Gedanken über Verluste die keine sind…

Zwischen den Welten gefangen, lebend in Parallelwelten ohne Wahl. Und doch es besteht die Wahl. Also entscheiden wir uns für das normale Leben.

Das alles nicht ohne Angst vor dem was das für uns bedeutet.

Sollen wir tatsächlich dann eigene Entscheidungen treffen dürfen/können? Und wenn ja, sind wir dazu überhaupt in der Lage?

Schon jetzt stehen wir so häufig vor der Frage, richtig oder falsch.

Wir verlieren die Familie (oder haben sie schon verloren). Schwieriges Thema, sehr schwierig! Oder auch nicht? Es ist seltsam, wir haben keinen Bezug zur Familie. Gut wir sind bei der Mutter gemeinsam mit einem zwei Jahre älteren Bruder aufgewachsen. Aber stellt sich deswegen automatisch ein Bezug zu den Personen ein?

Sie sind Personen die uns so fremd erscheinen. Werden wir danach gefragt wie sie sind, haben wir keine Antwort darauf. Wir können keinerlei Beschreibung geben über deren Charakter. Und dennoch ist da auch sowas wie Liebe (?). Oder ist es einfach der Wunsch nach Familie? Der Wunsch dazu gehören zu dürfen? Aber wenn es das ist, warum dieser Wunsch?

Wir haben nie wirklich unseren Platz in dieser Familie gehabt. Der Bruder war ein Wunschkind beider Eltern, wir sind gegen den Wunsch von unserem Vater gezeugt worden zu einem Zeitpunkt wo die Ehe schon am Ende war. Die Mutter wollte aber unbedingt ein zweites Kind und hat ihn dann wohl, so sagt sie, bzgl. der Verhütung etwas verarscht. Folge vom Lied, unser Vater wollte uns nicht und unsere Mutter baute eine sehr kranke Beziehung zu uns auf. (Darüber wird es sicher zu einer anderen Zeit auch nochmal was zu lesen geben.)

Dann gab/gibt es da noch die Großeltern. Sie bevorzugten grundsätzlich unseren Bruder, denn er hatte es (ihren Aussagen nach) so schwer. Wir bekamen ja schon genug Liebe von unserer Mutter und durften/mussten, im Gegensatz zum Bruder, bei ihr im Bett schlafen. Was sich auch nicht änderte bis zu dem Zeitpunkt als wir dann von Zuhause abgehauen sind.

Wir sind froh keinen Kontakt mehr zu haben. Das kann man grundsätzlich erstmal stehen lassen und ein großer Teil von uns unterschreibt das auch. Aber ein kleiner Teil sehnt sich noch immer so sehr nach Familie. Aber was soll das sein? Wir sind in unserer Familie nie angenommen worden. Waren immer schon komisch und für alle, ein Aussenseiter den mans spüren lässt. Nach Außen aber völlig integriert. Nach Außen war immer alles gut, eine heile, gute, liebevolle Familie. Schräg alles, wirklich schräg!

Was uns dieses Thema immer deutlich erschwert, ist das wir immer wieder das Gefühl haben, unserem Kind die Familie weg zu nehmen. Wir nehmen ihm seinen Onkel, seine Oma, seine Uhroma usw. Es gibt gute Gründe dafür und die sehen wir glücklicherweise auch. Dem Verstand ist das alles absolut klar, dem Gefühl nach sind wir eine ganz schlimme Lügnerin, schlimme Mutter! Egoistisch!

Wir müssen uns immer wieder klar machen, dass es wichtig ist für unser Kind diese Kontakte zu untersagen. Es ist unsere Pflicht in zu schützen und es ist gut, wenn wir das tun. Auch wenn es sich böse anfühlt. Immer wieder fragen wir uns, was wir dem Kind sagen. Er wird älter, fragt immer mehr, hinterfragt. Das ist sein gutes Recht und wir wollen ihn nicht einfach abbügeln in dem Thema. Also findet man kleine Wahrheiten, die zumindest für den Moment erstmal ausreichen. In den nächsten Jahren wird es sich ändern, er wird mehr hinterfragen und dann wissen wir nicht ob wir noch antworten können. Man kann seinem Kind nicht von den Grausamkeiten erzählen, die einem selbst angetan wurden, nur um eine Entscheidung zu rechtfertigen. Wir möchten nicht das er das irgendwann erfährt. Also schwächt man ab und fragt sich ob diese abgeschwächte Form ausreicht, ihn auch weiterhin davon überzeugen zu können, dass es besser ist keinen Kontakt zu haben.

Hin und her gerissen! Tun wir der Familie unrecht? Bilden wir uns das alles nur ein, sind es alles nur kranke Phantasien eines kranken Hirns?

Schlechtes Gewissen, undankbares Kind!

Heut kam wieder eine Postkarte der Mutter. Die kommen in regelmäßigen Abständen, so alle zwei drei Tage. Nicht an uns, an unser Kind. Aber natürlich ist der Mutter bewusst, dass wir diese Karten aus dem Kasten holen, dass wir sie vorlesen müssen, weil ihre Schrift für ein Kind nicht zu entziffern ist. Immer versehen mit verschlüsstelten Nachrichten an uns. Heut dann mit einer sehr deutlichen. Und trotz des Wissens darum, es wirkt.

Die Zweifel sind da, vielleicht werden sie auch immer bleiben. Denn, auch wenn wir keinen Bezug haben zur Familie, keinen gefühlten Bezug, so können wir dennoch nicht glauben, dass sie wirklich so sind. Das es die Realität sein soll, dass unsere Mutter uns missbrauchte bevor wir auch nur krabbeln konnte, das unser Opa seine sadistischen Bedürfnisse an uns befriedigte und auf ein Leben vorbereitete in dem wir dienen sollten, gehorchen sollten, funktionieren sollten. Das hat er gut gemacht, denn das System hat über viele Jahre hinweg nach den vorgegebenen Wünschen funktioniert und seinen Job erfüllt. Das unsere Mutter es zugelassen hat das wir Teil dieser kranken Gemeinschaft wurden, dass sie unseren Körper an alle möglichen Menschen verkaufte. Das wir Zuhause die Hölle auf Erden hatten, weil wir zu keiner Zeit sicher waren. Weil es nie ein richtig oder falsch gab und es grundsätzlich von den momentanen Launen der Mutter abhängig war was nun falsch ist oder nicht. Und das kann sich innerhalb weniger Sekunden vollkommen ändern. Also musste man immer damit rechnen sie mit irgendwas wütend zu machen, manchmal reichte die reine Anwesenheit und sie rastete aus. Schlug mit allen sich in ihrer Nähe befindlichen Gegenständen auf uns ein. Wir fragen uns oft wie wir das überlebt haben, da hat wohl eine Menge Glück mitgespielt.

Also kein Grund zu zweifeln, dass es nur der richtige Schritt sein kann, keinen Kontakt zu haben, oder? Und wieder diese Zweifel. Stimmt das alles denn überhaupt oder denke ich mir das aus. Hat meine Mutter recht das ich einfach nur von Geistern besessen bin und ihre Geschichten und Erlebnisse als meine annehme? Warum merkt es nur kein Therapeut? Warum merkt denn keiner das ich einfach nur krank bin?

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Orakel
    Nov 18, 2012 @ 12:52:46

    Wenn dein Gefühl manipuliert ist, was bleibt denn dann noch als deinem Verstand zu vertrauen?

    Deine Zweifel, ob ihr in der Lage sein werdet mit der neuen Freiheit zurecht zu kommen, sind vielleicht berechtigt, aber diese Zweifel erlebt jeder Mensch. Das ist der Preis der Freiheit: Eigenverantwortung und Selbstbestimmung. Dafür bringt die Freiheit aber auch eine große Belohnung mit sich: Eigenverantwortung und Selbstbestimmung.
    Und so stellt sich jedem der erwachsen wird irgendwann einmal die Frage: In Freiheit vielleicht sterben oder in Sklaverei leben?
    Zu allen Zeiten haben sich die Mehrzahl der Menschen für die Freiheit entschieden – ohne Freiheit ist das Leben nämlich keines.

    Ich glaube nicht das es Liebe und Vermissen ist was dich zu deiner ursprünglichen Familie zurückzieht, sondern eine Sehnsucht, ein Wunsch nach Zugehörigkeit und Schutz. Weil das nun mal die grundlegenden Bedürfnisse eines jeden sind.
    Die Familie wird dich immer gegen Außenstehende beschützen – in deinem Fall tut oder tat sie es nur eben nicht zu deinem Wohl sondern zu ihrem eignen Nutzen. Sie verteidig(t)en nicht DICH, sondern lediglich IHR Eigentum.
    Und so ergibt sich die oben gestellte Frage zum Sinn und dem Wunsch nach deiner Freiheit und nach Familie.
    Und dabei hast du selbst schon die Antworten auf deine Zweifel gefunden: Du hast nach Hilfe gerufen und sie ist gekommen: von der Familie die du selbst gewählt hast, deinen Freunden. Was fühlt sich nun richtiger an? Familie ist etwas oder jemand der dich auf DEINEM Weg begleitet und unterstützt.

    Wenn du durch die Postkarten der Erzeugerin an dein Kind so große Schwierigkeiten hast, wenn sie Manipulationsversuche sind, dann lies sie nicht. Nimm sie doch alle und packe sie in einen Karton und gib sie deinem Kind, wenn es groß genug ist um selbst zu lesen und alles zu verstehen.
    Gerade in deiner jetzigen sensiblen Verfassung tut dir das offensichtlich nämlich gar nicht gut. Und abgesehen davon, wenn die Postkarten auf einmal in so kurzen Abständen kommen, ist es doch zu vermuten das nicht dein Kind der eigentliche Empfänger dieser Post sein soll – du sagtest selbst, die Erzeugerin weiß das du sie lesen musst.
    Dein Kind zu beschützen bedeutet schließlich ebenfalls dich selbst zu beschützen. Nur so kannst du weiter für es da sein.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Nov 18, 2012 @ 13:09:09

      deinen Gedanken stimme ich absolut zu. Wir versuchen die Postkarten zu meiden. Manchmal gibts hier Leute, deren Drang die Karten lesen zu müssen, sehr hoch ist. Meistens schaffen wir es und davor zu stellen und die Karten weg zu tun. Manchmal leider nicht. Die letzte Karte war auch leider zu offensichtlich. Wir haben sie gar nicht genommen, nur in der Hand jemand anderem gesehen, das hat gereicht.
      Wir müssen da noch vorsichtiger vorgehen. Das stimmt! Ich merk schon beim schreiben, welcher Widerstand sich da auftut, die Karten nicht angucken zu dürfen. Verrückt! Wirklich verrückt, denn wir wissen ja sie tun uns nicht gut und es werden immer wieder Programme ausgelöst.
      Das muss sich ändern. Wird besprochen werden.

      Antwort

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