Kontakt – Abbruch – Programme

Ein Abbruch steht kurz bevor oder anders formuliert, wir schaffen es nicht. Wir schaffen es nicht Kontakte zu halten. Vor allem Kontakte zu Helferpersonen.

Sobald jemand zu hilfreich wird, zuviel da ist, zuviel erfährt, zuviel tatsächlich unterstützt, landet sein Name automatisch auf der roten Liste, der zu entfernenden Personen.

Es ist schwer darüber zu schreiben, gefährlich mitzuteilen zumal uns eh bereits alles um die Ohren fliegt. Aber es ist ein Auflehnen, ein Versuch all dem entgegen zu wirken. Wir wollen SIE nicht gewinnen lassen, uns nicht von ihnen kontrollieren und steuern lassen.

Erpressungen und Drohungen haben gewirkt, es hat einige „Rückschritte“ gegeben in den vergangenen Wochen. Daraus ergeben sich weitere Probleme.

Gerade die Beziehungen zu Helfern, Vertrauten, Freunden, Therapeutin sind so wichtig für uns. Sie sind das was uns einen Anker in der „normalen“ Welt bietet, das woran wir uns festhalten können, wenn unsere Welt nur noch dunkel und ohne leben ist, wenn bei uns nur noch Verzweiflung, Angst und Hilflosigkeit walten.

Genau deshalb sind sie unseren Tätern/der RiGaG ein Dorn im Auge. Ohne diese Beziehungen, ohne den Halt in der „normalen“ Welt, ohne den Glauben daran das es ein anderes Leben gibt, ohne die Hoffnung auf Änderung/Besserung, ohne all das funktionieren wir doch so viel besser!

Wir verschleißen einen Helfer nach dem nächsten, einen Freund nach dem anderen, weil wir nicht in der Lage sind, diese Beziehungen aufrecht zu erhalten.

Eine Freundin hat uns vor zwei Jahren an wichtigen RiGaG-Feiertagen geschützt, war bei uns, war da und hat geholfen selbst da zu bleiben. Danach bzw. seit dem können wir kaum noch mit ihr sprechen. Manchmal gehen zwischendurch Kleinigkeiten, manchmal nicht einmal oberflächliches Geplenkel weil keine Kommunikation erlaubt ist.

Ende vergangenen Jahres hat wieder eine Freundin viel Zeit bei und mit uns verbracht, hat geholfen eine sehr schwere Entscheidung durchzustehen, geholfen den Glauben nicht zu verlieren. Seit dem kann auch zu ihr kein Kontakt mehr gehalten werden, nicht mehr gesprochen werden, sich nicht mehr ausgetauscht werden.

Und nun trifft es die nächsten zwei so wichtigen Kontakte. Versuchen wir dennoch Kontakt aufzunehmen, strecken uns heftigste Schmerzen über Stunden nieder, geraten wir in einen innerlichen Strudel, in eine Abwärtsspirale und der Sog ins dunkle Nichts reißt uns mit. Die Todesangst und Panik steigt ins Unermessliche und vor lauter abstürzen ist dann gar kein Kontakt mehr möglich, womit das Ziel dann ebenfalls erreicht wäre.

Wir kämpfen dagegen an, versuchen die Schmerzen, den Schlafentzug, den Essensentzug, den Suiziddrang, den Selbstverletzungsdruck auszuhalten, versuchen dennoch irgendwie weiter an diesen Kontakten festzuhalten, wollen sie nicht verlieren, nicht aufgeben, nicht allein sein, nicht haltlos durch die Gegend wanken. Wir kämpfen Stundenlang um eine SMS oder Mail zu schreiben und ertragen davor und danach die Strafe, den Schmerz, die Panik, das Chaos. Und wir haben Angst, wirklich Angst auch diese Kontakte wieder zu zerstören, auch diesen Halt wieder zu verlieren, auch diese Menschen wieder aus unserem Leben zu verbannen.

Und eigentlich, eigentlich sind wir nur noch traurig und erschlagen. Dieses ständige Kämpfen, dieses ständige aushalten müssen, dieses ständige eigentlich nicht mehr können. Wir sind müde und wissen das wir uns das überhaupt nicht erlauben dürfen. Das wir nicht aufgeben dürfen, dass die RiGaG diesen enormen Druck nur ausübt, weil wir nicht mehr einwandfrei funktionieren, weil sie sich Sorgen machen.

Wir wissen das wir an diesem Punkt nicht erneut einbrechen dürfen!!!

Wir fühlen uns nur noch klein, hilflos, ausgeliefert und müssen aber groß und stark sein, kämpfen und aushalten!

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7 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Abendstern
    Apr 09, 2013 @ 10:42:25

    Ihr habt schon die Erfahrung gemacht dass ihr hilfreiche Kontakte aufrecht erhalten könnt: ihr lebt seit sieben Jahren in einer Partnerschaft aus der ihr viel Hilfe und Kraft ziehen könnt und die schon schwere Krisen überstanden habt.
    Es geht also. Es ist machbar. Ihr könnt das, das habt ihr bereits bewiesen.
    Dass diese Widerstände sich jetzt manifestieren ist auch ein Zeichen dass ihr auf dem richtigen Weg seid, mit den richtigen Leuten an eurer Seite.
    Fasst Mut, haltet durch. Es lohnt sich.
    Wir senden euch eine feste Umarmung! Ihr seid nicht allein!

    Abendstern

    Antwort

  2. Blütenzauber
    Apr 09, 2013 @ 11:07:03

    Hallo!
    Ich wollte euch einfach mal einen ganz lieben Gruß mit ganz viel Kraft und Mut da lassen!

    Macht euch nicht soviel Druck. Allein, dass Ihr jetzt wahrnehmen könnt, wie es euch geht, ist ja schon Veränderung.
    Vielleicht könnt ihr auch versuchen nicht gegen euere Gefühle zu kämpfen, sondern mit eueren Gefühlen.
    Diese Ängste, Schmerzen… wollen zunächst nichts böses, sondern euch schützen.
    Vielleicht hilft es auch zu sagen „Danke liebe Angst ( Schmerz, Hilflosigkeit,…), dass du da bist und mich auf … (z.B. eine Gefahr) aufmerksam machst! Ich/Wir haben dich wahrgenommen und werden dich in unsere Entscheidung mit einbeziehen….“
    Versucht euch und euere Gefühle immer wieder wertzuschätzen, auch wenn es sich erst mal nur belastend anfühlen mag, so zu empfinden. Denn das ist auch ein Stück Ausbruch…
    Vielleicht dürfen die Leute, die ihr mögt, wissen, dass Kontakt gerade schwierig für euch ist. Dann können die euch besser verstehen und den Rückzug einordnen.

    Ich habe höchsten Respekt vor euerer Leistung!
    Ihr seid gut, so wie ihr seid!

    Ganz liebe Grüße!
    Blütenzauber

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Apr 09, 2013 @ 12:39:25

      Vielen dank Blütenzauber! Annehmen ist furchtbar schwer, zumal diese Ängste, unser Verhalten und die Schmerzen einfach nur unseren Tätern zuspielen und uns immer näher an den Rand des Wahnsinns treiben.

      Glücklicherweise lesen die betroffenen Helfer-/Freunde hier im Blog, so dass wir diesen Weg zum mitteilen nutzen können 🙂

      Antwort

  3. seelenlabyrinth
    Apr 10, 2013 @ 21:53:15

    Liebe Mosaiksteinchen,

    immer wieder bin ich von der Perfidität der Strukturen erschrocken und stelle fest, es geht noch durchdachter und noch hintergründiger, als man sich vorstellen kann.

    Ich finde es gut, dass Ihr Euch hier mitteilen könnt und ich bin davon überzeugt, dass die Menschen, die es betrifft es lesen werden. Sie werden wissen, wie Sie Euch unterstützen können und wie Ihr selbst aus diesem Labyrinth einen Weg finden könnt.

    Gebt die Hoffnung nicht auf. Ich weiss, das klingt wie eine leere Phrase. Aber das können Euch die Täter nicht nehmen. Sie können es versuchen, aber der Weg, den Ihr bislang gegangen seid, zeigt, dass irgendwie immer ein Funke von dieser Lebenskraft übrig bleibt.

    Ich wünsche Euch viel Kraft, um auch diese Hürde zu nehmen.

    Antwort

  4. mariesophie
    Apr 14, 2013 @ 18:37:27

    kannst du mir per mail auf gmail das passwort senden für den kommenden artikel? Daaaaanke! LG kathrin

    Antwort

  5. Trackback: Bemühungen um mich? Was Helfer so tun… | Parallelwelten der Mosaiksteinchen

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