Ein Lebenszeichen

Viel mehr als ein Lebenszeichen wird es heut nicht werden.

Ich bin matt, außer Gefecht gesetzt von Schmerzen und suche Orientierung in (m)einem Leben. Vieles ist mir fremd und hat nichts mehr mit meinem Leben gemein.

Ich bin kein großer Schreiber, kein Meister der Worte und lasse mir jedes geschriebene Wort mehrmals durch den Kopf gehen, bevor ich es stehen lassen kann.

Geschriebene Worte sind starr, lassen sich nicht mehr verändern, häufig nicht erklären und entziehen sich meiner Kontrolle, sobald sie das Papier berühren (wenn auch hier „nur“ auf virtuellem).

Geschriebenes hat mich schon manches mal in gefährliche Situationen gebracht, mich verraten, verhöhnt, gedemütigt und entlarvt. Gesprochenes nicht weniger, nur mit dem Unterschied das es verändert werden kann, ergänzt und erklärt.

(M)ein Leben ist offener geworden. Es befinden sich Personen in (m)einem Leben, die mich kennen ohne mich zu kennen und die ich kenne, ohne sie zu kennen. Es gibt Beziehungen der unterschiedlichsten Art, in die ich hineinschlüpfe, die ich mir wie einen Taucheranzug überstülpe, mich versuche hinein zu zwängen, nur um festzustellen, der Anzug ist drei Nummern zu klein.

Er sitzt so eng, das Atmen darin ist schier unmöglich. Eine Bewegung zerreißt sein Muster und jedes zucken meiner Muskeln, lässt die Naht auseinander gehen.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er komplett zerreißt und ich nackt und voller Scham dastehe, ohne zu wissen, wo ich ein neues, passendes Kleidungsstück finden kann.

Ganz Schön Feist – Gänseblümchen

Für alle die es heut früh genauso nötig haben wie ich 😉
Viel Spaß,
euer Gänseblümchen