Sonntags morgens um acht

Man war das früh heut morgen! Um acht klingelte es bereits an der Haustür, kurz danach auf dem Handy. Die Türklingel war noch abgestellt und wir haben verschlafen. Der wachreißende Klingelton und der Blick auf das Handy ließen uns sofort hellwach aus dem Bett springen. Unten vor der Haustür stand bereits der Handballtrainer unseres Kleinen um uns zum Spiel abzuholen. Und während wir ihn aus dem Bett und uns selbst im Schale schmeißen, verfluchen wir beide kleinlaut die Leute, die dafür zuständig sind Spieltermine und Zeiten festzulegen.
Ganz im Ernst, wer möchte bitte an einem Sonntagmorgen sooo früh aufstehen?
Aber egal, wir haben uns raus in die Kälte und den Regen gestürzt, den gute Laune Button auf dem Weg durchs Treppenhaus gedrückt und schon war das übliche Lächeln zurück auf dem Gesicht.

Nichts mehr zu sehen von dem Schlafentzug, auch wenn sämtliche Gliedmaßen sich anfühlten als wären sie frisch durch den Fleischwolf gequetscht.

Beruhigend, dass wir nicht die Einzigen waren, denen, Sonntag früh um acht, nicht nach Handball ist. Die Hälfte der Mannschaft hatte kurzfristig abgesagt und so war dann nur noch die Minimalbesetzung da und das Spiel lief katastrophal. Wären wir wohl doch lieber im Bett geblieben. Der Heimvorteil der anderen Mannschaft, eine Stunde mehr Schlaf, hat sich ausgezahlt 😉

Den Rest des Tages haben wir bisher mit putzen verbracht und mit unseren inneren Kämpfen, wovon es doch einige gibt derzeit.

Morgen haben wir wieder Therapie, wir werden sicher einiges an Energien aufbringen müssen, um dort anzukommen. Würden doch so einige gerade lieber die Beine in die Hand nehmen und wegrennen. Glücklicherweise ist unser Auto wieder nutzbar, das erspart dann zumindest die weiteren Schwierigkeiten.

Gestern hatten wir wieder eine Verabredung mit einer Vertrauten und ihrem Hund. Von dem letzten Treffen hatten wir hier bereits erzählt. Wieder lief es richtig gut, keine Angst vor dem Hund und das obwohl die Anspannung ansonsten schon recht hoch war. So ging es uns bis zu dem Treffen gar nicht gut, Schwindel und Übelkeit hatten uns absolut im Griff und kurz vorher beförderte man den restlichen, nicht vorhandenen Mageninhalt, auf dem schnellstmöglichen Wege in die Bad-Keramik-Schüssel.
Nachdem wir dann aber draußen waren beruhigte sich das relativ schnell und so konnten wir ein paar schöne Stunden genießen und uns am Ende noch gemütlich im Restaurant, mit einem leckeren Latte Macciato, aufwärmen.
Auf der Rückfahrt bot besagte Vertraute an, später am Abend zu uns zu kommen, um uns sicher durch die Nacht zu begleiten, was wir dankend angenommen haben.

Und wieder ist es der Kampf mit dem Positiven, der Kampf nicht sämtliche gut tuenden und helfenden Kontakte zu zerstören, die Angst so groß, immer wieder die vorsichtige und unsicherere Nachfrage, ob man uns immer noch mag. Oder haben wir es doch geschafft endlich zu beweisen wie schlecht wir sind? Und wenn jetzt nicht, dann kommt es noch, sobald uns diese Helfer näher und besser kennenlernen. Sobald sie hinter die freundliche, lächelnde Fassade schauen und feststellen, welche hässlichen Grimassen sich dahinter verbergen. Grimassen, die nur zum Schein und dem Zweck der Täuschung  die freundliche, lächelnde Fassade schützend vor sich tragen.

Advertisements

4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. seelenlabyrinth
    Jan 27, 2013 @ 17:52:08

    Zunächst einmal freue ich mich immer, wenn ich lese, dass Ihr positive Zeit verbringen konntet und bin megastolz auf Euch, dass das mit dem Hund so gut gelaufen ist.

    Dieser Mechanismus, dass wenn man etwas Postives erlebt oder gesagt bekommen hat, das dann wieder in Zweifel zu ziehen, zu glauben, dass es so ist, dass sich der Gegenüber ja nur täuschen kann und das wenn man einen besser kennt, der Kontakt abgebrochen wird, weil man erkennt was wirklich für ein Mensch man ist. Ja das kenne ich nur zu gut und es kostet immer wieder soooo viel Kraft und Energie. Ich frage mich manchmal ob das denn irgendwann aufhört. Irgendwann besser wird.

    Unschön, denn es macht so viele positive Erlebnisse im Nachhinein kaputt. Wünsche Euch, dass das Vertrauen in die Menschen, die Euch begleiten größer wird. Ihr habt es sowas von verdient, dass Ihr Menschen an Eurer Seite habt, die Euch immer wieder zeigen, wie sehr mögenswert ihr seid. Ja Ihr seid es wert, gemocht zu werden.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Jan 28, 2013 @ 23:08:28

      🙂

      Es macht positive Erlebnisse nicht komplett kaputt. Man muss sich nur immer wieder ganz bewusst vor Augen führen, dass die Ängste und negativ auftauchende Gefühle nichts mit dem aktuellen Erlebnis und/oder mit der betreffenden Person zu tun haben. Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir das Positive an der Entwicklung sehen können.

      Es kostet uns viel Energie unseren Blick auch immer wieder dem positiven zuzuwenden und hinter all den Ängsten die Entwicklung zu sehen. Was wir aber auch immer wieder sehen ist, dass es sich absolut lohnt diese Energie immer und immer wieder aufzubringen.

      Antwort

  2. frauhilde
    Jan 28, 2013 @ 22:23:14

    Morgens um acht an einem Sonntag, das ist ganz, ganz fies!
    Ihr habt eine große Portion Mitleid verdient. Dabei soll man sonntags doch mindestens bis neun schlafen! 😉

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: