Günther Jauch, Sendung vom 03.02.

Bisher ist es uns gut gelungen uns von dem großen Aufschrei der letzten Woche fern zu halten. Nicht zu lesen, nicht selbst aufzuschreien, wegzugucken.

Es interessiert uns durchaus, allerdings sind wir den Diskussionen dazu nicht gewachsen. Wir regen uns zu sehr auf, können nur schwer Distanz schaffen.

In schlaflosen Nächten wie diesen, schaltet man durchs Fernsehprogramm, sucht nach irgendwas sinnvollem, was bei dem Angebot gar nicht so einfach ist.

Hängen geblieben sind wir dann bei der Wiederholung der Sendung von Günther Jauch zum Thema „In Gottes Namen- wie gnadenlos ist der Konzern Kirche und uns schlackern noch immer die Ohren.

Was Martin Lohmann so von sich gegeben hat, lässt uns aufschreien. Zeigt es doch mal wieder wie (aus unserer Sicht) verblendet und realtitäsfern so manch einer lebt.

Er würde also, sollte seine Tochter Opfer einer Vergewaltigung werden, erwarten, dass sie, sollte sie schwanger werden, das Kind austrägt und Mutter ist?!

Kirche ist immer für Leben, nie für den Tod!

Und das Barbara Steffens sich für die selbstbestimmte Entscheidung der betreffenden Frau einsetzt, somit also die Pille danach befürwortet, ist ja ach so erschreckend, sie ist ja schließlich von den Grünen. Da kann es doch nicht sein das sie nicht für das Leben entscheidet!

Nein, ich wünsche niemandem vergewaltigt und schwanger zu werden, um verstehen zu können, was das für die betreffende Person bedeutet und zwar nicht nur für sie, sondern auch für das Kind!

Was ich mir aber wünsche ist, dass Menschen wie Martin Lohmann nur einmal nachfühlen könnten/müssten und sei es nur für einen Tag! Ich würde mir wünschen, dass sie ihre Scheuklappen von den Augen nehmen und hinsehen! Das sie sehen, welches Leid diese Frauen durchleben, das sie nachfühlen und versuchen zu verstehen! Vor allem aber, dass sie aufhören an Vorstellungen festzuhalten, die absolut nicht zeitgemäß sind, das sie der Realität ins Auge sehen und ihre Wertvorstellungen überprüfen!

Macht es denn wirklich Sinn an einem eventuellen Leben festzuhalten, wenn am Ende zwei Leben, dass der Mutter und das des Kindes, daran zerbrechen? Macht es wirklich Sinn, darüber zu diskutieren, ob eine Frau das Recht haben darf, selbst zu entscheiden, ob sie in der Lage ist, ein Kind aus einer Vergewaltigung liebevoll aufwachsen zu lassen?

Welches Recht nimmt sich die Kirche heraus, so über das Leben einer Frau zu urteilen?

Mit welchem Recht glaubt sie bestimmen zu dürfen, dass diese beiden Lebewesen mit diesem Schicksal zu leben haben? Völlig egal, ob sie dazu in der Lage sind oder nicht?

Macht es denn wirklich Sinn, eine Frau dazu zu zwingen, Tag für Tag das Ergebnis ihrer Vergewaltigung vor Augen zu haben, wenn sie weiß, dass sie nicht in der Lage ist, dieses Schicksal zu tragen?!

Wir sind in unserem Leben ständig und immer mit seltsamen und fragwürdigen Glaubenssystemen erzogen worden, dennoch macht es uns sprachlos und hilflos zu sehen, welchen Raum solche Ansichten bekommen, welche Macht dahinter steht!

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8 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Orakel
    Feb 04, 2013 @ 09:55:50

    Kann dich da in deiner Ansicht nur unterstützen.
    Fanatismus, Scheuklappenmentalität und Dummheit sind genau das Gleiche.

    Antwort

  2. Ann
    Feb 04, 2013 @ 11:03:32

    Geht mir genauso. Ich bin damals genau aus diesem Grund aus der Kirche ausgetreten. Ich halte diese Einstellung für grundlgend falsch.

    Antwort

  3. frauhilde
    Feb 04, 2013 @ 11:31:01

    Das sehe ich genau so.
    Mit solchen Leuten ist nur leider nicht zu reden, zu festgefahren sind sie in ihrer verknöcherten Denkstruktur.

    Antwort

  4. stjaernljus
    Feb 04, 2013 @ 14:55:28

    Die Kirche war noch nie für Leben, die Kirche ist keine Religion sondern die Kirche ist ein mafiöser Verein unter dem Deckmantel einer so genannten Religion, es mag den ein oder anderen Pfarrer geben der nicht so ist aber das große und Ganze ist ****. Aber natürlich ein Kind ist ein Geschenk Gottes, so soll eine Frau also diese Vergewaltigung auch als Geschenk Gottes sehen? Ich kotz gleich. Ich hasse die Kirche mit ihrem ewigen Schuld und Buße und das Kreuz sichtlich auf dem Rücken schleppen. Wenn es so etwas wie Gott überhaupt gibt, dann findet man diesen in der Natur, in Tieren, hoch oben auf den Bergen aber sicherlich nicht in der Kirche.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Feb 04, 2013 @ 21:31:57

      Das mit der Kindergartenleiterin wurde dort ja auch diskutiert.
      Naja, man hält es ähnlich wie bei den ganzen Missbrauchsfällen. Man steckt die Täter in andere Einrichtungen, an andere Orte, wo keiner bescheid weiß und lässt sie dort wieder aufs Volk los.
      Uns war bisher der Skandal immer zu sehr auf die katholische Kirche versteift, eigene Erfahrungen haben gezeigt das es auch in der evangelischen Kirche missbrauch gibt.
      Es sind längst überfällige Diskussionen und wir sind gleichzeitig erleichtert, dass es nun endlich größere Wellen schlägt, dass es für alle immer schwieriger wird wegzuschauen.

      Antwort

  5. pandorasshowcase
    Feb 04, 2013 @ 18:22:13

    Ich finde auch die Aussage, dass Kirche immer für Leben und nicht für den Tod sei, etwas gewagt. Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverfolgung sind genauso Tradition in der katholischen Kirche wie das Billigen von Massenmorden durch politische Machthaber und prägen die Kirchengeschichte seit über einem Jahrtausend. In meinen Augen sind derartige Aussagen bigott und heuchlerisch und zeugen von nicht oder schlecht gemachten „Hausaufgaben“.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Feb 04, 2013 @ 21:36:27

      Leider hat keiner der Diskussionsbeteiligten diese Tatsachen auf den Tisch gelegt. Gibt so Momente in denen wir uns wünschen aus unserem Wohnzimmer durch den Fernseher rufen zu können und genau diese Argumente und Tatsachen einzubringen. Es hätte mich durchaus interessiert was der liebe Herr Lohmann dazu sagen würde.
      Diese Scheinheiligkeit kotzt uns an!

      Antwort

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