Schweigen ist die Hölle!

In den letzten Tagen hat es schon wieder zugenommen, dieses nicht mehr reden können. Nein, nicht falsch verstehen, wir können noch sprechen aber andererseits dann doch nicht. Wir verstummen (mal wieder).

Wir haben nichts zu sagen und auch das stimmt nicht, denn wir haben so unglaublich viel zu sagen. So vieles was darauf drängt ausgesprochen zu werden. Innerlich ist das Geschrei groß, äußerlich verstummen wir. Nicht weil wir es so wollen, nicht weil wir uns dafür entschieden haben, nicht weil es hilfreich wäre. Nein, der Hals ist wie zugeschnürt, steht uns jemand gegenüber wissen wir nicht mehr wie man sich unterhält, was man sagt oder sagen sollte und überhaupt, wie funktioniert denn dieses komische Konstrukt von Unterhaltung???

Es ist wie ausgelöscht und weggewischt aber eben auch nur äußerlich…

In der letzten Therapiestunde wars dann besonders peinlich, wir konnten eine Zeit lang (gefühlt war es ewig) nichts mehr sagen. Der Mund ging einfach nicht auf, der Hals schnürte sich zu und jedes Wort erstickte in der Kehle. Kein Laut ging über die Lippen, sie ließen sich nicht einmal öffnen. Diese Momente sind furchtbar für uns, wir kommen uns dumm und hilflos vor, können dann ja nicht einmal erklären was los ist, dazu müsste man sprechen können.

Nun setzt es sich wieder fest, dieses sich nicht ausdrücken können, keine Worte haben für das was man sagen möchte, nicht in Worte verkleiden können was sich innerlich abspielt.

Außen schweigt es, Innen schreit es!

Wenn es nun tatsächlich nur schwierige Themen betreffen würde, damit wäre ich ja noch einverstanden, es wäre nachvollziehbar, dass darüber nicht gesprochen werden kann. Aus welchen Gründen dann auch immer. Aber es zieht sich komplett durch. Die simpelste Kommunikation übersteigt sämtliche vorhandenen Fähigkeiten.

Vorhin wieder, ein Bekannter steht vor der Tür, eigentlich kein Problem mit ihm zu sprechen, zumindest normalerweise. Diesmal stehen wir da ringen darum Worte zu finden die Sätze bilden, irgendwas was Sinn ergibt, irgendwas was man spricht, wenn man aufeinander trifft. Nichts! Es ist einfach nichts aussprechbar gewesen, außer wenn ich mich nicht täusche ein, „hi, alles ok? ja gut, komm gut heim, tschüss.“ und dazwischen minutenlang nach Worten suchend, nichts sagend, unwohl fühlend, sich dämlich vorkommend!

Morgen sind dann gleich mehrere Termine bei denen es sinnvoll wäre die Sprache wiedergefunden zu haben. Man sollte doch einer normalen alltäglichen Kommunikation gewachsen sein, ist es aber nicht. Man verfällt in die Sprach-Wort-Losigkeit!

Elternsprechtag, da wären Worte nicht schlecht, schließlich muss mit der Lehrerin einiges besprochen werden. Training vom Kind, bedeutet man trifft auf andere Eltern, die sich immer und grundsätzlich mit einem unterhalten wollen. Therapie, irgendwie auch doof ohne Worte/Sprache.

Diese Sperre tut uns nicht gut, diese Blockade treibt uns in den Wahnsinn! Wir wollen doch einfach nur reden, sagen was los ist oder auch nicht! Einfach nur normal kommunizieren können…

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3 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. seelenlabyrinth
    Dez 03, 2012 @ 09:44:44

    In der Therapie kenne ich diese sprachlosigkeit nur zu gut. Ich habe dann auf den Trick zurück gegriffen zu schreiben. Zettel in der Stunde zu schreiben oder vorher eine längere mail und die Thera hat dann darüber geredet und ich habe versucht was zu beizutragen. Aber zumindest wusste sie dann was gerade los ist. Vielleicht ist das eine Idee, es mit der schriftlichen Kommunikation zu versuchen.

    Für den Elternsprechtag ist das allerdings schon schwieriger. Wobei, wenn wer eine Stimmbandentzündung hat, dann darf er auch nciht reden. Im Zweifel nicht hingehen und einen gesonderten Termin ausmachen. Denn das verursacht sehr viel Stress und Stress verschlimmert die Blockade vielleicht noch. In der Therapie sprachlos sein ist nicht so schlimm, weil die Therapeuten das kennen, aber Eltern und Lehrer sind da nicht so.

    Wünsche Euch, dass die Blockade bald weg geht und reden wieder geht.

    LG Silbermond

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Dez 04, 2012 @ 13:46:59

      Danke für die Antwort Silbermond! In der Therapie ist es uns zwar super unangenehm wenn wir nicht sprechen können aber wie du schon schreibst scheint es ja kein Einzelfall zu sein, sondern andere zu geben, denen es ähnlich geht. Unsere Therapeutin hat schon in der vorletzten Stunde sehr gut darauf reagiert, nämlich zum einen indem sie uns zu verstehen gab, dass es für sie kein Problem ist, zum anderen in dem sie dann erstmal gesprochen hat. Das hat sie dann in der gestrigen Stunde auch fortgesetzt und wir haben es ähnlich gemacht wie du hier geschrieben hast, nämlich versucht wenn wir konnten etwas dazu beizutragen. Funktionierte, soweit wir das überblicken können, ganz gut. Man fühlt sich auch nach und nach immer sicherer bei der Therapeutin. Wir sind ja noch nicht so lang bei ihr, hatten aber in der kurzen Zeit jetzt schon viele Termine. Was uns sehr hilft ist, dass die Therapeutin, so offen wie möglich, sagt was sie denkt und wir somit (nur selten) das Gefühl haben im Ungewissen zu schweben. Wenn wir das dennoch haben, lässt es sich meist schnell mit ihr klären.

      Die Klassenlehrerin von unserem Kind weiß, dass es uns derzeit nicht so gut geht. Sie weiß nicht warum oder was los ist aber natürlich versuchen wir auch in dem Punkt möglichst offen zu sein, denn es wirkt sich auch auf unser Kind aus, wenn es uns nicht gut geht. Deshalb ist es uns wichtig da ehrlich zu sein. Würde sie direkter fragen, wären wir wahrscheinlich auch bereit etwas genauer zu sagen was zuhause los ist aber solange das nicht nötig ist, sind wir froh wenn wir es dabei belassen können.
      Den Elternsprechtag haben wir dann auch gut geschafft und es war gut das wir dort waren. Dafür haben wir dann einen anderen Termin am Nachmittag absagen müssen, was aber nicht ganz so schlimm war.

      Antwort

  2. Orakel
    Dez 03, 2012 @ 17:25:04

    Die Idee eine Stimmbandentzündung anzugeben ist ziemlich gut.

    Da du dich nun zum Widerstand entschlossen hast ist dieses Schweigeprogramm, ich nenne es einfach mal so, im Grunde ein gutes Zeichen. Wären deine Bemühungen nämlich zum Scheitern verurteilt, würde sich die Gegenseite nicht solcher Mittel bedienen. Jeder Versuch euch vom Weg abzubringen ist doch ein klares Indiz dafür das ihr noch immer mit Erfolg kämpft. Anderenfalls hätte es die RiGaG, innen wie außen, gar nicht nötig zu diesen Methoden zu greifen.
    Je heftiger deren Angriffe werden, desto größer deren Angst euch zu verlieren und desto näher seid ihr eurem Ziel.

    Wäre von denen gar nichts gekommen, dann hätte ich mir größere Sorgen gemacht. Denn das hätte nur zweierlei bedeuten können: entweder es ist ihnen gleichgültig, was der günstige Fall gewesen wäre, oder sie wüssten das sie es nicht nötig hätten um euch zu kämpfen weil ihr ohnehin zurückkommen würdet.
    Beides trifft aber nicht zu. Ich bin mir sicher ihr seid auf dem richtigen Weg.
    Im Grunde ist jeder neue Versuch euch zu behindern oder zu schaden ein kleiner Sieg für euch. Denn es bedeutet das der vorherige Versuch an der Sklavenkette zu ziehen, offensichtlich erfolglos geblieben war.

    Antwort

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