere Erfahrung sammeln dürfen.

Auf unserer Liste sind einige Therapeuten zu finden, die entweder ihr Können zu sehr überschätzt haben oder solche, die eine Therapie mit uns unterschätzt haben.

Lange waren wir der absoluten Überzeugung, nicht therapiefähig zu sein. Irgendetwas falsch zu machen, anders vorgehen zu müssen als wir es tun. Häufig saßen wir bei Therapeuten und haben uns gefragt was wir dort überhaupt machen. Wir redeten über alles mögliche, lenkten wunderbar die Themen in seichte, kontrollierbare Gewässer und da blieben sie auch. Leider, denn das hat uns nicht geholfen und wir sind nicht nur einmal daran verzweifelt.

Oft lief es auch darauf hinaus, dass wir Therapeuten immer wieder gebeten haben an bestimmten Themen mit uns zu arbeiten und sie dann nur noch einen größeren Bogen drum herum gemacht haben. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack. Ist ja nicht so das es nicht schon schwer genug ist Hilfe so klar einzufordern. Widerspricht das doch all den erlernten und hart antrainierten Verhaltensmustern. Nun gut, es wurde immer wieder ausprobiert, manchmal gebettelt, manchmal verzweifelt hingenommen und immer geprägt von Selbstzweifeln. Denn eins war absolut klar für uns. Es musste an uns liegen das die Therapie nicht halt, das wir nicht in der Lage waren uns wirklich zu öffnen!

Anders wurde es als wir in einer gut gewählten Klinik eine komplett gegenteilige Erfahrung machen durften. Wir hatten dort ein sehr kompetente Therapeutin, der es bereits in den ersten Stunden gelang, Bereiche mit uns zu betreten, die uns mehr als fern waren. Dieser Klinikaufenthalt war für uns unglaublich wertvoll. Ein Geschenk, eine Möglichkeit und vor allem eine Chance. Wichtig zu erkennen war unter anderem, dass es nicht an uns lag, dass vorab nie tatsächlich Therapie stattgefunden hat, das wir nicht unfähig waren. Wir waren vorsichtig und das zu recht. Nicht nur zu unserem eigenen Schutz, sondern hauptsächlich weil einem bewusst war, der Gegenüber würde es nicht tragen können. Wir hatten also das erste Mal eine Therapeutin, die in sich selbst soweit gefestigt war, dass sie es tragen konnte. Ihre Sicherheit hat uns die Möglichkeit gegeben arbeiten zu können und zwar recht erfolgreich. Wir haben in dieser Zeit unglaublich viel für uns erreichen können und sind dankbar diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen.

Gegangen sind wir mit einem großen Paket an arbeit und viel Motivation.

Nun, da wir erfahren durften, was Therapie bedeuten kann, wollten wir weiter arbeiten, an den Themen bleiben und nicht zulassen, dass sie uns erneut entgleiten und in Abhängigkeiten halten. Man versuchte unsere damalige Therapeutin darauf vorzubereiten und wir gingen offen in die ersten Stunden. Formulierten deutlich was benötigt wird, welche Themen es gibt und wie wir uns vorstellen daran arbeiten zu können. Es konnte nicht funktionieren und kam wie es kommen musste. Die damalige Therapeutin gab auf, weil ihr in der Zwischenzeit bewusst geworden war auf was sie sich eingelassen hatte und das es ihr zu heiß ist. Das wars, vielen Dank und auf Wiedersehen! Hätte sie uns nicht gerade die Wochen vorher immer wieder versichert sie würde uns in unserer Situation nicht allein lassen, wäre es wohl nicht ganz so hart geworden. So stürzte doch erstmal einiges ein. Zumal wir zu dem Zeitpunkt bereits alle möglichen anderen Helferstellen abgeklappert hatten und überall mit der selben Begründung, „es tut uns leid, wir sehen ihre Not aber bei dem Hintergrund können wir nicht helfen, dass ist uns zu heiß“, abgeschmettert wurden. Eine harte Zeit, voller Verzweiflung!

Und nun endlich zu dem Positiven…

Wir haben eine Therapeutin gefunden und wir sind dankbar! Sie möchte helfen, lässt uns das spüren und wir können ihr glauben. Nicht immer und es gibt Zweifel und Leute die nur darauf warten, dass auch sie einfach geht, wenn es zuviel wird. Aber wir wollen positiv sein, wollen glauben, wollen uns nicht selbst die Chance nehmen arbeiten zu können, überleben zu können.

Und heute nun, eine für uns überwältigende Erfahrung. Ein anderes Hilfsangebot der ambulanten Betreuung musste gekündigt werden, rein aus finanziellen Aspekten. Es viel hier sehr schwer die Kündigung abzugeben und zu wissen das ein wichtiger Bezugspunkt wegbricht, obwohl er so dringend nötig ist. Aber was nicht geht, geht nicht und somit wurde die Entscheidung vor einiger Zeit gefällt.

Am Morgen rief uns nun unsere Betreuerin an, wir hatten sie nun länger nicht gesehen. Sie merkte sofort das bei uns gar nichts in Ordnung war und entschied sich dafür, kurz darauf zu uns zu kommen. Sie sagte, sie hätte das Gefühl das wir dringend mit jemandem reden müssten. Und wie sie recht hatte damit! Als sie kam brach so vieles aus uns heraus, Dinge die schon lange darauf drängten ausgesprochen zu werden, so wichtige existenzielle Dinge. Und wir sind dankbar dafür, dass sie sich die Zeit genommen hat. Dafür, dass sie gespürt hat das wir nicht in Ordnung sind und gekommen ist und nicht allein gelassen hat. Sie hat nicht die Beine in die Hand genommen und ist weg gerannt, sondern tat genau das Gegenteil. Sie hatte sich vorab bereits Gedanken gemacht und für sich entschieden uns, wenn der Betreuungsvertrag ausgelaufen ist, privat weiter zu begleiten.

Wir sind sprachlos und dankbar! Dankbar dafür gesehen zu werden, nicht allein gelassen zu werden, Hilfe zu bekommen, verstanden zu werden. Konflikte werden verstanden und es wird geholfen Lösungen zu finden und wir dürfen für kurze Momente nicht stark sein, Schwäche zulassen und zeigen.

In einer der schwersten Zeiten, erfahren wir Hilfe wie wir sie uns nie zu träumen gewagt hätte!

Was möchten wir mit all dem sagen…

Auf der Suche nach Unterstützung erlebt man viele Tiefschläge, vertraut sich Menschen an die einem nichts gutes wollen, fällt hin, versucht es erneut und fällt wieder und wieder und wieder. ABER unsere Erfahrung zeigt uns: Es gibt Menschen die bereit sind zu helfen, die bereit sind ihre Weltanschauung über Bord zu schmeißen und sich einzulassen, die menschlich sind und verstehen und vor allem, die helfen wollen!

Man muss manchmal lange suchen, viele Rückschläge hinnehmen aber es lohnt sich IMMER die Hoffnung aufrecht zu erhalten und weiter zu kämpfen. Denn am Ende sichert genau das nicht Aufgeben unser Leben.

Diese Menschen sind so wertvoll für uns und wir wünschen jedem das Glück auf solche Menschen zu treffen und die Kraft, dafür zu kämpfen und für sich selbst einzustehen!

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4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. pandorasshowcase
    Nov 09, 2012 @ 00:34:58

    Wir können gerade einfach nur Danke für den Beitrag sagen. Therapie ist eines unser großen Frustthemen. Zu lesen, dass es, wei bei euch, auch nach einer langen Odysee noch die Hoffnung geben kann einen Fachmenschen zu finden, der mit einem sinnvoll arbeitet und damit auch etwas erreicht, gibt… ja… eben Hoffnung.

    Antwort

  2. seelenlabyrinth
    Nov 09, 2012 @ 14:06:24

    Es freut mich so sehr, dass Ihr Menschen an Eurer Seite habt, die Euch helfen. Einen Therapeuten zu finden, der seinen Job wirklich ernst nimmt und seinem Gegenüber hilft, ist ein Geschenk. Und das Eure Betreuerin weiter für Euch da sein will. ❤ Offensichtlich gibt es wirklich noch Menschen, denen es nicht nrur um das liebe Geld geht.

    Antwort

  3. regenbogentaenzerin
    Nov 09, 2012 @ 14:59:46

    Wir freuen uns mit euch. Danke, dass ihr diesen Beitrag geschrieben habt.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Nov 09, 2012 @ 19:50:57

      wir sind froh, wenn wir ein bisschen Hoffnung geben können. Uns hilft es so oft, wenn wir lesen/hören das jemand erfolgreich war, daran zu glauben oder weiter zu hoffen, dass es für uns auch einen möglichen Weg geben kann.
      Und mir ist es wichtig, dass auch Helfer die positiv sind erwähnt werden, denn das haben diese wirklich verdient und es geht leider oft unter, zwischen all den negativen Beispielen. Wovon es leider immer noch und wohl auch noch für eine lange Zeit, viel zu viele gibt.

      Antwort

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