The same procedure as every year? It isn´t the same! It´s the last!

Seit wir am vergangenen Dienstag diese so bedeutende Entscheidung getroffen haben, entgleitet uns alles. Es war abzusehen, dass diese Entscheidung zu Problemen führt. Welches Ausmaß die haben war nicht absehbar.

Nun inzwischen ist es klar was passiert. Die inneren Kämpfe sind hart und die Hoffnung gering. Vielleicht halten wir absichtlich die Hoffnung gering, weil die Angst zu groß ist und uns alle einnimmt? Wahrscheinlich, es ist zuviel Angst, Durcheinander und Panik, als das man noch Glauben könnte es zu schaffen.

Aber wie schon in vorherigen Einträgen geschrieben haben wir das Ziel klar vor Augen. Es muss ein Ende haben, es muss! Wir können nicht mehr und wir würden einfach alles verlieren. Vor allem aber würden wir unser letztes kleines Stückchen Würde verlieren. Ein bisschen davon existiert noch, nicht viel, aber dieses bisschen behalten wir und geben es nicht kampflos aus.

Wir stehen kurz vorm Nervenzusammenbruch, vielleicht auch schon mittendrin. Schwer zu beurteilen. Zumindest ist der Punkt erreicht an dem wir freiwillig in eine Klinik gehen würden und es uns egal ist was da passiert. Hauptsache weg und sicher. Und auch sicher vor uns selbst.

Leider ist das nicht so einfach umsetzbar. Wir haben ein Kind für den wir erstmal eine gute Betreuungsmöglichkeit finden müssen. Als allein erziehende Mutter gar nicht so einfach. Die Alternative Heim ist keine gute, keine mit der wir leben können. Dort wird es ihm nicht gut gehen. Nein liebes Jugendamt, ich habe keine Familie zu der er könnte. Nein, wirklich nicht,  das geht nicht! Also springen Freunde von uns im Dreieck und versuchen abzufangen was abzufangen geht. Wir sind sehr froh und dankbar das wir diese Menschen derzeit an unserer Seite haben und sie tun was sie können. Wir sind froh darüber, dass wir in den letzten Jahren und gerade in der letzten Zeit doch noch Menschen gefunden haben die uns unterstützen und uns durch diese Zeit helfen. Es ist eine so wertvolle Erfahrung zu sehen das sie wirklich da sind. Das wir ihnen so viel bedeuten, dass sie nicht einfach verschwinden weil hier das Schiff untergeht. Nein sie sind da, schmeißen uns Taue zu um das Schiff wieder über Wasser zu ziehen. Komisch für uns und schwer anzunehmen. Aber wenn man keine Wahl hat muss man das lernen. Dann halt auf die harte Tour.

Wir lernen diese Hilfe anzunehmen. Wahrscheinlich weil wir einfach keine andere Chance mehr haben und es das Risiko wert ist. Diese Menschen haben uns lieb und wir bedeuten ihnen viel. Das macht auch ein bisschen Mut, denn wir mögen niemanden enttäuschen, vor allem aber möchten wir niemanden allein lassen und deshalb kämpfen wir.

Seit einigen Tagen nun schon sind wir Programmgesteuert. Das ist schwierig und verdammt anstrengend und kostet soviel Kraft. Essen und Schlafen gibt es seit der Entscheidung nicht mehr. Gut in der letzten Nacht hat man mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, Medis, Alkohol, und rauchen irgendwann den Körper zum schlafen bekommen. Insgesamt vier Stunden mit einigen Unterbrechungen. Aber geschlafen und das war gut!

Da die Situation hier sehr akut ist und Klinik absolut sein müsste, wird nun erstmal unsere beste Freundin herkommen und versuchen abzufangen, was abzufangen geht. Wir hoffen noch ein bisschen das es vielleicht reichen kann, wenn nicht wird es in die Klinik gehen.

Der Körper ist geschwächt inzwischen sehr. Wir sind alle ziemlich durch. Schwindel, schnelle Wechsel und keine Kontrolle drüber. Wunsch zu sterben oder auch großer Drang. Essen verboten! Geht nicht mehr, wird versucht und endet im Bad. Die ersten vier Tage war es schlimm. Das Hungergefühl ist da, der Magen krampft, man braucht Nahrung, es quält. Heut geht es langsam. Magen hat sich dran gewöhnt gerade nichts zu bekommen. Das Einzige was noch funktioniert, ist ein bisschen Cappuccino trinken. So kommt man wenigstens zu ein bisschen Kalorien.

Wir halten durch, wir halten aus, wir kämpfen für UNSER LEBEN. Wir möchten frei sein, auch wenn wir keine Vorstellung davon haben, ob und wie es funktioniert! Wir möchten Leben! Das ist unser Ziel! Selbstbestimmt Leben!

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. pandorasshowcase
    Nov 17, 2012 @ 15:03:14

    Unser Männe sagte hier gerade etwas Interessantes zu dem Thema (wir beschäftigens uns aktuell zu Hause auch sehr mit unseren Hintergründen, ritueller Gewalt, der „Gemeinschaft“, Leben außerhalb dieser usw), dass wir an dieser Stelle auch mit euch teilen wollen, denn wir haben das Gefühl, dass es für euch genauso zutreffen könnte:

    Das, was ihr schafft [er nahm hier Bezug auf Freundschaften, deren Intensität und vor allem auf Verlässlichkeit], ist das, was die „Gemeinschaft“ für euch angeblich immer sein wollte/sollte, aber das hier habt ihr selbst für euch geschaffen. Nach eigenem Wunsch und Bedürfnis, ganz unabhängig und selbstbestimmt.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Nov 17, 2012 @ 18:17:24

      Ja, da habt ihr absolut recht. Wir haben unsere gesuchte Familie und gerade im Moment sind alle da. Das tut gut und macht Mut. Und genau für diese Leute lohnt es sich nicht aufzugeben und zu kämpfen.

      Antwort

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