Asteroid fliegt einfach vorbei…

Blöder Asteroid blöder. Könnt er doch so freundlich sein, kurz bei uns einschlagen und wieder weiter fliegen. Aber nee ewig weit entfernt fliegt er ohne was zu sagen einfach vorbei. Blödmann! Wäre das doch so ein schönes und einfaches Ende. Aber ja, ich weiß, das Leben ist kein Wunschkonzert, bleibt also nur weiter drauf warten das vielleicht doch einfach mal nen Blitz einschlägt.
Nö ich bin nicht suizidal, so gar nicht!

Es ist einfach nur immer zu viel und so langsam ist dieses immer zuviel wirklich zuviel und wir sind zuviel, werden zuviel, alles zuviel!

Wir müssen umziehen, ausziehen, Wohnung suchen, halb neu starten. Nur halb weil wir nicht aus der Gegend weg wollen aber in eine andere Wohnung, allein mit dem Kind.

Wir schieben das seit Ewigkeiten vor uns her. Wir haben Angst. Das wird immer deutlicher. Bisher haben wir immer so getan als würde es uns kein Problem bereiten, tut es aber. Wird Zeit es zuzugeben.

Angst allein zu sein. Nicht weil wir nicht wissen, dass wir das können. Das wissen wir, haben wir schon durch. Wissen aber auch wieviel Halt und Sicherheit die Partnerin gegeben hat und wieviel geschafft wurde, weil man es für sie schaffen wollte, schaffen musste, weil sie immer wieder Mut macht und uns bestärkt.

Wir haben Angst keine Wohnung zu finden. Wer will uns den schon?  Rente, Insolvenz, Alleinerziehend. Nicht unbedingt das was Vermieter gern hätten.

Wieder Angst. Wenn wir keine Wohnung finden, wohin? Zurück, wo wir umgehend ein Zuhause hätten, Unterstützung hätten, bla was reden wir da? Unterstützung klar, aber sicher keine gute!!!

Und dann so Ideen, das man dem Vermieter anbietet ihm sexuelle Befriedigung zuzusichern. Eine Möglichkeit vielleicht doch eine Wohnung zu finden.
Damit können wir dienen, das haben wir gelernt und es ist eins der wenigen Dinge, die wir perfekt beherrschen.

Klar schaffen wir es eine Wohnung zu finden. Klar schaffen wir es wieder allein zu leben. Klar, alles kein Problem! Fragt man nur bitte nicht nach dem wie.

Nein nicht suizidal aber hart an der Grenze!

Vor der Tür stehen sie, warten.
Oben zitternd, ängstlich, klein.
Sie sollen weg, endlich verschwinden.
Ich kann nicht mehr eure Ware sein!
Kraft ist zuende, Widerstand nur noch gering.
Macht das Kämpfen denn überhaupt Sinn?

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12 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. leavariety
    Feb 15, 2013 @ 21:27:04

    Hmm, also zu der Wohnsituation kann ich nur sagen, dass man oft mitkriegt, dass Vermieter sogar bevorzugt Mieter mit Sozialleistungsbezügen nehmen. Hör das hier bei mir im Haus, „das Amt zahlt wenigstens pünktlich“. Ich weiß aber nicht, wie das mit einer Rente aussieht. Ich wünsch dir viel Mut und Erfolg.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Feb 15, 2013 @ 21:42:20

      Danke. Bei der Rente ist das anders. Klar ist wie nen festes Einkommen aber hat ja nix mit dem Amt zu tun und die zahlen ja auch nicht die Miete wie es sonst übers Amt möglich ist. Und es muss eine andere Gegend sein als jetzt. Hier tut es uns überhaupt nicht gut und wir möchten auf keinen Fall wieder in so einer Brennpunktecke landen. Geht gar nicht! Ach man, danke. Hoffentlich finden wir einen guten Weg.

      Antwort

      • leavariety
        Feb 15, 2013 @ 21:54:02

        Ach, das hatte ich vergessen: Dieser Vermieterspruch („…Amt zahlt pünktlich“) ist glaube ich nicht Klientelabhängig. Ich wohne in einer winzigen aber schicken Wohnung, keine Brennpunktsiedlung, und hier im Haus sind überwiegend Rentner und eben auch Sozialhilfeempfänger. Aber wie gesagt, hab schon oft von so einer Einstellung gehört. Ich wurde hier auch schräg angeguckt als ich einziehen wollte und noch ein FSJ gemacht habe….aber mit ein bisschen vorgespieltem aufbauschen der Finanzen und Überzeugungskraft hat man glaube ich ganz gute Chancen … das packst du schon!

  2. mariesophie
    Feb 17, 2013 @ 13:26:00

    Du schaffst das! Alles Neue kann ein Anfang bedeuten! Kopf hoch! LG

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Feb 17, 2013 @ 19:15:49

      Oh ja, wie recht du hast. Ja wir werden es schaffen, wir sind nicht mehr allein. Puh, wo ich das jetzt schreibe schreit es. Man darf sich nicht auf andere Menschen einlassen, darf niemanden an sich ran lassen, sich nicht abhängig machen. All das tun wir aber gerade. Wir versuchen zu lernen, versuchen zuzulassen das man uns nah kommt, das man für uns da ist, wir haben uns heut Nacht Hilfe geholt, ich glaube sonst hätten wir die Nacht nicht geschafft und man war da, wir mussten nicht allein aushalten. Es passiert hier gerade soooo viel. Wahnsinn!!!

      Antwort

      • mariesophie
        Feb 18, 2013 @ 13:00:27

        Sei gedrückt Steinchen. Ich weiß, wie der innere Machtkampf, überschattet von aufsaugender Hilflosigkeit, einen völlig überfordert. Spüre es selbst gerade in meiner Situation, der Unglaube an Gemögtsein – einfach so – lässt meinen Körper beinahe verschwinden, unerträglich diese Unsicherheit. Möchte vor einem popligen Anruf davon laufen, obwohl ich mir nichts sehnlicher wünsche, als ihre Stimme zu hören, mich angenommen zu fühlen. Diesen Zwiespalt, der einen völlig wegfleddert, den kann man niemanden wirklich erklären. LG

      • Mosaiksteinchen
        Feb 18, 2013 @ 16:05:33

        Danke!!! Neues ist nicht immer leicht und dennoch sind wir einfach nur dankbar für die Erfahrungen die wir gerade machen dürfen.

  3. Orakel
    Feb 17, 2013 @ 21:07:32

    Sich abhängig zu machen ist nie gut. Jemandem freiwillig zu vertrauen ist aber etwas anderes.
    Ihr seid doch ein Leben lang abhängig gehalten worden. Jetzt ist es erstmalig eure freie Wahl wem ihr soviel Macht über euch gebt, eure freie Wahl wem ihr Vertrauen entgegen bringt.

    Gut möglich das dieses Vertrauen eines Tages enttäuscht wird, diesmal war es aber nicht der Fall. Ein Restrisiko bleibt immer, denn Menschen sind fehlbar. Ihr allein bestimmt wie groß das Risiko ist das ihr eingehen wollt. Ihr werdet lernen mit jedem Mal besser zu erkennen wann es sich lohnt.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Feb 18, 2013 @ 16:03:01

      Manchmal entwickelt sich automatisch eine Abhängigkeit, wenn man zulässt, dass verschiedenste Innenpersonen eine Freundschaft zu einer Außenperson aufbauen. Und es entstehen Abhängigkeiten, wenn man feststellt das man sie braucht, weil auch Bedürfnisse erfüllt werden, Übertragungen Abhängigkeiten schafft. Bin mir nicht sicher ob verständlich ist was wir schreiben, sind ziemlich neben der Spur und es ist schwer anständig zu formulieren. Also zur Not nochmal nachfragen 😉

      Antwort

  4. Sten Dunkan
    Feb 18, 2013 @ 19:46:00

    Ganz ehrlich:
    das klingt für mich nicht gerade gesund.
    Doch wenn es für euch funktioniert, wenn ihr Menschen findet denen ihr so weit vertrauen könnt, ist egal wie „normal“ das für mich sein mag. Wer bin ich denn zu beurteilen was daran falsch ist? Für MICH wäre es nicht richtig, aber ich bin nicht du.
    Wenn ihr Menschen findet die mit dieser Abhängigkeit achtsam sind, werdet ihr in den besten Händen sein die ihr euch wünschen könnt. Mehr Sicherheit gibt es nicht.

    Hier kann ich nur wiederholen was ich oben schon schrieb: ihr allein bestimmt wie groß das Risiko ist das ihr eingehen wollt.
    Die Dinge sind einfach so wie sie sind. Erst der Umgang der Menschen macht sie zu etwas Gutem oder Schlechten.
    Abhängigkeit muss nicht schlecht sein, erst wenn sie missbraucht wird oder ungesund wird. Wenn ihr einen Umgang findet der euch zuträglich ist, sehe ich auch kein Problem.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Feb 19, 2013 @ 23:29:55

      Okay, es scheint als hätten wir nicht rüberbringen können, was wir gemeint haben. Vielleicht auch zu verwirrt sind, weiß es nicht genau.
      Wir erleben das was wir gerade meinen nicht als negativ. Wir haben auch nicht das Gefühl, das diese Abhängigkeit in dem Sinne wie wir sie meinen, für uns schädlich ist oder nicht gut tun könnte. Derzeit tut sie uns sehr gut und hält ein Stück weit im Leben, gibt Kraft und hilft.
      Selbst wenn unser Vertrauen enttäuscht werden sollte, wovon wir einfach nicht ausgehen möchten im Moment, wird das Positive was wir bis dahin erleben durften, bleiben. Was nicht ausschließt, dass es gleichzeitig weh tun würde, schwer zu überwinden wäre und so weiter. Aber dieses Risiko geht man ein, wenn man Beziehungen, in welcher Form auch immer, eingeht Man muss damit rechnen enttäuscht oder verletzt zu werden, denn das ist etwas normales aber das soll uns nicht davon abhalten, es dennoch zuzulassen und zu versuchen.
      Natürlich ist das schwer für uns. Zum einen dieses Vertrauen überhaupt zuzulassen, zu investieren, zu glauben, zu hoffen aber gleichzeitig ist uns bewusst, was uns dadurch geschenkt werden kann. Das ist es uns wert!

      Antwort

  5. Orakel
    Feb 20, 2013 @ 08:35:20

    Wir haben wohl etwas unterschiedliche Vorstellungen was Abhängigkeit betrifft. Für die meisten Menschen hat Abhängigkeit etwas negatives, andererseits sind soziale Verflechtungen genau genommen nichts anderes.
    Zumindest im Ergebnis sind wir uns offensichtlich einig: Wenn es gut tut und funktioniert dann ist es ok. Und was Vertrauen und Beziehungen angeht haben wir auch die gleiche Einstellung. So gesehen ist eure Art eine Beziehung zu führen einfach anders als meine. Aber das ist keine Wertung.

    Wenn man es von einer ganz anderen Warte aus betrachtet: durch die absichtliche wirtschaftliche Abhängigkeit der EU Staaten untereinander, haben wir seit fast 70 Jahren Frieden in Europa.
    Also alles nur eine Frage des Standpunkts 🙂

    Es scheint das bei euch gerade ein Wandel vor sich geht, ausgelöst durch die Erfahrungen die ihr gerade macht. Gewissermaßen die erste Belohnung für euren Sprung ins kalte Wasser.
    Das habt ihr euch verdient. Das habt ihr euch die letzten Wochen hart erarbeitet.
    Vielleicht könnt ihr es euch erlauben deshalb ein wenig stolz zu sein. Ich bin sicher, eure Freunde sind stolz auf euch.

    Antwort

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