Von allem ein bisschen…

Heut war ein ähnlich fieser Tag wie gestern, nur irgendwie anders…

Geschlafen haben wir, wenn überhaupt, eine Stunde. Dementsprechend waren wir heut früh nicht sonderlich fit und so richtig gute Laune wollte auch nicht aufkommen. Irgendwie hing uns der gestrige Tag dann doch noch im Nacken. Die Gedanken an den Bruder, ja auch irgendwie die Vorwürfe sich bei ihm gemeldet zu haben, wenn auch nur per Facebook aber gemeldet ist gemeldet. Und irgendwie, eigentlich wollen wir das ja gar nicht mehr und uneigentlich, ja uneingentlich wollen wir wohl, uneigentlich können wir uns ein Leben ohne ihn (auch wenn es das seit Jahren ja bereits ist), nicht richtig vorstellen.

Außerdem brachte der gestrige Tag die Erinnerungen ins rollen. Es fällt uns schwer nicht einfach wieder die Augen zu verschließen, nen bisschen abzuspalten und fröhlich weiter zu machen. Die letzten Jahre sind wir damit immer so verfahren. Diesmal gehen wir anders daran. Wir fangen an und trauen uns genauer hinzugucken, tatsächlich auch ein kleines bisschen von dem zu fühlen was da hoch kommt. Gut, wohl wirklich nur ein kleines bisschen und es ist auch okay es immer wieder beiseite zu räumen aber es sind Ansätze.

Das sind ganz neue Erfahrungen für uns, ich bin gespannt wie und ob das weiter funktioniert. Gut ist gerade zu spüren das es uns nicht komplett überrollt. Eine unserer Ängste ist ja, dass wir, wenn wir zulassen zu fühlen, so megamäßig erschlagen werden, dass wir nie wieder aufstehen. Auch wenn es nur minimalezwergenhäppchen sind, irgendwie sind wir ein bisschen stolz das wir nicht wegrennen. Zum ersten Mal steht ein bisschen gefühlsmäßiges Annehmen an und nicht nur ein irgendwie wissen und wieder abspalten. Ob das langfristig funktioniert oder einfach nur mal kurz, ist grad total irrelevant, wir sind froh zu spüren, dass es überhaupt geht. Selbst wenn es morgen schon wieder vorbei sein sollte, so können wir das dennoch als Fortschritt verbuchen. Und damit wir nicht vergessen, dass es da ein Fortschritt gibt, wird es hier festgehalten.

Das wir uns das trauen wird wahrscheinlich darauf zurück zu führen sein, dass wir tatsächlich das Gefühl haben ein helfendes Netz zu haben. Oh man, letztes Jahr um diese Zeit hätten wir uns nicht mal getraut auch nur davon zu träumen.

Nee keine Sorge, dass heißt überhaupt nicht das wir es nicht anzweifeln würden, das wäre ja gelacht 😉

Aber dennoch, das Gefühl das es echt ist und da ist scheint den Zweifeln derzeit überlegen. Ein angenehmes und beruhigendes Gefühl.

Wir wissen gerade überhaupt gar nicht woher es kommt aber derzeit schwappt wieder so eine Welle von Mut und Hoffnung auf, dass wir tatsächlich ein bisschen glauben, es vielleicht doch schaffen zu können. Nee, wir forschen jetzt nicht nach woher das kommt, wir nehmen es einfach mal hin, ohne hinterfragen und wieder in den Boden stampfen. Vielleicht können wir das ja noch ein bisschen erhalten…

Dann hatten wir heute wieder einen Termin bei unserer Psychiaterin. Wir sind im Kontakt mit ihr immer total verunsichert. Liegt wohl daran, dass wir das Gefühl haben von ihr nicht unbedingt ernst genommen zu werden. Nun war es der erste Termin nach dem Chaos im letzten Jahr und natürlich fragte sie nach, wie die Zeit den nun verlaufen ist. Sie hatte sich erkundigt und wusste das wir da dann doch nicht in die Psychiatrie gegangen sind. Wie erwartet hat sie das Ganze dann ein wenig belächelt und uns als ein wenig hysterisch abgestempelt und unsere Therapeutin irgendwie gleich mit. Egal, wie gesagt, wir haben es nicht anders erwartet. Naja, netterweise füllte sie dann direkt unseren Rehaantrag aus und nachdem wir sie mehrfach drauf hingewiesen haben, was wichtig ist und drinstehen sollte, hat sie es dann auch reingeschrieben.

Nun müssen wir „nur“ noch unseren Teil ausfüllen, den Antrag abgeben und hoffen, dass die Reha so wie gewünscht genehmigt wird.

Für morgen haben wir uns vorgenommen Papierkram zu erledigen. *grusel*

Dinge die uns furchtbar schwer fallen, gemacht werden müssen sie aber irgendwie trotzdem. Wir haben echt alles probiert, liegen lassen, ignorieren, verbrennen, wegschmeißen, zerreißen, zerknüllen, magisch beschwören, … nix hat geholfen, es will immer noch erledigt werden. Also werden wir uns da morgen dran setzten und zumindest die wichtigsten Dinge fertig machen. Und vielleicht schaffen wir es dann ja auch noch sie zur Post zu bringen?

Der Nachmittag heut war anstrengend, hinfühlen, annehmen, gar nicht so easy. Dann auch einen Termin nicht geschafft wahrzunehmen. Einfach zu durch gewesen um die Wohnung verlassen zu können. In so einem Zustand kommt man dann eh nicht dort an wo man hin wollte und wenn doch, dann mit ner Stunde oder mehr Verspätung. Da hatten wir heut nicht so den Nerv zu und habens dann einfach gelassen. Was hättes auch für einen Sinn, wenn mans definitiv nich pünktlich hingeschafft hät und nich da gewesen wär bevors eh vorbei gewesen wär.

Entschuldigt unsere Sprunghaftigkeit, sortierter funktioniert es gerade nicht.

In den nächsten Tagen steht ein Telefonat mit dem Vater unseres Zwerges an. So wirklich mögen wir nicht, haben auch Angst davor, dass es wieder schief läuft. Aber querstellen wollen wir uns auch nicht. Und derzeit kann man ja vielleicht auch darauf hoffen das es funktioniert. Was uns ärgert ist, dass wir uns wieder auf etwas einlassen, was wir eigentlich nicht mehr wollten. Nichts schlimmes, dennoch ärgert es uns. Und uns ärgert auch das er es wieder so eingefädelt hat, dass wir im Grunde keine Wahl haben. Wir wünschen uns für unseren Zwerg das es da wieder eine Annährung geben kann und wollen dem auch nicht im Weg stehen, also Augen zu und durch!

Und bevor wir jetzt noch mehr Themen in diesen Artikel quetschen hören wir für heute einfach mal auf. Dann haben wir morgen auch noch was zu erzählen 😉

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