Erinnerungsfake

Mir ist etwas aufgefallen, ich mein das wäre es schon öfter (ich verliere das Wissen nur immer wieder), was nicht unbedingt dazu beiträgt, dass ich mir selbst und meiner Wahrnehmung auch nur in Ansätzen trauen könnte.

Ich versuche mal zu erklären.
An der ein oder anderen Stelle steht über Multiple geschrieben, dass es Personen im System geben kann (manchmal auch sicher alle), die eine Amnesie für die Amnesie haben. Bedeutet also, ist eine andere Person im Körper bekommt man nicht mit was passiert und merkt aber auch wenn man wieder die Kontrolle hat nicht, dass einem davor Zeit fehlt. Es ist nicht zugänglich und wird genauso nicht wahrgenommen, wie das was die andere Person in der Zeit gemacht/gesagt hat.

Ich gebe ja nur ungerne zu Dinge nicht mitbekommen zu haben. Nicht nur anderen Gegenüber sondern auch oder vor allem mir selbst gegenüber. Es ist für mich nach wie vor ein schwierig auszuhaltendes Gefühl. Ständig von der Angst begleitet, irgendwas schlimmes, fremdartiges, peinliches, unangenehmes, unangebrachtes könnte passiert sein.

Meistens (zumindest gehe ich davon aus) bekomme ich es mit, wenn ein Wechsel stattgefunden hat, mir Zeit fehlt, ich keine Ahnung von der Situation habe in der ich gerade gelandet bin. Manchmal, so scheint es, dann aber auch nicht. Vielleicht liegt es daran, zu welchen Systemteilen oder Anteilen gewechselt wurde, vielleicht aber auch nicht.

Dann gibt es da aber noch etwas anderes und das verunsichert mich sehr (mal wieder, denn jetzt wo ich mich daran erinnere, erinnere ich mich auch das ich es schon mal wusste). Weil es mir nicht nur etwas nimmt von dem ich einfach nicht weiß das es da war, sondern weil es Verändert.

Das gestaltet sich dann so, dass ich fest davon überzeugt bin etwas erlebt oder getan zu haben und auch meine mich daran zu erinnern. Vermutlich fällt es mir in den meisten Zusammenhängen gar nicht auf, in Beziehungen zu anderen Menschen, erfährt man dann aber die Widersprüchlichkeit der Erinnerung und dem tatsächlich gewesenen.

Jetzt wollte ich ein Beispiel anbringen und mir fällt auf, das ich den Bezug schon wieder verloren habe. Keine greifbaren Beispiele mehr da sind und mein Wissen sich in neblige, schwabbelige, undurchsichtige, klebrige Masse auflöst.

Also, um das Thema aber nicht wieder ganz zu vergessen, versuch ich es dennoch, dann halt ohne Beispiel, zu erklären.

Erinnerungen, die am Ende keine sind, weil sie ungefüllt sind, falsch sind, ein Tarnerinnerung die die Realität verschleiern soll.

Ich bin gerade (ich glaub auch das nicht zum ersten Mal) überrascht davon was passiert, sobald ich versuche das Thema aufzugreifen.

Mir entgleitet jeglicher Bezug, ich verstehe selber nicht mehr was ich sagen möchte oder worum es überhaupt geht. Ich lese die Worte die ich eben noch geschrieben habe und frage mich worauf ich denn nun hinauswollte. Und irgendwo ganz hinten spüre ich, wie es verschwindet, wie es mir entzogen wird, abgesaugt als würde man es mit einem Staubsauger entfernen wollen.

Das nimmt mir gerade die Möglichkeit diesen Artikel dahin zu bringen, wo er eigentlich hingehen sollte (wohin sollte er denn gehen?), es verlieren sich die Worte mit denen ich erklären könnte was ich noch weiß. So als würde ich keine Worte mehr kennen, sie sind da und haben keine Bedeutung mehr und verlieren den Inhalt, genauso wie ich meinen gerade verliere.

Es ist mir gerade nicht mehr möglich dieses Thema weiterzuführen und dennoch werde ich es so stehen lassen. Wenn ich mich das nächste Mal erinnere, wird es dann einen zweiten Teil geben.

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3 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. seelenlabyrinth
    Mrz 13, 2013 @ 12:18:41

    Verstehe ich das richtig? Man hat eine Erinnerung (ähnlich Matrix), die nur da ist, um zu verdecken, dass man eine Erinnerungslücke hat, damit nicht auffällt, dass man diese hat? Sprich es läuft etwas ab, von dem man definitiv nicht wissen soll, dass es passiert und damit man erst gar nicht auf die Idee kommt, dass etwas komisch sein könnte, bekommt man eine Erinnerung „eingeplanzt“ „präsentiert“. Nur das diese Erinnerung zu oberflächlich ist und daher nicht das gleich ist, wie eine echte Erinnerung?

    Wow – sehr komplex. Finde es gut, dass Ihr es hier aufschreibt und bei Bedarf vertieft. Denn das klingt definitiv nicht nach Zufall…

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Mrz 13, 2013 @ 18:23:04

      Ich glaube so ähnlich. Es sind keine wirklichen Zeitlücken, es ist anders. Ich bin da in der Situation, erlebe das und danach verschwindet der Inhalt ohne das es mir bewusst wird und wird durch anderen „wirklichen“ Erinnerungen ersetzt. Normalerweise fällt das nicht auf, also auch mir nicht. Nur wenn man nochmal rückblickend auf irgendwas blickt und eine andere Rückmeldung erhält oder mir auffällt, das die Erinnerung keine richtige, sondern nur ein inhaltsloses irgendwas.

      Puh, ist das irgendwie verständlich?

      Antwort

  2. Orakel
    Mrz 14, 2013 @ 08:52:41

    Unverständlich klingt das nicht. Und es ist kein multispezifisches Phänomen. Weniges ist so unzuverlässig wie das menschliche Gedächtnis. Ein dissoziativer Verstand scheint auf den ersten Blick noch ungenauer zu sein. Ich denke aber das aufgrund der Aufspaltung der Erinnerungen eine präzisere Konservierung statt findet. Das Abrufen ist wohl eher das Problem.
    Ob ein Erinnerungsfake deinem eigenen Verarbeitungsmenchanismus entspringt, oder ob es sich um eine beabsichtigte Manipulation handelt, ist nicht so wichtig. Entscheidend ist das du diese Fakes erkennen kannst.
    Es ist wesentlich das du deiner Wahrnehmung vertrauen kannst.

    Antwort

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