Kein Ende in Sicht *trigger*

Es wird um Selbstverletzung gehen und kann triggern. Deshalb eine kurze Warnung an alle und die Bitte, auf sich zu achten beim Lesen.

Wir sind wirklich frustriert. Der Drang und Druck uns schneiden zu müssen wird nicht weniger, nicht erträglicher, nicht wegwischbar. Im Gegenteil, es potenziert sich immer mehr. Unser Widerstand wird immer geringer und inzwischen fragen wir uns ob wir es nicht einfach zulassen sollen. Vielleicht haben wir noch die Chance es im Rahmen zu halten, kontrolliert zu schneiden sozusagen. Wir haben sorge das es uns nicht mehr möglich ist, wenn der Druck noch weiter in die Höhe steigt und derzeit sieht es danach absolut aus.

Uns fehlt der Punkt an dem wir ansetzen könnten, die Idee woher dieser enorme Drang kommt, von wem er ausgeht und vor allem warum? Was ist los, dass es so schlimm ist?

Sechs Jahre lang haben wir geschafft. Nicht ohne Selbstverletzung aber es gibt Alternativen, die keine sichtbaren Narben hinterlassen. Diese Alternativen haben in den letzten Jahren ausgereicht. Gut, ganz ohne haben wir es die sechs Jahre nicht geschafft aber es waren Ausnahmen, wenige Ausnahmen, man wird sie wahrscheinlich an einer Hand abzählen können und diese Ausnahmen ließen sich reparieren ohne genäht werden zu müssen, es ging alles mit kleben und Stripes und es waren wirkliche Ausnahmesituationen in denen wir bewusst uns für das Schneiden entschieden haben, es war besser als das Leben ganz zu beenden und somit in den Momenten die einzig uns mögliche Alternative. Sozusagen Versuche, das sich selbst Umbringen, erstmal mit „verdientem“ Schmerz zu überbrücken. Dafür reichten kleinere Verletzungen um wieder auf den Boden zu kommen.

Diesmal fühlt es sich anders an und das macht uns Angst. Man will nicht ein bisschen ritzen, man will tief schneiden, man will es richtig blutig haben, will nicht aufhören müssen sondern immer immer weiter machen bis es irgendwann vorbei ist oder man keine Kraft mehr hat um weiter zu schneiden. Es reichen nicht drei vier oberflächliche kleine Schnittwunden.

Über den Tag hinweg haben wir uns sozusagen wieder bebabysitten lassen, waren nicht alleine, haben versucht uns abzulenken aber das alles war nur ein aufschieben, es hat nichts verändert. Der Druck ist nicht weniger geworden, wie wir gehofft haben, schlauer geworden sind wir auch nicht und das Ergebnis ist, dass wir nun hier sitzen, nach jedem Strohhalm angeln der uns möglich scheint und versuchen aufzuschieben, darauf zu hoffen, dass es aufhört, dass es nicht sein muss, dass wir es schaffen. Aber es wird nicht leichter, es wird nicht besser, es wird schwieriger. Von Minute zu Minute steigt der Drang und ich hätte schon vor Stunden, hätte ich den Druck mit einer Skala von 1-10 benennen müssen, eine 10 angegeben. Weil schon da das Gefühl war gar nicht mehr anders zu können.

Wir versuchen ins Hirn zu hämmern, dass wir uns jetzt nicht verletzen dürfen. Begründen es damit, dass der Kleine schläft und wir nicht in die Chirurgie fahren können zum Nähen. Oder damit, dass er die Verletzungen nicht sehen darf oder damit, dass man nicht die Bemühungen die andere in uns stecken enttäuschen darf. Auch damit, das es nicht sein muss, weil es nichts besser macht. Wir wissen das es das nicht macht. Wir wissen auch das es wieder andere Probleme mit sich bringt, Ärger den man nicht haben möchte, Diskussionen für die man gar keine Kraft hat.

Auch das hilft nicht. Es hilft einfach nichts! Und es macht uns wahnsinnig, nicht in der Lage zu sein, diesen Zustand zu beenden, nicht stark genug es einfach zu lassen oder was auch immer. Diese scheiß Unfähigkeit mit unserm Leben klar zu kommen!

Es macht nichts besser aber es nimmt diesen enormen Druck der nicht mehr erträglich, nicht mehr auszuhalten ist. Wir sehnen uns nach der Erleichterung, von der wir wissen das sie eintritt, sobald das erste Blut fließt!

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13 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. stjaernljus
    Feb 17, 2013 @ 01:29:40

    Liebe mosaiksteinchen

    Es tut mir so leid zu lesen wie es euch geht .
    Könnte euch vielleicht notfallmedikation helfen? Uns hilft manchmal tavor das zu überstehen..

    Antwort

  2. seelenlabyrinth
    Feb 17, 2013 @ 08:41:09

    Liebe Mosaiksteinchen, ich hoffe sehr, dass Ihr die Nacht mit Hilfe einigermaßen überstanden habt. Vielleicht wäre es gut, über einen Krankenhausaufenthalt nachzudenken. Redet doch mal mit der Person darüber, die heute Nacht bei Euch war, welche Möglichkeiten diese Person sieht. Ich denke an Euch und wünsche Euch, dass es einen Weg gibt, aus diesem schlimmen Gefühlsgemenge heraus.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Feb 17, 2013 @ 10:55:02

      Danke für deine Gedanken und deine Hilfe!!! Ja wir werden auf jeden Fall gucken und vor allem auch planen. In diesem Zustand allein zu sein ist keine gute Idee. Wir sind so froh das geholfen wurde!

      Antwort

  3. jerryfaber
    Feb 17, 2013 @ 10:58:26

    Nach meiner Erfahrung hat SVV oft etwas mit Beziehung, bzw. Nicht- Beziehung zu tun!? Alles Gute.

    Antwort

  4. seelenlabyrinth
    Feb 17, 2013 @ 11:01:53

    Hallo, ich bin froh, dass Ihr die Nacht geschafft habt, wie Ihr oben schreibt. Ja bitte trefft Vorkehrungen – sprecht mit den Menschen, die Euer Helfernetz sind. Ich wünsche Euch so sehr, dass es zu so Situationen wie heute Nacht nicht mehr kommt. Aber mit entsprechender Vorbereitung schafft Ihr dies. Ihr seid stark. Viel stärker als Ihr selbst vielleicht wahrnehmt. Ich bin in Gedanken bei Euch.

    Antwort

  5. stjaernljus
    Feb 17, 2013 @ 19:13:15

    Keinen Plan obs euch gefällt aba ich hörs manchmal wenns nich so gut geht

    Antwort

  6. stjaernljus
    Feb 17, 2013 @ 19:18:56

    woahh hab grad gesehen da isn volles triggerbild in dem video, sorry, sorry, sorry, nur anhörn nich anschauen 😦

    Antwort

  7. Orakel
    Feb 18, 2013 @ 09:24:29

    Es braucht eine Menge Mut und Kraft um sich dem eigenen inneren Druck zu widersetzen. Jeder Tag den ihr durchhaltet ist ein Sieg. Jede Sekunde ein Beweis eures Willens. Die Tatsache das ihr kämpft rechtfertigt das Vertrauen eures Umfeldes in euch. Schon alleine deswegen werdet ihr niemanden enttäuschen.

    Respekt!

    Antwort

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