Eisige Kälte -sie erinnert sich-

Eine Erinnerung die triggern kann. Deshalb bitte nur lesen, wenn ihr euch stabil fühlt.

Sie liegt in ihrem Bett. Eisige Kälte lässt ihren Körper zittern. Sie rollt sich unter der Bettdecke zusammen, sehnt sich nach Schlaf um die Kälte nicht mehr zu spüren. Sie könnte aufstehen, sie ist alt genug, fast 30 Jahre und dennoch liegt sie da. Mit unsichtbaren Ketten ans Bett gefesselt, unfähig ein Bein aus dem Bett zu stellen.

Sie erinnert sich

Ein kleines Mädchen, damals gerade drei Jahre alt, liegt zitternt und leise wimmernt in ihrem Bett im Kinderzimmer. Unter ihr, die Matratze nass und kalt. Sie muss ins Bett gemacht haben, kann sich daran aber gar nicht erinnern. Sie weiß noch das sie eben noch ganz schlimme Bauchschmerzen gehabt hat, Mama hatte ihr verboten auf die Toilette zu gehen. Den ganzen Tag lang hat sie das nicht gedurft. Sie soll endlich lernen ihren Körper zu kontrollieren! Auf die Toilette darf man nur nach Erlaubnis, fragen darf man aber auch nicht, das ist gefährlich.

Sie sitzt da, ihr ist kalt. Kleidung darf sie nicht tragen. Nur ein dünner Bettbezug schützt sie ein bisschen vor der eisigen Kälte.

Sie wartet.

Jeden Moment werden die Schritte auf der Treppe zu hören sein. Die Mutter wird kommen und schauen ob sie brav ist. Sie legt sich auf die nasse Matratze, versucht zu verdecken was ihr passiert ist und wartet.

Die Schritte, sie hört die Mama die Treppe hinauf gehen. Man erkennt am Geräusch der knarrenden Holzstufen, das sie es ist. Sie kommt ans Bett des Mädchens, nuschelt unverständlich vor sich hin. Plötzlich schreit sie los, ob das kleine dreckige Luder nicht hören kann, es sollte sich in die Ecke stellen mit dem Gesicht zur Wand gekehrt.
Sie geht raus und brüllt R., der unten im Haus ist zu, dass das kleine dreckige Luder mal wieder vor Angst ins Bett gepinkelt hat und noch immer nicht begriffen hat, das nicht sie entscheiden darf, wann sie ihre Blase entleert.

Er kommt die Treppen rauf, viel schneller als die Mama. Wahrscheinlich nimmt er immer zwei Stufen auf einmal. Mama verschwindet und überlässt das Mädchen R.

Er packt sie von hinten an den Haaren, sie schreit auf als er sie hinter sich herschleift, runter und raus in seine „Werkstatt“.

Sie verschwindet, kann den Schmerz nicht aushalten.

Stunden später. Er hat sie fest am Arm gepackt und zerrt sie hinter sich her, durch den kalten Schnee, nackt und zitternd. Sie kann nicht richtig laufen, spürt ihre Beine nicht. Es stört ihn nicht. Wie einen Sack zerrt er sie weiter in den Pferdestall, die Leiter rauf auf den Dachboden und wirft sie dort ins Stroh. Er verschließt die Luke und geht.

Jetzt hat sie ihre Ruhe. Es ist Winter, der Wind weht und es schneit. Sie friert, verkriecht sich unterm Stroh. Es pickst und juckt. Es brennt wenn es in die offenen Stellen am Rücken pickt.

Es ist besser als erfrieren und hier wird man sie erstmal vergessen.

Sie versinkt in ihrem Innern und wünscht sich dort bleiben zu dürfen, für immer!

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3 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. diepaulines
    Mrz 11, 2013 @ 15:29:23

    ich wünsche euch heute wärme… trotz schnee und kälte.. irgendwas warmes, innerlich, äußerlich, was herzerwärmendes und liebes…

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Mrz 11, 2013 @ 15:35:30

      Vielen Dank! Bisher sind wir die Kälte heut nicht losgeworden. Real liegt zum Glück kein Schnee und es ist nur kalt.
      Später, sobald heut Abend Zeit ist, werden wir uns warm verkriechen. Wärmflasche, Decken und Kuscheltiere werden dann hoffentlich ihren Zweck erfüllen.
      Wir wünschen euch einen warmen und schönen Resttag.

      Antwort

  2. mariesophie
    Mrz 11, 2013 @ 19:11:22

    Auch ich schicke dir Herzenswärme! Kälte….um uns, in uns …Ursprungsform unseres Daseins – scheinbar. Wir sind die, mit den zu vielen warmen Sachen im Schrank; die, die mehrere Heizkissen besitzen; die, die am liebsten jeden Tag des Jahres eine Kuscheldecke bei sich tragen; die, die ihr Leben lang nach einer bestimmten Wärme zu suchen, auserkoren sind! Leider! Sei umarmt Steinchen!

    Antwort

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