Schuld! Versagen! Aufgeben!

Der Kampf in uns und mit uns geht weiter! Wir verzweifeln an uns, an diesen inneren Kämpfen, an diesen unterschiedlichen Wertvorstellungen, an dieser unendlich großen Angst vor falschen Entscheidungen.

Wir verlieren das Ziel vor Augen. Noch nicht ganz, denn uns ist noch bewusst was wir in den letzten Monaten/Wochen/Tagen für ein Ziel hatten. Wir wollten/wollen den Ausstieg aus der RiGaG. Wir wollten/wollen ein freies Leben, ein Leben in dem wir für uns entscheiden was wir tun möchten oder nicht.

Dennoch, es fühlt sich so wahnsinnig falsch an. Wir wissen, wir dürfen den Gefühlen nicht vertrauen, dürfen nicht aufhören an unser Ziel zu glauben, dafür zu kämpfen. Wir wollen es doch auch (eigentlich) gar nicht. Wir wollen doch frei sein!

Es wurde organisiert nicht allein zu sein, dafür gesorgt das jemand bei uns ist, der in die Situation eingeweiht ist und ein Auge auf uns werfen kann, der unterstützen kann. Sollten wir uns darüber nicht freuen? Sollten wir nicht glücklich sein, dass wir diese Leute haben die sich so bemühen? Sollten wir nicht erleichtert sein nicht allein sein zu müssen?

Wir sind es nicht! Es ist uns peinlich und wir schämen uns für diesen Drang, diesem Wunsch, diesem unwiderstehlichen Zwang den Kontakt zu RiGaG zu halten.

Geben wir dem Drang nach, laden wir Freunde aus, die uns unterstützen wollen? Machen wir einfach weiter wie vorher auch wenn es nie wieder wie vorher sein wird? Geben wir auf und ergeben uns unserem Schicksal?

Irgendwo in uns schreit es noch ein leises „NEIN! Bitte nicht, ich will doch Leben!“ aber eben nur irgendwo weit weg, fast nicht mehr erreichbar.

Und, nicht zu vergessen, gleichzeitig wächst der Hass auf uns selbst. Weil wir uns selbst widersprechen, weil wir widersprüchlich handeln, weil wir dem Aufgeben so nah sind, weil wir Menschen wegstoßen wollen die Kraft und Zeit in uns investieren, weil wir das Gefühl haben alle zu enttäuschen, uns selbst inbegriffen.

Leise aber penetrant, ein leises schluchzen. Wir können uns doch eh niemandem zumuten. Es ist für alle besser wenn wir aufgeben. Und die die noch was anderes sagen zu uns, die tun das nur aus dem Pflichtgefühl heraus oder weil ihnen selbst (noch) nicht bewusst ist, dass es ihnen besser geht, wenn wir nicht mehr hier sind. Wir ertragen uns selbst doch nicht, wie soll das jemand anders können?

Wir sind so voller SCHULD! So voller VERSAGEN! So viel minderwertiges NICHTS!

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3 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Orakel
    Dez 04, 2012 @ 12:33:41

    Und wieder ein Mechanismus der nur verhindern soll das ihr euer Ziel erreicht.
    Denn tief in euch drin da wisst ihr das ihr all diesen Gefühlen nicht glaubt. Ein wirklicher Versager, ein Nichts, würde nicht um seine Freiheit kämpfen, der hätte keine Freunde und keine Unterstützung.
    Die Tatsache das ihr euch gegen diese Gedanken wehrt, das ihr dagegen handelt, das ist der Beweis in sich das diese Gefühle und Gedanken nicht stimmen können.

    Hier geht es doch mehr als nur eure Freiheit selbständig euer Leben zu bestimmen.
    Ihr habt ein Kind und ihr habt Freunde, richtige Freunde. Wie viel von alle dem würdet ihr davon noch behalten können wenn ihr jetzt aufgeben würdet?
    Ihr habt euch zum Widerstand entschlossen und diese Entscheidung muss schon sehr lange in euch gereift sein. Diese Entscheidung habt ihr im Grunde schon vor sehr langer Zeit getroffen.
    Zweifelt nicht, denn offenbar zweifeln die Menschen denen ihr vertraut auch nicht an euch.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Dez 04, 2012 @ 13:30:10

      Wahrscheinlich, aber wirklich nur wahrscheinlich, hast du (mal wieder) recht. Für mich klingt das nach einer (bitte nimms mir nicht übel) billigen Ausrede für mein negatives Handeln. Ist ja schön einfach es irgendwelchen Programmen oder so in die Schuhe zu schieben. Und andererseits widerspricht unser derzeitiges Denken und Handeln absolut dem was wir die letzten Monate und Wochen wollten. Dennoch fühlt es sich richtig an. Fühlt sich richtig an alles weg zu stoßen.
      Ja wir würden alles verlieren. Unseren Sohne, unsere Familie unsere Freunde, nichts davon möchten wir verlieren und dennoch schreit alles danach. Wenn es doch nur nicht so durcheinander wäre, wenn wir doch nur irgendwo Klarheit hätten, Sicherheit! Mit jedem Schritt weg von der RiGaG fühlt es sich an als würden wir alles reinreißen, ins Chaos schmeißen, Freunde und Familie durch unsere bloße Anwesenheit gefährden. Ins Unglück stürzen nur weil wir nicht weg gehen. Erbärmlich fühlen wir uns, wirklich erbärmlich, eine Zumutung…

      Antwort

  2. Orakel
    Dez 04, 2012 @ 14:34:04

    Nur mal angenommen du würdest mit deinem Gefühl richtig liegen, was ich aber nicht glaube, dann ändert das dennoch nicht das Geringste. Ich bin mir ziemlich sicher das deine Freunde und Familie sehr wohl wissen worauf sie sich mit dir und deinem Ausstieg einlassen. Sie haben sich entschieden dir zu helfen und damit das Risiko zu tragen.
    Deine Angehörigen haben für sich selbst entschieden was sie tun wollen. Es liegt nicht bei dir das in Frage zu stellen. Deine Sache ist es mit dir und euren inneren Kämpfen zurecht zu kommen.

    Natürlich herrscht das Chaos. Doof gesagt: ihr seid Multipel.
    Ein Uno hadert mit sich selbst und führt dann aus was er entscheidet, aber glaube nicht das deswegen nicht auch da die Zweifel und Verzweiflung kommen können. Ihr dagegen seid Viele und deshalb sind bei euch die unterschiedlichen Fürs und Widers personifiziert.
    Du haderst als einzelner Systemanteil doch auch mit dir selbst, oder nicht? Und hochgerechnet passiert genau das nun mit euch als System.
    Da gibt es aber vielleicht auch noch einen anderen Weg als den reinen Kampf. Ich nehme an das es eine Fraktion gibt die ohne Kompromisse für den Ausstieg ist und eine andere die zweifelsfrei dagegen ist. Und dazwischen gibt es doch bestimmt noch jede Menge Unentschlossene.
    Redet miteinander, hört euch die Zweifler an und erklärt warum ihr euch Mehrheitlich für den Ausstieg entschieden habt, ja entscheiden müsst. Macht Pläne für die Zukunft und versucht Perspektiven zu finden. Perspektiven für all jene die sich durch den Ausstieg als die Verlierer sehen. Letztlich kämpft ihr nicht gegeneinander, sondern gemeinsam für ein gutes Leben, für ein freies Leben. Es ist doch allein der Weg über den Unklarheit herrscht. Natürlich gibt es eine Fraktion die diese Freiheit und den Weg dahin in Frage stellt. Für mich als Ausstehenden ist es einfach zu erkennen warum der Weg zurück zu den RiGaG dauerhaft nur der falsche sein kann. Aber die Anteile der Nachtgesellschaft, ich hoffe die Bezeichnung ist ok, ist nicht objektiv. Sie können nicht von außen auf sich selbst schauen. Sie sehen nur der Verlust der ihnen droht.
    Das aber fast niemand, weder Multi, oder Multianteil, noch Uno objektiv sein kann wenn es um sich selbst geht, ist nun einmal einfach so. In unserer Subjektivität sind wir alle gleich.

    Ihr habt alle die selbe Wurzel und damit alle die gleichen Stärken und die gleichen Schwächen.
    Du bist stark, auch wenn du das nicht glaubst. Aber deshalb ist der innere Widerstand auch stark. Du wirst unterstützt durch deine Freunde, Die andere Seite von euch wird Unterstützt von den Methoden der RiGaG. Du hast Zweifel und Ängste, das haben die anderen aber doch auch! würden sie sonst so verzweifelt um „Ihr“ Leben kämpfen?

    Euer Leben wird wahrscheinlich chaotischer werden, das ist der Preis der Freiheit. Aber es wird nur noch allein _euer_ Leben sein.
    Zusammen seid ihr aber so gut wie nicht unter zu kriegen. Ihr habt Jahre, _Jahrzehnte_ in einer Welt der Gewalt, des Missbrauchs und der Unterdrückung überlebt. In der freien Welt ist das schlimmste was euch passieren kann, das ihr zeitweise auf die Hilfe eurer Freunde angewiesen seid. Hilfe von außen. Aber was bitte ist daran anders als in der RiGaG? Ich sage es euch: von euren Angehörigen wird es eine Hilfe sein, die aus freien Stücken gegeben wird und die nach keiner Gegenleistung fragt.
    Es ist allein die Angst vor der Ungewissheit die euch so zusetzt, denn offen gefragt, was bitte könnte euch schlimmeres passieren als all das was ihr schon hinter euch habt?

    Antwort

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