Therapiechaos! Wie konnte das passieren?

Irgendwas wurde heut angestoßen.
Wiedergefunden habe ich mich in. den Armen unserer Therapeutin. Heulend und zitternd. Heulend? Was ist los? Sowas passiert uns doch nicht!

Früher, also so vor zwei Jahren, waren wir ganz klar der Meinung, dass wir keine Therapie wollen die zu eng ist. Wir wollen nicht abhängig werden, keine Sehnsucht nach einer Therapeutin haben. Wir wollten keine Therapeutin, die uns in den Arm nimmt.

Und jetzt haben wir genau das. Eine Therapeutin die mit einer unserer kleinen da sitzt, sie im Arm hält und mit ihr spricht. Sie ist da!

Angst, Angst, Angst, Angst, Angst!!!

Die Therapeutin darf nicht so wichtig werden! Abhängigkeit ist gefährlich! Warum ist sie so zu uns?! Warum bemüht sie sich für uns?
Ist ihr Job, kriegt Geld dafür. Das ist der Grund.
Und dann kommt die Angst. Wenn wir zulassen, wenn wir uns öffnen, wenn wir vertrauen. Dann kommt der große Knall. Dann laufen die Stunden irgendwann aus, dann ist sie weg!

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11 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. mariesophie
    Jan 25, 2013 @ 13:09:53

    Oh Mann, die Gedanken kenne ich nur zu gut. Meine erste Therapeutin vor 10 Jahren war mir so sehr wichtig, obwohl es zwischen uns nur Händedrücken zur Begrüßung gab. Aber das INNEN von mir war zum ersten Mal bei einem anderen Menschen angedockt …. liebend ….sehnsüchtig … weinend … verängstigt … in purer Angst vor ihr … in völliger Abhängigkeit! Und leider war die Trennung so enorm schmerzlich, dass ich bis heute Angst habe, mich wieder so tief einzulassen. Mosaiksteinchen, dir bleibt nur, den Moment des Aufgehoben seins zu genießen, denn einer von euch braucht das eben. Egal, was die anderen in dir sagen. Nimm die Umarmung als solche einfach an. Es klingt in deinen Texten nicht so, als würde deine Therapeutin irgendwelche Vorteile für sich daraus ziehen. Sie ist da, mehr nicht. Und das ist gut.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Jan 25, 2013 @ 13:19:23

      Leider haben wir auch die Erfahrung machen müssen. Das sitzt noch tief und ist nicht verarbeitet, leider.
      Wir bemühen uns sehr uns einzulassen, zuzulassen und überhaupt.
      Aber es ist so mh, krass, anstrengend, durch Ängste blockiert. Ach shit! Wir haben Angst um unsere Zwerge, wollen den Raum geben, gleichzeitig aber Schutz halten. Das wird nicht funktionieren, wenn die Kids so auf sie anspringen.

      Antwort

  2. seelenlabyrinth
    Jan 25, 2013 @ 17:37:19

    Hi, wenn auch ganz anders, so kann ich das sehr sehr gut nachvollziehen. Meine Thera begleitet mich seit inzwischen 5 Jahren und ich halte sie immer noch und immer wieder auf Abstand, stelle sie in Zweifel und habe große Angst davor, was passiert, wenn Therapie irgendwann nicht mehr möglich ist.

    Ich denke es gibt nur den Weg darüber zu reden. Mit ihr, mit Euren Zwergen soweit das möglich ist und schaun, wie man gemeinsam Wege finden kann, das es sicherer gefühlt wird. Denn vom Prinzip her ist es ja schön, dass das Vertrauen da ist. Aber absichern, wie es angegangen wird, wenn Therapie irgendwann nicht mehr ist und wie man vorgeht, damit es nicht ein schmerzhafter Bruch wird, dass finde ich wichtig.

    Fühlt sich gerade an wie blablubb. Krieg es nicht besser in Worte gefasst.

    Antwort

  3. frauhilde
    Jan 25, 2013 @ 19:27:50

    Könnt ihr mit der Therapeutin über diese Angst reden?

    Antwort

  4. frauhilde
    Jan 25, 2013 @ 21:28:38

    Ja, das kann ich verstehen. Es berührt ja ganz tief sitzende Ängste.
    Ich hoffe, dass ihr es schafft!

    Antwort

  5. strandkrabbe
    Jan 26, 2013 @ 13:18:57

    Eigentlich könnte es ja ein ganz gutes Zeichen sein, dass Teile von euch diese Nähe zu ihr suchen. Nur mit der scheiß Erfahrung durch die andere Thera im Nacken ist das natürlich kaum auszuhalten. Und eigentlich nicht vorstellbar, dass es jetzt anders laufen könnte, dass jetzt alles gut werden könnte.
    Es ist klasse, dass eure Therapeutin hier liest, dann bekommt sie vielleicht auch Seiten mit, von denen sie sonst nichts wissen könnte und es ist schnell mal was in den Blog geschrieben ohne daran zu denken wer das alles liest. Das geht mir und uns zumindest oft so. Und unsere Therapeutin liest ja auch mit.
    Sie wird sicherlich um eure Ängste wissen und noch vorsichtiger mit der Nähe umgehen als sie es vielleicht sonst täte. Aber wisst ihr, unsere Erfahrung hat uns gezeigt, dass nicht beides geht. Es geht nicht Nähe und Einlassen bei gleichzeitiger absoluten Unabhängigkeit. Vertrauen ist dann nur so begrenzt möglich, dass wirkliche Veränderung kaum stattfinden kann. Aber Nähe, Vertrauen, Veränderung, dass macht ja auch verdammte Angst. Umso wichtiger ist es, dass ihr das nicht runterschluckt sondern drüber schreibt und sprecht und immer schaut, wieviel Nähe geht, wo ist die Angst noch aushaltbar. Es kann nur immer Stück für Stück gehen.
    Und wer sagt euch, dass es wieder so laufen wird wie damals? Wer sagt, dass die Stunden auslaufen und sie ist nicht mehr da? Auch darüber könnt ihr schreiben oder reden um etwas klarer zu kriegen, um mehr Sicherheit zu bekommen. Sicherlich wird die Therapie irgendwann vorbei sein, das Irgendwann kann aber noch ganz weit weg sein. Und wer weiß, vielleicht braucht ihr sie dann auch nicht mehr so sehr. Auch wenn das nicht vorstellbar ist. Und vielleicht verschwindet sie dann auch gar nicht so ganz.
    Ich weiß, es ist schwer, Kontrolle abzugeben, andere auf sich aufpassen zu lassen. Es macht einfach nur Angst und Angst und Angst. Irgendwann kann sie kleiner werden, wenn ihr euch immer nur ein kleines Schrittchen traut und auf euer Herz hört. Und das können meist die Kleinen von uns noch viel besser als die Großen.
    Und TherapeutInnen sind nicht Leute die mit uns nur ihr Geld verdienen. Sie sind auch Menschen, die sich entscheiden, Zeit und Energie für uns aufzubringen und Gefühle für Menschen wie uns zuzulassen. Die Therapeuten, die das nicht tun, sondern wirklich nur ihren Job machen, die sortieren doch gerade Multiple meist recht schnell aus. Aber es ist leichter zu glauben, dass sie es tut, weil es ihr Job ist.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Jan 27, 2013 @ 18:46:05

      Wie recht ihr habt, „eigentlich“ ist es wirklich ein gutes Zeichen, wenn sich andere trauen und sich zeigen. Im Grunde nicht mal nur „eigentlich“, denn auch hier ist es so, dass wir uns normalerweise darauf verlassen können, wenn die Kids jemanden als vertrauenswürdig einstufen. Auch das ist schon ein Unterschied zur Therapie bei der vorherigen Therapeutin, sie hat nur eins unserer Kinder kennengelernt, ihr Interesse uns wirklich kennen zu lernen war aber auch eher gering. Der Umgang von unserer jetzigen Therapeutin mit uns, scheint bisher deutlich ehrlicher und offener zu sein und wir haben nicht das Gefühl, absolut egal zu sein.
      Derzeit gibt es noch keinen (wirklichen) Grund, warum wir angst haben müssten, dass die Therapiestunden bald auslaufen und bisherige Aussagen der Therapeutin, lassen auch eher vermuten, dass sie sich auf ein paar Jahre arbeit mit uns eingestellt hat.
      Würde sie es „nur“ als einen Job ansehen mit dem sie ihr Geld verdient, wären ihre Bemühungen wohl auch deutlich geringer. Sie müsste nicht so viele Stunden jede Woche für uns aufbringen, müsste hier nicht lesen, müsste uns nicht auf E-Mails oder SMS reagieren und erst recht nicht uns von sich aus anschreiben, nur um uns unsere Unsicherheiten zu nehmen. Genau das tut sie aber!

      Und dennoch schreit da immer dieses riesen große „aber“ von hinten, denn würde sie wissen wie wir wirklich sind, würde sie das alles bestimmt nicht tun!

      Ja ja, warum auch glauben, dass es jemand wirklich ernst meint?!

      Antwort

      • strandkrabbe
        Jan 27, 2013 @ 19:51:24

        Diese riesen große „aber“ hat euch lange Zeit das Überleben gesichert. Es ist völlig klar, dass es jetzt noch größer wird und noch lauter, weil ihr diese sicheren Wege verlasst, weil ihr was anders macht.
        Wisst ihr, es ist nicht wichtig, sicher glauben zu können, dass sie es wirklich erst meint. Ich weiß, wir wollen auch immer diese Gewissheit für uns. Und schon oft hat unsere Therapeutin dann gesagt, dass es nicht wichtig ist, jetzt diese Klarheit zu haben. Wichtig ist nur, dass neben dem „aber“ auch ein „glauben wollen“ da sein kann. Es war niemals jemand da, der euch so nah gekommen ist und nicht zur Gefahr wurde, wie solltet ihr denn jetzt ohne riesiges „aber“ glauben können.
        Und wir wissen auch, wie sehr es weh tut und es doch aufhören soll. Und es ist so verlockend, sich auf die Seite des „aber“ zu schlagen, einfach weil der Weg so vertraut ist und dann wieder Ruhe ist.
        Ich würde sagen, ihr seid dabei, euch auf wirkliche Nähe einzulassen und das fühlt sich wohl bei so traumatisierten Menschen wie uns eine ganze Weile so an, als würde es einen schirr zerreißen. Angeblich soll das mit der Zeit besser werden und sehr lohnenswert sein.
        Bei uns gibts da auch immer wieder sehr lautstarke „abers“.

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