Aus der Isolation auftauchen

Seit einigen Tagen herrscht hier totale Funkstille. Mehrfach haben wir versucht zu schreiben, selbst oberflächliche Beiträge sind nicht möglich gewesen. Normalerweise wäre es nicht schlimm, ein paar Tage nichts schreiben ist kein Weltuntergang. Nur ist es doch so, dass wir soviel zu sagen/schreiben haben.

Wie so oft ist es schier unmöglich im Kontakt mit der Welt zu bleiben, dabei ist es genau die, die wir brauchen um uns zu retten. Wir benötigen Kontakt zu Menschen die uns oder denen wir wichtig sind. Menschen, die uns das Gefühl geben, nicht allein sein zu müssen. Vielleicht auch ein wenig von diesem Gefühl, es schaffen zu können. Dieses hat uns (mal wieder) verlassen und nur Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Sprachlosigkeit und Aggression zurück gelassen. Wenn ich auf unser Tattoo schau, kann ich nur müde lächeln und mir die Frage stellen, was ist, wenn die Hoffnung versiegt. Was ist, wenn sie nicht aufrecht erhalten werden kann?

Hoffnung auf Änderung ist doch das was uns immer wieder hat aufstehen lassen. Hoffnung ist das Einzige, was das Leben aufrecht erhält, wenn alles im Argen liegt. Hoffnung hält am Leben. Bei physisch lebensbedrohlichen Krankheiten ist es häufig so, dass die Betroffenen erstmal kämpfen. Solange bis sie spüren, dass jeglicher Kampf keine Aussicht auf Erfolg hat, solange bis sie greifen können, dass der Tod unausweichlich ist. Und häufig ist es dann so, dass der Betroffene innerhalb kürzester Zeit, nachdem die Hoffnung aufgegeben wurde, enorm abbaut und stirbt. Die Bezeichnung „häufig“ in diesem Zusammenhang gibt unsere Erfahrung mit der Thematik wieder und ist vielleicht nicht allgemein gültig. Okay egal, ich schwenk zu sehr aus. Was ich sagen wollte war einfach, dass ohne Hoffnung kein Leben besteht, dass eine sozusagen mit dem anderen Hand in Hand geht.

Gut, bei unserer psychischen Vollmeise haben wir den „Vorteil“, dass unser Leben sich nicht einfach von allein beendet, sondern es unser oder auch das Zutun eines anderen Menschen erfordert. Blöd, dem hängt so eine Schuld an. Bringen wir uns um, gibt es Menschen die ins Bodenlose fallen würden, vielleicht sogar daran zerbrechen würden. Bringen wir uns um, haben wir wahrscheinlich einfach nicht hart genug gekämpft.

Aber was ist schon hart genug? Wer kann beurteilen, ob wir nicht schon längst an unserer Grenze sind oder schon drüber, ob es überhaupt noch Hoffnung gibt? Oder ob wir nur meinen an unsere Grenzen zu stoßen, uns dabei aber völlig unterschätzen und noch genug Kraft für dieses Leben da ist. Nicht einmal wir selbst können es realistisch einschätzen.

Wie oft haben wir gerade in der letzten Zeit gedacht, es würde nicht eine Stunde länger gehen, nicht einmal eine Halbe? Einige Male haben wir es geschafft uns Hilfe zu holen, manch andere Male nicht, dennoch sind wir noch da. Ob wir noch wären, hätten wir die Hilfe nicht bekommen, kann keiner beurteilen. Hätten wir es vielleicht auch ohne geschafft, haben wir zu schnell, zu früh, rücksichtslos oder auch ohne Grund auf diese Hilfen zurückgegriffen? Auch das können wir nicht beantworten. Uns entgleitet es immer mehr, realistisch einschätzen zu können und vor lauter Verzweiflung und Angst, zu lapidar mit der Situation umzugehen, wollen wir um Hilfe schreien. Aber wir lassen es lieber, wahrscheinlich ist es übertrieben und wir schaffen es am Ende auch allein durchzuhalten oder sollten das zumindest.

Rückschläge sind hart!

Und wie zu häufig haben wir nichts positives zu berichten. Das macht es nicht leichter zu schreiben, möchte man doch nicht immer wieder die gleichen Probleme auftischen, immer wieder die Verzweiflung durchblicken lassen und vor allem aber auch niemanden langweilen 😉

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