Alte Ressource neu entdeckt. Wir machen uns auf den Weg!

Nach langer langer Zeit wurde heute zum ersten Mal wieder gezeichnet. Noch ist es nicht fertig aber wir sind stolz und froh über jeden einzelnen Strich.

Malen war für einen großen Teil unserer Vergangenheit ein häufiger Begleiter. Nicht nur im positiven. Einer unserer Täter, inzwischen seit fast sechs Jahren tot (Ende diesen Monats ist sein Todestag), hat selber gemalt und uns wurde das von klein auf eingetrichtert. Wir sollten mindestens genau so gut sein wie er, eher besser. Geschafft haben wir es nie diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Vielmehr haben wir immer etwas falsch gemacht und die Finger und Hände haben bekanntschaft mit seinem Lieblingsbegleiter, dem Rohrstock, machen dürfen.
Und so lernten wir über Jahre, wir lernten die Techniken kennen und beherrschen, lernten verschiedene Utensilien kennen und den Umgang mit ihnen. Was wir nicht lernten war, malen. Malen sollte etwas freies sein, ein Gefühl ein Moment, ein Kunstobjekt. Das kann es nur sein wenn es der freien Feder entspringt. Wenn es der freie Wille ist und als Ressource und Freiheit wahrgenommen werden kann.
Als dieser Mann starb, haben wir Stifte und Farben aus der Hand gelegt und seit dem nicht mehr genutzt. Wir konnten nicht frei malen, es nicht als Ressource nutzen obwohl es das Potential absolut hat.

Bis zum heutigen Tag! Heute wurde gezeichnet. Wie gesagt, noch nicht fertig und zeichnerisch keine Meisterleistung aber sobald es fertig ist wird es gezeigt werden.

Wir sind im Aufbruch/Umbruch. Das ist deutlich spürbar.
Heute Vormittag ist eine Entscheidung gefallen. Eine kämpferische positive. Wir haben etwas gewagt, gegen all unsere Überzeugung, gegen all unsere Ängste und gegen all unsere antrainierten Verhaltensvorgaben.
Ein Sprung ins kalte Wasser, ohne zu wissen was einen erwartet aber mit dem Wissen das es katastrophal werden wird, Ende ungewiss.

Diese Entscheidung heut morgen (oder sollte ich inzwischen gestern schreiben?) hat alles durcheinander gebracht. Der letzt vorhandene Durchblick ist im Tal des Nebels verschwunden. Weltfremd- Zeitlos- Realitätsfremd
Die Lager machen sich auf den Weg, wenn man von Lagern sprechen kann. Der innere Krieg ist nun offiziell ausgebrochen. Vielleicht haben wir mit der Entscheidung ein Zeichen gesetzt, gezeigt das wir es ernst meinen und nicht kampflos aufgeben. Zumindest zeigt sich das andere von uns sich anschließen, bereit sind zu unterstützen, bereit sind ihren Teil zum Systemwohl beizutragen.

Während hinter mir die Welt einstürzt, schreibe ich diese Worte hier. Ich möchte die positiven Aspekte von dieser Krise festhalten um sie zu sehen und damit wir uns daran festhalten können.
Von dem Chaos was hier ansonsten herrscht dann zu einem späteren Zeitpunkt.

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4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. diepaulines
    Nov 14, 2012 @ 10:15:56

    herzlichen Glückwunsch zu dieser großartigen Entscheidung! wir wünschen Euch eine sanfte Wieder-Annäherung ans Malen und innere Freiheit!

    Antwort

  2. pandorasshowcase
    Nov 14, 2012 @ 13:05:31

    Und wir möchten hier noch einmal das Bild von den wunderschönen, farbenfrohen Blumen lassen, die auch auf dem größten und stinkensten Misthaufen wachsen.

    Antwort

  3. Seelenlabyrinth
    Nov 14, 2012 @ 18:22:54

    Ich mag einfach nur ein paar mutmachende Seifenblasen da lassen…

    Antwort

  4. regenbogentaenzerin
    Nov 14, 2012 @ 19:33:03

    Herzlichen Glückwunsch auch von mir. Diese Entscheidung war und ist unglaublich mutig.
    Ich wünsche euch ganz, ganz viel Kraft.

    Antwort

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