Das Chaos wächst von Tag zu Tag

Die Tage sind schwer, werden immer schwerer mit jeder Stunde!

Zweifel tun sich auf und werden wieder begraben. Ängste treiben den Puls gefühlt ins unermessliche und die Panik ist unser ständiger Begleiter.

Programme fangen an unser Denken zu steuern, innen knallt es in regelmäßigen Abständen. An unsere interne Kommunikation gibt es nur noch eine schwache Erinnerung an das, was mal möglich war. Und jetzt? Absolutes Nichts!

Dieser Zustand, anders kann man es nicht mehr nennen, ist unglaublich kraftzerrend und nervenaufreibend.

Wir sind in uns selbst nur noch unsicher und fühlen uns weltfremd. Können nicht mehr klar denken, antrainierte Verhaltensweisen und altbekannte Emotionen steuern unser Handeln.

Versinken im Nebel, irgendwo wieder auftauchen.

Immer wieder setzen uns Schmerzen außer Gefecht.

Immer wieder Gedanken doch lieber Zuhause zu bleiben, nicht in die Klinik gehen zu können, ständiger Kampf mit sich selbst.

Kopf an die Wand schlagen, diese Gedanken sollen stoppen. Lieder werden gesungen, die kaum aushaltbar sind, in die Spirale reißen, in den Wahnsinn treiben, in den Strudel ziehen, im Nebel versinken lassen. Stopp! Bitte mach das es einfach aufhört! Mach das diese Zwänge uns loslassen!

Die Hände schmerzen und zu jedem Buchstaben muss ich mich zwingen. Die Schmerzen drängen aufzuhören alles andere schreit, möchte irgendwie raus und verstummt auf dem Weg dorthin… im Nebel…

Diese wenigen  Sätze, kosten mich nun schon eine Stunde Zeit und sagen nichts von dem, was gesagt werden sollte.

In den nächsten Tagen ist noch viel vorzubereiten bevor wir in die Klinik gehen. Es müssen noch Vorbereitungen für Weihnachten gemacht werden. Ob wir nochmal zum Schreiben kommen, können wir nicht sagen.

Der Bruder hat sich gemeldet. Es hat seit einem Jahr (oder so ähnlich) keinen Kontakt mehr gegeben. Viel gesagt hat er bisher nicht, nur nach den Wünschen unseres Zwerges gefragt. Uns stürzt es in ein zusätzliches Durcheinander. Wir lieben unseren Bruder sehr, vermissen ihn unglaublich und wünschen uns im Grunde so sehr Kontakt mit ihm. Aber es ist eben nur ein Wunsch, denn in der Realität sind wir uns unglaublich fern. Wir können uns nicht unterhalten, nicht einmal über normale alltägliche Dinge wie das Wetter. Wir haben uns einfach nichts zu sagen, weil zuviel unaussprechliches zwischen uns steht. So ein riesiger Berg von Sachen die eine Mauer aus Schweigen bilden, undurchdringliche Masse der Lügen. Vielleicht machen wir uns umsonst Gedanken und er wird nur für den Kleinen ein Geschenk besorgen und dies schicken.

Vielleicht wird er aber auch fragen, ob er hier vorbei kommen kann oder ob wir zur Mutter kommen. Wobei es für letztere Frage schon fast zu spät ist und ich mir fast sicher bin, er wird nicht fragen. Und wenn er fragt ob er vorbei kommen kann, wissen wir nicht was wir antworten werden. Wir würden ihn gerne sehen. Ihn, so wie er ist, wie er wirklich ist. Aber das ist so fern, soviel dazwischen, dass wir es wahrscheinlich nie mehr erfahren werden. Da stellt sich also die Frage, ob wir ihn dennoch sehen wollen. Eigentlich nicht, denn es macht uns traurig, er würde uns Schuldgefühle machen, er würde versuchen uns zu beeinflussen, er würde uns vor Augen führen wem wir alles schaden mit unserem Verhalten, wie unfair es ist und wie egoistisch.

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. inneres Stimmchen
    Dez 17, 2012 @ 21:35:24

    das größte Autsch: „Wir würden ihn gerne sehen. Ihn, so wie er ist, wie er wirklich ist.“ … so viel Verstehen hier
    Schwierige Zeit- aber schaffbar bestimmt!

    Antwort

  2. seelenlabyrinth
    Dez 19, 2012 @ 08:00:17

    Wollte Euch nur da lassen, das ich an Euch denke. Ihr schafft das. Es wird gut gehen.

    Antwort

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