Obwohl wir sagten, wir würden wohl erstmal nicht schreiben

Es wird auch gar nicht viel werden und im Grunde ist es für uns einfach ganz wichtig es festzuhalten, nicht wieder in der Verdrängung zu verlieren.

Wir sind in einem Schock-Erleichterungs-Zustand.

Völlig Unabhängigkeit von all den anderen Schwierigkeiten in unserem alltäglichen Dasein.

Ganz plötzlich, unerwartet, erreichte uns ein Beweis. Ein Beweis der uns klar zeigt, wir sind nicht verrückt, wir sind nicht durchgeknallt, nicht von Geistern besessen und bilden uns all die Dinge in unserem Hirn nicht ein!

Was für eine Erleichterung, was für ein Schock!

Seit einiger Zeit schwebte eine Frage durch unser System, eine Frage die wir einer Freundin stellen wollten, uns es aber niemals gewagt hätten. Zu groß die Angst, doch verrückt zu sein, zu groß die Angst Grenzen zu überschreiten und Dinge auszulösen bei ihr, zu groß die Angst sie als Freundin zu verlieren, wenn sie weiß wer wir sind, wenn sie weiß wer unsere Familie ist, wenn sie erinnert…

Und dann kommt jemand anderes daher, geht davon aus, uns wäre klar, dass sie wüssten wer wir sind, wer unsere Familie ist. Erwähnt es in einem Nebensatz, ohne weiter darüber nachzudenken…

Harte Konfrontation…

Und kurz danach, wir haben besagte oben genannte Freundin darauf angesprochen was uns am Telefon gesagt wurde. Und sie bestätigt, bestätigt ebenfalls zu wissen, zeigt Spuren die von dort stammen. Spuren die beweisen, sie kennen unsere Familie, sie wissen wer wir sind.

Wir fühlen uns schuldig für unsere Familie, fühlen uns verantwortlich, denn wir stammen von ihnen, haben von ihnen gelernt… sind Teil dessen…

Und dennoch, sie möchten mit uns befreundet bleiben, obwohl sie wissen. Sie machen uns nicht verantwortlich für das was unsere Familie ist.

Ein Schock-Erleichterungs-Zustand

Das muss erstmal verarbeitet werden…

Und wir sind nicht verrückt!!!

Advertisements

Ich wär so gern etwas unkomplizierter

Ungefähr fünf mal haben wir nun versucht etwas zu schreiben. Kurz vor Fertigstellung wurde es wieder gelöscht, zuviel gesagt, nichts gesagt, zu schwieriges Thema, zu blöd und uninteressant, zu wenig das sagend, was man sagen wollte. Vor allem aber zuviel Themen und Gedanken.

Alles in uns schreit nach Ruhe haben wollen, durchatmen dürfen, nur einen Moment…

Sämtliche Beziehungen sind kompliziert gerade, nichts was einfach normal gut funktioniert, überall Baustellen und selbstgemachte Probleme. Zu viel interpretieren oder zu wenig, zu viel vertrauen, misstrauen, zu viel Bindung oder zu wenig, Zweifel, Angst, Traurigkeit, Einsamkeit, mauern. Von allem zuviel und gleichzeitig zu wenig.

Wir sind uns selbst zu kompliziert, zu widersprüchlich, zu dämlich, zu wenig erwachsen, zu wenig kompetent, zu anstrengend, zu belastend, zu alles.

Nebenbei lebt uns unser Leben, mit all seinen Macken und lässt uns keine Zeit, diese auch nur im Ansatz zu begreifen, zu halten, zu verstehen und erst recht bleibt kein Raum für Verarbeitung.
Alles wird fleißig weggedisst. Das Leben lebt sich dennoch, mit und ohne unsere Beteiligung. Das wegdissen scheint der Weg zu überleben und zugleich fühlt es sich wie sterben an…

Erkenntnis über Freundschaft

Und erneut gibt es Anlass für totales Chaos. In einigen Ecken des Systems herrscht Wut, in anderen große Traurigkeit, in einigen auch Angst usw.

Ein Durcheinander von “ Ich hab euch von Anfang an gesagt das Freundschaft nicht existiert! Selbst schuld!“, “ Du weißt doch, am Ende rettet jeder nur seinen eigenen Arsch, ohne Rücksicht auf Verluste!“, “ Warum machen die das, haben die uns nicht mehr lieb?“, “ Sind wir jetzt keine Freunde mehr mit denen?“, “ Luftschlösser bauen. Da habt ihr eure scheiß Bestätigung!“, “ Wir hätten uns von Anfang an raushalten sollen, am Ende sind wir eh die gearschten.“, “ Wieso kann nicht mal einmal Rücksicht genommen werden, wenn wir hundert Mal darum bitten?“ bis hin zu Schuldvorwürfen endend in Selbsthass.

Selbsthass warum? Weil wir so dumm waren und nicht früh genug wahr haben wollten, dass man keine Rücksicht nimmt, dass Freundschaft nichts bedeutet, dass sich das Blatt jederzeit wenden kann, dass wir nicht wichtig sind usw. Es finden sich genug weitere Gründe die wir aufzählen könnten, zumal sich der Selbsthass in den letzten Tagen doch wieder ganz schön potenziert.

Sicher könnten wir auch wütend auf die betreffenden Personen sein und sind dies teilweise auch.

Viel wütender aber auf uns!

Auf unseren dämlichen Wunsch nach Harmonie, unserem dämlichen Glauben an das Gute im anderen, unsere verdammten Schwierigkeiten darin uns abzugrenzen, unserem Wunsch danach gute Freunde zu sein.

Wir solltens vielleicht einfach lassen und einsehen, dass es das, was wir unter Freundschaft verstehen, nicht gibt.