Ein Lebenszeichen

Viel mehr als ein Lebenszeichen wird es heut nicht werden.

Ich bin matt, außer Gefecht gesetzt von Schmerzen und suche Orientierung in (m)einem Leben. Vieles ist mir fremd und hat nichts mehr mit meinem Leben gemein.

Ich bin kein großer Schreiber, kein Meister der Worte und lasse mir jedes geschriebene Wort mehrmals durch den Kopf gehen, bevor ich es stehen lassen kann.

Geschriebene Worte sind starr, lassen sich nicht mehr verändern, häufig nicht erklären und entziehen sich meiner Kontrolle, sobald sie das Papier berühren (wenn auch hier „nur“ auf virtuellem).

Geschriebenes hat mich schon manches mal in gefährliche Situationen gebracht, mich verraten, verhöhnt, gedemütigt und entlarvt. Gesprochenes nicht weniger, nur mit dem Unterschied das es verändert werden kann, ergänzt und erklärt.

(M)ein Leben ist offener geworden. Es befinden sich Personen in (m)einem Leben, die mich kennen ohne mich zu kennen und die ich kenne, ohne sie zu kennen. Es gibt Beziehungen der unterschiedlichsten Art, in die ich hineinschlüpfe, die ich mir wie einen Taucheranzug überstülpe, mich versuche hinein zu zwängen, nur um festzustellen, der Anzug ist drei Nummern zu klein.

Er sitzt so eng, das Atmen darin ist schier unmöglich. Eine Bewegung zerreißt sein Muster und jedes zucken meiner Muskeln, lässt die Naht auseinander gehen.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er komplett zerreißt und ich nackt und voller Scham dastehe, ohne zu wissen, wo ich ein neues, passendes Kleidungsstück finden kann.

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5 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. mariesofie
    Mai 10, 2013 @ 16:05:52

    Ein Lebenszeichen zurück und ein Drück!!!

    Antwort

  2. feenja
    Mai 11, 2013 @ 00:39:24

    ❤ ❤ wir denken an euch, so doll, ihr werdet es schaffen! Ihr seid so unglaublich stark!

    Antwort

  3. seelenlabyrinth
    Mai 14, 2013 @ 06:57:53

    Ich brüte jetzt schon eine ganze Weile über diesen Beitrag in Eurem Blog, weil ich ihn trotz der Aussage, dass Du kein Meister der Worte bist, voller Metaphern und versteckter Informationen wahrnehme. Ich glaube, dass jeder Leser diesen Beitrag sehr unterschiedlich interpretieren wird und unter Umständen an ganz anderen Punkten hängen bleibt. Ich finde ihn wirklich gut geschrieben.

    Für mich spiegelt sich deutlich die Gefahren wieder, die darin liegen, mit Menschen in Kontakt zu treten. Da gibt es Mißverständnisse, Menschen, die man glaubt zu kennen und dann eventuell feststellt, dass dem nicht so ist, wenn man ihnen im realen Leben begegnet. Da gibt es die Gefahr, dass Menschen glauben einen zu kennen und aus der Person Mosaiksteinchen etwas anderes machen, als diese möchte. Da ist die Gefahr, das geschriebene Worte eine Welle lostreten, die man selbst nicht mehr stoppen kann und die Gefahr von Beziehungen erdrückt zu werden. Sich selbst in Beziehungen zu begeben, die einem nicht gut tun, weil sie zu eng werden oder noch zu eng sind. Und die Gefahr gesehen zu werden, in dem was man wirklich ist.

    All diese Gefahren lese auch aus Deinem Beitrag heraus und ich sage bewusst heraus lesen, denn ob ich damit richtig liege, weiss ich nicht. Dennoch wollte ich diese Gedankengänge da lassen, weil mich Dein Text so sehr berührt. Und dann möchte ich Dir noch eines da lassen. Ich wünsche Dir Beziehungen, die Dir passen. Wo Du Dich entfalten kannst und nicht in einen Taucheranzug zwängen musst, um in eine Welt abzutauchen, die gefährlich ist oder erscheint. Ich wünsche Dir Beziehungen, die Dich auf Augenhöhe abholen und Dir die Chance geben, Dich in Deinem Tempo an die neue fremde Welt zu gewöhnen. Menschen die da sind, wenn es geht und merken, wenn es nicht geht. Menschen, die empathisch genug sind zu spüren, wo Deine Grenzen sind, damit Du die Chance hast, diese Grenze auszuweiten, ohne Dich schutzlos ausgeliefert zu fühlen.

    VG sendet das Seelenlabyrinth

    Antwort

  4. seelenlabyrinth
    Mai 24, 2013 @ 08:56:17

    … fragt einmal nach wie es Euch im Leben derzeit geht …

    Antwort

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