Ein bisschen von allem

Unsere Gedanken spielen verrückt- sind verrückt. Heut wird es etwas durcheinander gehen, Themenhopping sozusagen 😉

Ständige Zweifel an allem und jedem. Grundlos setzen sie sich fest. Hätten wir nicht überleben sollen? Gingen unsere Mitmenschen davon aus das wir es nicht schaffen?
Bei der Therapeutin haben wir für das kommende Jahr erneute Termine bekommen. Grundsätzlich gibt es da auch nichts dran zu rütteln. Dennoch Fragen wir uns, ob sie nicht eher davon ausging, das wir nun nicht mehr sind? Ob sie den Therapieplatz nicht vielleicht schon wieder neu besetzt hat oder das gerne würde?
Warum fühlen wir uns schuldig noch zu leben?
Gleichzeitig bedrängen uns Ängste, man wird uns nicht mehr glauben können, weil wir noch leben. Wäre es wirklich alles so schlimm, wie wir es geschildert haben, hätten wir es doch nicht schaffen können!

Wir fühlen uns lächerlich und erbärmlich, als hätten wir unser Recht auf ein Leben verloren. Irgendwo in den letzten Tagen wurd es unbemerkt abgegeben und wird nun verzweifelt gesucht. Äußerlich wirken wir ruhig und ausgeglichen, unser Alltagsteam ist relativ entspannt und ausgeglichen. Es funktionieren wieder einige Dinge die in den letzten Wochen kaum bis gar nicht gingen. Im Haushalt geht es langsam wieder bergauf, es ist nicht mehr ganz so ein enormer Kraftakt. Mit dem Kind wird endlich wieder richtig gespielt zwischendurch. Unsere Innenkinder finden die Geschenke vom Kleinen so cool und *Schleichwerbung* Geomag ist richtig genial. Damit können wir uns stundenlang beschäftigen und bauen und wahrscheinlich wirds nicht lang dauern bis Teile dafür nachgekauft werden, damit man noch mehr und noch größer bauen kann 😉 Außerdem passierts uns zwischendurch, dass wir uns dabei erwischen zu lachen und Spaß zu haben, loszulassen. Es werden Pläne gemacht, überlegt was wir nun mit unserer Zukunft anstellen. Wir trauen uns und erlauben uns an die Zukunft zu glauben. Wir erlauben uns Ziele für uns zu suchen und Vorstellungen und Wünsche manifestieren sich.

Wir haben noch so viel vor, doch so viele Zweifel die uns ausbremsen. Mit denen wir uns selbst in ein Gefängnis der Einsamkeit und Fremdheit sperren. Mit denen wir uns fern halten, vom Leben und dem wirklichen Sein. Wir wünschen uns sehr uns wieder zu erlauben, unseren Hobbies nachzugehen, Dinge zu tun die wir gerne machen oder gemacht haben. Wir möchten das es weitergeht. Stillstand ertragen wir nicht gut. Stillstand bestätigt uns nur unsere Gefühle der Nutzlosig- und Wertlosigkeit.

In den letzten zwei Tagen hatten wir etwas Ruhe. Ruhe im Sinne von nicht ständig Leute um sich rum, abgesehen von unserer Familie. Wir haben diese Zeit gebraucht, zum durchatmen, sortieren, uns wiederfinden (noch nicht sehr erfolgreich), runterfahren.

Heute waren wir das erste Mal wieder draußen, nach etwas mehr als einer Woche eingeschlossen in der Wohnung sein. Das hat gut getan, Menschen sehen, Leben sehen, körperliche Aktivität. Auch wenn es (zumindest war das der Plan) nur zum Einkaufen gehen sollte. Unser Zwerg sollte auch mal wieder vor die Tür, hatte aber keine Lust uns zu begleiten und mit dem Auto zum Einkaufen zu fahren. Also hat er seine Sachen gepackt, ein bisschen Geld mitgenommen und ist allein ein paar Kleinigkeiten einkaufen gegangen. Das findet er immer richtig super, fühlt sich wie ein  Großer weil er das alles schon kann. Wir also zum Auto unserer Freundin gestapft und beim öffnen der Fahrertür festgestellt, dass wir Besitzer eines kleinen Swimmingpools geworden sind. Es hat vor ein oder zwei Tagen kräftig geregnet und das Fenster der Fahrerseite scheint nicht so ganz dicht zu sein. Zumindest hatten wir hinten als auch vorne auf der Fahrerseite mindestens 15 cm hoch das Wasser stehen. Zur Belustigung unserer Nachbarn und der Leute im Restaurant gegenüber, haben wir also erst einmal 20 Minuten fleißig Wasser aus dem Auto geschöpft, Handtücher und Zeitungen darin verteilt, um dann endlich zum Einkaufen fahren zu können. Grundsätzlich wurde nicht viel benötigt, man hatte zuvor einen Einkaufszettel geschrieben mit weniger als 10 Dingen und man hat ihn sogar mitgenommen. Ansonsten sind wir eher meister darin geschriebene Einkaufszettel liegen zu lassen und im Laden dann keinen Plan davon zu haben, was man nun eigentlich dort wollte. Fazit des heutigen Einkaufs ist: Wir sollten nicht einkaufen gehen, wenn bestimmte Innenleuts nicht da sind und geregelt den Einkauf abarbeiten! Nach Hause gekommen sind wir mit fünf, bis zum Rand vollgestopften, Einkaufstüten, deutlich weniger Geld im Portemonnaie als geplant, einem furchtbar schlechten Gewissen, dennoch vollkommen entspannt. Manches was gekauft wurde, musste wohl auch einfach sein.

Und dann, immer wieder zwischendurch, tauchen Erinnerungen auf, Bilder die wir nicht sehen wollen, die nicht da sein dürfen, die ausbremsen.

Unser Alltagsteam kämpft dagegen an, möchte weiter kommen, in der realen Welt Fuß fassen, ein normales Leben führen, Ziele erreichen, etwas schaffen. Innen hingegen das totale Durcheinander, Verwirrtheit, Haltlosigkeit, Verzweiflung, Schmerz, Erinnerung, Angst. Innen schreit es nach gesehen werden, nach da sein dürfen, nach Aufmerksamkeit bekommen. Wir müssen einen Mittelweg finden, einen der es möglich macht beides zu kombinieren. Einen der das Chaos sortierbar macht.

Wir versuchen unsere Ängste zu verdrängen, wegzudrücken, zu überspielen, nicht wahrzunehmen um am Leben teilnehmen zu können. Hinter jeder Ecke wird jemand vermutet, der uns abfängt, mitnimmt, bestraft. Es wird kommen und wir wollen darauf vorbereitet sein, nur wie man sich darauf tatsächlich vorbereitet ist uns schleierhaft. Also versuchen wir es zu verdrängen, drauf ankommen zu lassen und dennoch zu Leben, die Wohnung zu verlassen, Einkaufen zu gehen und vielleicht schaffen wir es in der nächsten Zeit auch mal wieder laufen zu gehen.

Sport hat uns immer sehr gut getan und wir wünschen uns schon so lange wieder aktiver sein zu können, uns frei bewegen zu können, uns nicht mehr auszubremsen…

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Unsere Welt wurde reicher…

Unsere Welt wurde reicher, reicher um eine frei gewählte Entscheidung auf unserer Liste.

Der letzte Beitrag bezog sich auf die unbeschreibliche Angst vor den nächsten Tagen. Diese Tage sind nun vorbei und wir sind wohlauf.

Anders als geplant, waren wir nicht in der Psychiatrie, sondern konnten diese Zeit im Kreis unserer Familie verbringen. Allein diese Tatsache und die Angst vor der Geschlossenen haben zu einem enormen Kampf zum Aufrechterhalten der Stabilität gesorgt. Nicht das diese wirklich gegeben wäre aber der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Einen davon haben wir in den letzten Tagen definitiv erklommen.

Noch fällt es uns schwer Worte für unsere Gedanken zu finden, Worte für die vergangenen Tage, Worte für die inneren Unruhen und Strukturveränderungen, Worte für all das was sich in uns und unserem Leben regt und verändert.

Einen unserer Gedankengänge möchten wir versuchen mitzuteilen.

Unsere grundsätzliche Annahme, wir seien jemand der bösartig ist tief im Kern, kann zum ersten Mal hinterfragt und angezweifelt werden. Das dürfte nicht so sein aber wer einmal ein Gesetz gebrochen hat, bricht es auch wieder 😉

Seit langem ist uns bewusst, dass unsere Familie und unsere Täter uns genau diese Gedanken einflößen, seit wir Teil dieser Weltbevölkerung sind- unsere Gedanken somit manipuliert und nicht unbedingt korrekt sind. Aber, es gab immer ein riesengroßes ABER. Dieses bestand, wie uns jetzt langsam teilweise bewusst wird, ebenfalls aus reiner Gehirnwäsche. Bei so schlimmen Dingen, die wir anderen Menschen angetan haben, konnten wir doch nur bösartig sein.

Entgegen dem, was wir immer von uns angenommen haben, haben wir uns gegen die Täterseite entschieden. Es wäre einfach gewesen, sich auf den vorgefertigten Weg zu begeben. Wir wären auf der sicheren Seite gewesen, hätten ein abgesichertes Leben haben können. Im Tausch dazu hätten wir nur ein paar Kinder erziehen müssen, Foltern müssen, unser Wissen weitergeben müssen, umsetzen müssen wofür wir gemacht wurden. Das kann doch nicht so schwer sein!

Und doch, für uns wäre das die falsche Wahl gewesen. Wir hätten etwas getan was wir können, nur hätten wir mit der Entscheidung nicht auf Dauer leben können. Denn anders als Computer, sind Menschen eben doch nicht durchgängig programmierbar und steuerbar. Man hat sich bei uns schon sehr viel Mühe gegeben, bei der „Erziehung“ alles richtig zu machen. Eine gute Basis zu schaffen, auf der gut sortiert und strukturiert aufgebaut werden konnte. Auch wenn uns ansonsten der Respekt vor unseren Tätern eher fehlt, so müssen wir hier doch immer wieder feststellen, dass sie ihn an dieser Stelle tatsächlich verdient haben. Anders aber als geplant haben wir eine gewisse Moral entwickelt, die uns durchaus aus dem Zweck der Tarnung im öffentlichen Leben heraus, nahegelegt wurde, entgegen dem was sie sollte aber am Ende zu unserem Eigen wurde. Wir sind froh und dankbar dafür, denn auf dieser Seite des Lebens ist es definitiv lebenswerter.

Wir sind erleichtert unsere Wahl so getroffen zu haben. Alles hat Konsequenzen, so auch diese Entscheidung- positiv wie auch negativ. Es wird noch einiges benötigen um wirklich von Freiheit sprechen zu können, nicht noch mehr Schuld auf unsere Schultern zu laden, ist aber ein großer Baustein auf den wir weiter aufbauen können und eine Entscheidung für uns, aus der wir für die Zukunft Kraft schöpfen können.

Das Chaos wächst von Tag zu Tag

Die Tage sind schwer, werden immer schwerer mit jeder Stunde!

Zweifel tun sich auf und werden wieder begraben. Ängste treiben den Puls gefühlt ins unermessliche und die Panik ist unser ständiger Begleiter.

Programme fangen an unser Denken zu steuern, innen knallt es in regelmäßigen Abständen. An unsere interne Kommunikation gibt es nur noch eine schwache Erinnerung an das, was mal möglich war. Und jetzt? Absolutes Nichts!

Dieser Zustand, anders kann man es nicht mehr nennen, ist unglaublich kraftzerrend und nervenaufreibend.

Wir sind in uns selbst nur noch unsicher und fühlen uns weltfremd. Können nicht mehr klar denken, antrainierte Verhaltensweisen und altbekannte Emotionen steuern unser Handeln.

Versinken im Nebel, irgendwo wieder auftauchen.

Immer wieder setzen uns Schmerzen außer Gefecht.

Immer wieder Gedanken doch lieber Zuhause zu bleiben, nicht in die Klinik gehen zu können, ständiger Kampf mit sich selbst.

Kopf an die Wand schlagen, diese Gedanken sollen stoppen. Lieder werden gesungen, die kaum aushaltbar sind, in die Spirale reißen, in den Wahnsinn treiben, in den Strudel ziehen, im Nebel versinken lassen. Stopp! Bitte mach das es einfach aufhört! Mach das diese Zwänge uns loslassen!

Die Hände schmerzen und zu jedem Buchstaben muss ich mich zwingen. Die Schmerzen drängen aufzuhören alles andere schreit, möchte irgendwie raus und verstummt auf dem Weg dorthin… im Nebel…

Diese wenigen  Sätze, kosten mich nun schon eine Stunde Zeit und sagen nichts von dem, was gesagt werden sollte.

In den nächsten Tagen ist noch viel vorzubereiten bevor wir in die Klinik gehen. Es müssen noch Vorbereitungen für Weihnachten gemacht werden. Ob wir nochmal zum Schreiben kommen, können wir nicht sagen.

Der Bruder hat sich gemeldet. Es hat seit einem Jahr (oder so ähnlich) keinen Kontakt mehr gegeben. Viel gesagt hat er bisher nicht, nur nach den Wünschen unseres Zwerges gefragt. Uns stürzt es in ein zusätzliches Durcheinander. Wir lieben unseren Bruder sehr, vermissen ihn unglaublich und wünschen uns im Grunde so sehr Kontakt mit ihm. Aber es ist eben nur ein Wunsch, denn in der Realität sind wir uns unglaublich fern. Wir können uns nicht unterhalten, nicht einmal über normale alltägliche Dinge wie das Wetter. Wir haben uns einfach nichts zu sagen, weil zuviel unaussprechliches zwischen uns steht. So ein riesiger Berg von Sachen die eine Mauer aus Schweigen bilden, undurchdringliche Masse der Lügen. Vielleicht machen wir uns umsonst Gedanken und er wird nur für den Kleinen ein Geschenk besorgen und dies schicken.

Vielleicht wird er aber auch fragen, ob er hier vorbei kommen kann oder ob wir zur Mutter kommen. Wobei es für letztere Frage schon fast zu spät ist und ich mir fast sicher bin, er wird nicht fragen. Und wenn er fragt ob er vorbei kommen kann, wissen wir nicht was wir antworten werden. Wir würden ihn gerne sehen. Ihn, so wie er ist, wie er wirklich ist. Aber das ist so fern, soviel dazwischen, dass wir es wahrscheinlich nie mehr erfahren werden. Da stellt sich also die Frage, ob wir ihn dennoch sehen wollen. Eigentlich nicht, denn es macht uns traurig, er würde uns Schuldgefühle machen, er würde versuchen uns zu beeinflussen, er würde uns vor Augen führen wem wir alles schaden mit unserem Verhalten, wie unfair es ist und wie egoistisch.

Wir haben es getan…

Wir haben es getan 😀 und wir freuen uns riesig!
Heute waren wir in der Stadt und wollten, gemeinsam mit unserer engsten Vertrauten, einen Termin zum Tätowieren ausmachen.
Und wie es der Zufall will, es hatte jemand den Termin abgesagt und die Tätowiererin hatte Zeit und bot an, direkt dort zu bleiben und das Tattoo zu stechen.

Gut, warum also nicht. Der erste Gedanke war: super, brauchen wir uns heut nicht weh tun, bisschen nett zugefügter Schmerz ist doch auch prima. An nem Tag wie heute auf jeden Fall zu gebrauchen 😉
Und irgendwo war die stille Hoffnung, es möge doch bitte ordentlich weh tun.
Okay, das war dann doch nicht an dem und tat, entgegen dem was man erwartet hatte, überhaupt nicht weh. Mit einem Kugelschreiber auf dem Arm rummalen ist mindestens genauso, wenn nicht sogar schmerzhafter.

Wir sind so froh und glücklich über das Tattoo. Ok, zumindest die von uns, die es sein sollten 😀
Wir finden es cool das es am heutigen Datum gestochen wurde, in der passenden Zeit und Situation. Pünktlich vor der Klinik, in einer Situation in der wir die Hoffnung mehr brauchen als alles andere.

Für uns ein Zeichen der Freiheit! Erlaubt ist/war es nicht. Jetzt ist es da und gehört zu uns!
Und hier natürlich noch, damit ihr sehen könnt was uns so glücklich macht, unser neues Tattoo

Hope defies all agony

Hope defies all agony

Hope defies all agony

Hope defies all agony

Obwohl wir nicht dürfen…

Mit unserer engsten Vertrauten hatten wir ein gemeinsames Gespräch bei unserer Therapeutin. Das war gut, wirklich sehr gut! Wenn viele Menschen Lösungen suchen, findet man zumindest irgendwas.

Wir haben keine perfekte Lösung, freunden uns aber mit dem Gedanken an uns für einige Tage in die Psychiatrie zu begeben.

Es konnte geklärt werden, dass unser Sohn gut abgesichert und untergebracht ist. Eine Sorge weniger die man sich machen muss.

Jetzt können wir uns den Vorbereitungen widmen. Dinge zusammensuchen und überlegen, die wir mitnehmen können um möglichst gute Ablenkung und Beschäftigung dort zu haben. Unsere Therapeutin hat uns ein paar Kinderbücher rausgesucht, die sie uns für die Zeit leihen wird. Das freut uns so sehr! Es ist so krass für uns gerade, dieses Gefühl, dass sich Menschen wirklich Gedanken machen, wie sie uns bestmöglich unterstützen können! Das hilft uns auch sehr, dieses Gefühl von ausgeliefert sein, etwas zu beruhigen. Wir können uns vorbereiten, wir können mitentscheiden und wir werden gefragt!

Nun sammeln wir Ideen, was wir mitnehmen können. Es werden Rätselhefte, Bücher und Sudoku eingepackt. Vielleicht finden wir noch eine Lösung, dass wir unser Handy (ohne Sim-Karte) behalten dürfen. Dann können wir Hörbücher hören, Spiele spielen und Musik hören. Das sind Dinge die uns oft sehr helfen, Ablenkung bieten und das Aushalten etwas leichter machen.
Vielleicht nehmen wir noch etwas zum Malen mit und nicht zu vergessen, Schreibkram.

Vielleicht hat ja der ein oder andere Leser noch eine gute Idee für Dinge die wir mitnehmen könnten? Bitte, immer her damit 😉

Es fällt uns sehr schwer uns selbst einzugestehen, dass dies der Einzige sinnvolle Weg ist. Wir kommen uns vor wie Feiglinge, die wegrennen, sich nicht stellen, sich verkriechen und den Kopf einziehen. Und doch, die Vernunft weiß, es hat nichts mit wegrennen zu tun, sondern mit zur Wehr setzen und sich nicht mehr ausliefern. Nein, wir wollen uns nicht mehr ausliefern, weder anderen noch uns selbst! Wir wollen nicht aufgeben und wir wollen alles dafür tun unsere Ziele zu erreichen. Dazu muss man dann wohl auch hinnehmen, dass eine gute Lösung nicht unbedingt angenehm ist. Es sträubt sich alles dagegen diesen Schritt zu gehen uns ist schlecht und schwindelig allein beim Gedanken daran. Alles fängt sich an zu drehen, Gedankenspiralen springen an. Du übertreibst doch einfach nur!!! Du bist verrückt, durchgeknallt und wirst die Psychiatrie nie mehr verlassen dürfen! Wenn die erst merken wie du wirklich bist ist es vorbei! Wenn die die ganzen Lügen durchschauen, wenn sie erkennen wie falsch und verrückt du bist, wirst du nie mehr gehen dürfen. Dann bist du dort wo du hingehörst. Eingesperrt, festgekettet, sicher verwahrt!
Wir werden entgegen jeglicher Erziehung, jeglicher Angst und jeglicher Verbote für uns sorgen. Für unsere Sicherheit, für einen weiteren Stein auf unserem Weg, für einem weiteren Schritt in Richtung Freiheit.

Wir haben (auch wenn wir es gar nicht glauben können) verdient ein Leben führen zu dürfen! Ein Leben, dass sich vielleicht irgendwann einmal lohnt gelebt zu werden!

Bitte lass es vorbei gehen!

Die Panik hat uns wieder!

Verdrängung kann so etwas schönes sein und manchmal bin ich diesem antrainierten Mechanismus sehr dankbar aber eben auch nur manchmal.

Er sorgt dafür das ich lebe und sorgt dafür das ich funktioniere. Manchmal ist es aber auch schädlich. Und zwar dann, wenn man wichtige Dinge wegdrängt. Wenn man wegdrängt, dass man sich vorbereiten muss und das eigentlich gar nicht kann.

Heute hat die Panik uns wieder eingeholt, es war wie ein Schlag direkt ins Gesicht! Warum? Weil wir festgestellt haben welches Datum wir haben. Weil wir plötzlich festgestellt haben, dass nun kaum noch Zeit bleibt.

Wir wollen die Zeit anhalten und niemals weiterlaufen lassen. Es soll jetzt, genau in diesem Moment ein Ende haben! Wir haben nur noch pure Angst! Diese Angst treibt den Suizidwunsch in unermessliche Höhen und wir sind ihr ausgeliefert, fühlen uns hilflos, denn was können wir schon tun außer aushalten, aushalten, aushalten. Es ist aber nicht aushaltbar! Es treibt uns in den Wahnsinn! Wir können nicht mehr aushalten, wir wissen nicht mehr wie!

Natürlich wissen wir, dass wir es irgendwie werden. Es soll doch einfach nur vorbei sein! Mehr wollen wir gar nicht, einfach nur das es vorbei ist! Das diese wahnsinnige Panik aufhört, dass wir Worte für das finden, was in uns passiert. Es gibt keine Worte, es ist so unerklärbar, so unbeschreiblich, überrennend, vereinnahmend, auslaugend, quälend, stumm,  schreiend, brennend und fesselnd.

Problem ist, dass Panik nicht denken lässt. Durchdacht handeln und planen ist in so einem Zustand nicht möglich und dennoch unverzichtbar.

Wir fühlen uns ausgeliefert, hilflos und kontrolllos. Alles Dinge die wir nicht gut ertragen und die die Angst und Panik nur weiter in die Höhe treiben.

Wir wollen nicht mehr! Es soll einfach nur vorbei sein!

 

Bedrohungen halten uns nicht klein!

Ich verstehe sämtliche Zeichen, ja. Ob sie ihr Ziel tatsächlich aber noch so erreichen wie sie sollen wage ich zu bezweifeln. Bei einigen von uns sicherlich, bei anderen dann weniger! Wir stellen gerade heute wieder fest wie abgeklärt wir teilweise geworden sind.
Heute hatten wir die Gelegenheit uns dann direkt mit unterschiedlichen Bedrohungen auseinander zu setzen. Nun gut, keine hat ihr gewünschtes Ziel erreicht. Im Gegenteil, sie lassen uns immer stabiler in unserer Entscheidung werden, wie wir unser Leben führen wollen.
Wir wissen zu welchen Dingen wir in der Lage sind, zumindest in Teilen, wir wissen worauf hier wert gelegt wurde und uns ist auch bewusst, dass es genau diese Dinge sind die uns die Stärke geben, bei sämtlichen versuchen uns klein zu kriegen, stehen zu bleiben.
Wir wurden nicht nur klein gehalten und klein gemacht, wir wurden genauso auch groß gemacht, denn wir haben gelernt und wieder einiges verstanden.
Vor allem aber haben wir schon früh gelernt, ausschließlich eine Verbindung zu uns selbst zu benötigen und jederzeit die Fähigkeit zu besitzen sich jeglicher Situation innerhalb kürzester Zeit so anzupassen, dass man sie zu seinem Eigen macht. Das man in der Lage ist, innerhalb kürzester Zeit, komplett umzustrukturieren und neuen Boden zu seinem Nährboden zu machen.
Wir haben eins gelernt und das ist vor allem, stehen bleiben, umstrukturieren, anpassen, neu aufbauen, weitermachen!
Es gibt keine Drohung mehr, die wir nicht schon kennen. Es gibt keine Bedrohung mehr, die uns dazu bringt klein zu sein oder unsere Entscheidungen zu bestimmen.
Sicher sind wir nicht so abgeklärt, dass uns Bedrohungen oder deren Umsetzung gar nicht tangieren aber wir haben uns schon längst von dem Gedanken entfernt jemals frei von Bedrohungen zu sein. Aber es ist unsere Wahl, etwas so machtvoll werden zu lassen, dass es unser Leben bestimmen kann.

Genug Menschen in unserem Leben haben diesen Weg genutzt um uns gefügig zu machen, um uns gefangen zu halten in unserem gesamten Sein. Zu verlieren haben wir nicht viel, zu gewinnen eine ganze Menge!

Es erreichten uns heute erneut Zeichen der RiGaG, die uns erinnern sollen, unter Beobachtung zu stehen. Die uns erinnern sollen, keinen Schritt machen zu können, keinen Laut geben zu können und keinen Gedanken haben zu können ohne das sie darüber bescheid wissen. Es soll uns erinnern an Schweigegebote, an Versprechen, an Konsequenzen, an Strafen, an Ängste, an Schmerzen.
Es soll uns erinnern, dass es besser für uns ist still zu sein, klein zu sein und zu folgen.

Menschen die uns bedrohen, erinnern uns nur allzu gerne an Dinge die wir verlieren könnten, an Dinge die sie anderen über uns und Dinge die wir getan haben erzählen könnten, an Material was sie über uns verbreiten könnten usw.
Ich möchte nicht bestreiten, dass man uns sicherlich damit schaden könnte und Erfolg hätte. Allerdings doch immer nur bis zu einem bestimmten Punkt und das ist der, an dem wir uns trotz aller Verluste erneut aufrichten.
Wie das funktioniert haben wir inzwischen so gut in unseren Alltag integriert, das uns diese Verluste nur kurzfristig lahm legen würden und genauso schnell stärker aufstehen lassen!
Uns ist bewusst, dass hier Menschen von denen lesen, die gerne mal die ein oder andere Bedrohung gegen uns loslassen. Damit können wir umgehen auch damit finden wir uns ab. Es wird nicht dazu führen, dass sich unser Verhalten verändert, es wird nicht dazu führen das wir schweigen, es wird nicht dazu führen, dass wir klein bei geben!
Wir haben verstanden das wir in ein Leben geboren wurden, in dem wir mit diesen Dingen leben müssen und wir haben uns damit abgefunden! Und noch ein kleiner Nachsatz an all die, die uns bedrohen oder es in der Zukunft vorhaben. Es ist uns nicht egal aber damit haben wir längst gelernt zu Leben 😉

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