Wenn man nicht mehr weiß was man sagen soll

In den letzten Tagen fehlte die Zeit und die Kraft zu schreiben.

Innen passiert sehr viel und derzeit ist es unübersichtliches Chaos und keiner weiß so recht wohin mit sich. Überforderung bei sonst so starken Innenpersonen, die nicht mehr wissen wohin.
Heute musste man mit Bus und Bahn zur Therapie. Das ist eine riesen Herausforderung für uns. Normalerweise sind wir mit dem Auto unterwegs, derzeit ist es zugefroren und somit nicht zu benutzen. Absagen wollten wir nicht, hier ist viel zu viel Bedarf außerdem wäre das kein Grund abzusagen, gab ja Möglichkeiten. Die Fahrt selbst war schwierig. Wir kriegten ziemlich Panik, mögen es nicht wenn sich irgendwer neben uns setzt, fühlen uns dann bedrängt, bedroht, eingeengt. Schlimm wird es wenn man mit den Gerüchen der Leute konfrontiert wird, nicht weg kann, in Starre verfällt.
Das war auch heut wieder so bis A. den Körper übernommen hat. Er hat nicht so ein Problem damit, verfällt nicht in Panik und Totenstarre. Trotzdem ist er ein paar Stationen früher raus, den Rest dann gelaufen, war die bessere Entscheidung.
Er wollte heut eh mit der Therapeutin sprechen, hatte sie letzte Woche kurz getroffen, als er versuchte unsere Autotür irgendwie zu zu bekommen, was dann auch nach einer Weile geklappt hat. Heut hat er es nicht geschafft über seinen Schatten zu springen und die Zeit gut zu nutzen. Vielleicht schafft er es beim nächsten mal, gut gehts ihm nicht.

Eigentlich gehts kaum jemandem gut hier. Wir versinken in der Hoffnungslosigkeit, der Hilflosigkeit, der Verzweiflung, der Aussichtslosigkeit.
Wir kämpfen weiter, wissen nicht wofür. Es ist uns einfach zu viel! Wir fühlen uns schwach und ausgelaugt.
Sprachlos! Wir haben keine Worte, sie sind verloren gegangen. Reden eine große Hürde. Kontakt mit Freunden geht nicht mehr, hier zu schreiben fällt uns schwer . Wir kennen diese Sprachlosigkeit, sie kann gefährlich werden. Wir hatten vergleichbares vor fast zwei Jahren für etwa anderthalb Jahre. Man konnte sich nicht mehr unterhalten, mit viel Anstrengung hat man gerade mal ein „Hallo“ oder ein „Tschüß“ rausbekommen. Das war schon viel. Wir haben Angst davor wieder darin zu versinken, es war eine schreckliche Zeit!

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4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. stjaernljus
    Jan 22, 2013 @ 00:35:26

    wir sind leider auch sehr erschöpft ihr lieben, wollen euch aber etwas da lassen : Nur durch die Hoffnung bleibt alles bereit, immer wieder neu zu beginnen. (Charles Péguy)
    wir denken an euch

    Antwort

  2. mariesophie
    Jan 23, 2013 @ 13:45:01

    Jede deiner Zeilen hätte aus meinen Fingern stammen können. Danke für die Worte, auch wenn sie den anderen unsern unermesslichen, scheinbar aussichtslosen Kampf mit der Realität zeigen. Mir geht es wieder und wieder genauso, und auch weiß ich meist keinen Ausweg aus diesem Dilemma. Der Rückzug in die eigene Welt – unverwundbar – abgeschlossen – versteckt – unberührbar für jeden – … diesen Ausweg sucht sich mein Inneres oft. Und wenn ich voll drin bin, ist da aber meist irgend jemand von uns so lebenshungrig, dass er Hilfe sucht…Gott sei Dank! Seit ich weiß, dass wir Multiplen wirklich der Gefahr laufen, uns in der „anderen“ Welt zu verlieren (sehe mich als alte, fette Frau in einer Anstalt mit Puppen spielend sitzend…grausig), seitdem versuche ich irgendwie den Anschluss an die Realität immer wieder zu finden. Oft hilft der Gedanke: Hej, du bist ganz unten, direkt in der Hölle! Es kann demzufolge NUR besser werden, oder? Huhu, ich weiß, dass es lapidar klingt. Aber mir hilft es manchmal. Ich sende dir viel, viel Kraft zum Durchhalten. Deine Kathrin

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Jan 25, 2013 @ 09:36:17

      Vielen Dank. Es klingt nicht lapidar, denn irgendwie ist es ja tatsächlich so. Ja versinken und verschwinden in unserer Parallelwelt. Das ist so verlockend und gleichzeitig so unglaublich gefährlich. 🙂 wir haben manchmal ein ähnliches Bild von uns im Alter. Wirre Lieder singend im Schaukelstuhl, strickkram in den Händen, my little pony auf dem Schoß langsam vor sich hin wippend, abgetaucht, fern der Realität.
      Irgendwie so 😉

      Antwort

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