Wortlosigkeit

Es fällt uns sehr schwer momentan hier zu schreiben. Nicht nur hier auch sonst gelingt es uns kaum. Als wäre das noch nicht genug, schmeißen wir uns sämtliche anderen Hürden in den Weg, die uns das Leben weiter erschweren können. In den vergangenen Beiträgen haben wir auch schon immer mal wieder davon geschrieben, wie schwer es uns fällt, den Kontakt zu wichtigen Personen zu halten.

Niemandem von uns wird damit wirklich geholfen sein auch, wenn der ein oder andere meint, es wäre der schlauste Weg sich aus dem Staub zu machen, schnell wieder alle Fenster und Türen zu schließen, bevor wirklich jemand dahinter schaut. Bevor es wirklich jemand schafft, dass wir sie/ihn lieb haben, ins Herz schließen und schlimmer noch, bevor man uns vielleicht wirklich gern hat. Denn am Ende sind wir doch dann nur enttäuschender Ballast usw. bla bla bla… scheiß Tätergedönsgelaber!!! Dummerweise schwirrt es uns aber sowas von durchs Hirn, dass man kaum was hat zum gegensetzen und ja auch eigentlich wirklich genug Zweifel da sind, ob das alles so gut und richtig ist, wie es ist oder ob wir uns damit dann nicht doch noch die eigene Grube graben. Wo Zweifel vorhanden sind, ist es leicht die Gedanken zu vergiften. Viel zu schwer ist es, sich davon zu distanzieren, sich bewusst zu machen, dass man so eigentlich gar nicht denkt und denken möchte.

„Nimm das was da ist und was irgendwann daraus wird, wird man sehen.“ Gerne würden wir das für uns übernehmen. Gerne hätten wir den Raum in uns den Moment zu genießen, das festzuhalten, was ist und nicht nach der Zukunft zu fragen. Zumal uns ja auch bewusst ist, dass niemand sie uns voraussagen kann, dass niemand eine Garantie aussprechen kann und das wir lernen müssen dieses Risiko einzugehen, wenn wir andere, gute Erfahrungen machen möchten. Das möchten wir. Alles in uns schreit danach Leben zu erfahren, Freiheit kennen lernen zu dürfen, Selbstbestimmtheit fühlen zu dürfen, sagen zu dürfen was man sagen möchte, fühlen zu dürfen was man fühlen möchte, Entscheidungen treffen zu dürfen, ohne ständige Gefahr der Bestrafung. Das und noch vieles mehr möchten wir sehr gern, unsere Angst aber steht uns im Weg, Kontaktverbote stehen im Weg, Schweigegebote stehen im Weg, VERBOTE VERBOTE VERBOTE!!! sie stehen im Weg und fesseln uns an alte Verhaltensmuster. Schmeißen uns zurück in den Stillstand und die Wortlosigkeit, in die Gelähmtheit und Hilflosigkeit, in die Verzweiflung, in die Todessehnsucht, in die Todesangst, in die Flucht, den Rückzug, die Einsamkeit, das Alleinsein.

Vor zwei Tagen mussten wir notfallmäßig zum Zahnarzt. Der totale Trigger für uns und schier unaushaltbar aber es ging kein Weg mehr dran vorbei und wir wurden zwangsmäßig (lieb gemeint) zum Zahnarzt geschliffen. Der Weg dorthin war schon ein einziger Kampf. Wegrennen wollen und versuchen, hysterisch werden, dissoziieren, streiten, heulen, durchdrehen. Dort angekommen, am ganzen Körper zitternd und panische Angst, hat ne kleine von uns dann (wie so häufig) übernommen und mutig die Behandlung über sich ergehen lassen. Es war schlimm für sie, zumal es uns zwischendrin total weggeflasht hat und unsere Partnerin doch ne Weile gebraucht hat uns da wieder raus zu holen. Am Ende waren wir froh das sie dabei war, denn sie kennt uns gut genug um die Situation zuordnen und reagieren zu können, was sie dann auch tat und auch die Zahnärztin samt Helferinnen waren super und haben richtig gut reagiert. Sicher auch weil unsere Partnerin ihnen nebenbei erklärte was da gerade bei uns passiert und woran es uns erinnert, was soviel Angst auslöst. „Hier bricht euch keiner den Kiefer, das Knacken ist normal und kommt vom Zahn. Hat sich genauso schlimm angehört aber es passiert euch hier nichts. Der Kiefer ist noch ganz und das bleibt er auch!“ Diese und ähnliche Sätze kamen dann auch von der Zahnärztin, die relativ schnell verstanden hat. Unsere Lütte hat das so super gemacht und trotz des heftigen Flashs und Dauertriggers durchgehalten und war am Ende furchtbar stolz, wir andern auf sie auch und wir sind es noch. Was wir ohne diesen Zwerg machen würden… ich kann es mir überhaupt nicht vorstellen…

Und dennoch, es geht ihr nicht gut. Sie hat in den letzten Wochen einiges erfahren und erlebt, was ihr schwer fällt zu begreifen und zu verarbeiten. Sie versucht ihre Fröhlichkeit nicht zu verlieren, vielleicht auch, weil sie weiß wie wichtig sie für uns ist, ihre positive unbeschwerte Art. Sie überspielt wie es ihr geht und das bereitet uns Sorge. Lieber hätten wir es, sie würde reden, sich das holen was sie braucht, sich helfen lassen. Vielleicht braucht sie aber auch wirklich erst eine Zeit für sich um sich dann mit uns und den Thematiken auseinander zu setzen.

Wir sind an einem ziemlichen Tiefpunkt der schwer zu händeln ist, in dem es schwer ist nicht wirklich aufzugeben und denen das Feld zu überlassen, die diesem Leben einfach ein Ende bereiten. Genau deshalb aber fangen wir noch mehr an zu kämpfen und noch mehr zu fokussieren. Wir wollen das nicht einfach zulassen, wollen auch jetzt wieder irgendwie über diesen Punkt hinweg kommen. Also versuchen wir uns auf anderes zu konzentrieren. Heut haben wir Lampen in unserer Wohnung angebracht. Bisher gab es nur eine im Kinderzimmer, ansonsten nur die rohen Fassungen mit Glühbirnen drin. Und ständig haben wir es vor uns hergeschoben, weil es immer hieß wir würden hier bald wieder ausziehen und somit lohnt es sich nicht. Inzwischen ist uns egal ob wir morgen oder übermorgen ausziehen (was wir natürlich nicht tun), wir möchten die Wohnung endlich schön haben. Also, heute Lampen gekauft und auch direkt angebracht. Hat gut geklappt und wir haben es ohne Stromschlag oder Kurzschluss geschafft. Im Anschluss dann nochmal losgefahren und für unsere Wohnzimmerfenster Jalousien gekauft. Die haben wir dann natürlich auch direkt angebracht, sowas können wir dann ja doch nicht liegen lassen. Eine Jalousie muss morgen nochmal umgetauscht werden aber dann können wir die auch noch anbringen und dann ist es fertig. Hab schon überlegt, ob ich unserem netten Spannernachbarn zuliebe eine Zeit einrichten sollte, für die wir ihm versprechen, dass wir die Jalousien oben lassen. Nicht das ihm nachher zu langweilig wird und er wegen uns noch mehr Bier trinken muss… Ach nee… cool, wenn man auch einfach mal zu machen kann und man nicht ständig auf dem Präsentierteller hockt.

Morgen bekommen wir dann noch einen neuen, gebrauchten Esstisch und Stühle. Die werden wir abschleifen und neu lackieren. Da freuen wir uns schon riesig drauf. Solche Arbeiten machen wir gern und endlich wieder ein Esstisch zu haben, ist auch richtig toll!

So, das ist es nun erst einmal wieder gewesen. Ich bin gerade froh, dass wir es mal wieder geschafft haben etwas zu schreiben und wir möchten versuchen wieder häufiger zu schreiben. Ihr werdet sehen ob es uns gelingt oder ob es doch noch eine Weile still um uns bleibt.

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Heute wird es besser! Versprochen!

Gestern Abend hat es uns noch ganz übel erwischt sozusagen. Bisher wurde immer ein großer Bogen um Trommeln gemacht. Ohne zu wissen warum, sie waren uns einfach schon immer suspekt.

Eine unserer kleinen hat dann gestern Trommeln entdeckt und gemeinsam mit jemand anderem ein bisschen getrommelt. Und dann auf einmal schlug es total um und wir waren ziemlich angetickt.

Schnell ins Bad verschwunden und mit kaltem Wasser versucht wieder etwas zu sich zu kommen um dann wenigstens ins Auto und nach Hause kommen zu können. Es hat auch ganz gut funktioniert und wir sind dann ins Auto um zu fahren. Nach einigen Metern, also gerade vom Hof gefahren, haben wir dann gerade noch gemerkt, dass es uns weghaut. Irgendwie wurde es dann noch geschafft das Auto an die Seite zu fahren und den Motor auszustellen. Kaum war das erledigt, hingen wir auch schon voll in Flashs fest. Der Zugang nach Aussen brach komplett ein und draußen wurde geschrien, geweint und um sich geschlagen. Wie gut das Autoscheiben doch ein bisschen was aushalten und nicht sofort zerbrechen…

Nach ungefähr einer halben Stunde haben wir es dann endlich geschafft die Kleine rein zu holen und konnten dann, nach ein paar Minuten, wieder weiterfahren. Nach etwa 500 gefahrenen Metern ging das ganze dann wieder von vorne los. Eine erneute halbe Stunde später hatte sich die Situation dann aber glücklicherweise wieder geregelt und wir konnten endlich nach Hause fahren.

Dort angekommen ging dann auch gar nicht mehr viel, wir waren vollkommen fertig und alles tat uns weh. Also nur noch in die Arme der Partnerin einekuschelt und vergessen was passiert ist, einfach vergessen, wieder weg machen, RUHE!

Aber auch davon haben wir nicht mehr viel mitbekommen. Keiner hat es geschafft sich länger vorne zu halten und wir wechselten ununterbrochen durch, waren völlig aufgekratzt und haben unsere Partnerin schon ganz schön kirre gemacht. Bin aber froh das wir trotzdem bei ihr bleiben durften und sie uns nicht rausgeschickt hat. Eigentlich hätte sie schlafen müssen, war auch schon ziemlich müde.

Heut wird ein besserer Tag, das haben wir fest beschlossen. Hoffentlich hat der Tag das auch mitbekommen…

Wir haben uns einiges vorgenommen, mal sehen was davon tatsächlich klappt. Think positiv! Ja ja, klar wird heut alles gut und wir schaffen alles was die To-Do-Liste so hergibt.

Auf gehts!

Mosaiksteinchenkinder haben gebastelt

Hi

wir haben gestern und heut mit Mosaiksteinen einen Spiegel gemacht und ne Schale. Müssen wir euch unbedingt zeigen. Hat nämlich voll fun gemacht und bestimmt machen wir noch viel mehr damit. Aber jetzt zeig ichs euch erstmal 🙂

Die Schale

Mosaikschale

 

Der Spiegel

Mosaikspiegel

Innenansicht- und warum wir uns gegenseitig im Weg stehen

Auf unseren gestrigen Artikel gab es ein paar private Reaktionen.

Darüber können wir uns glücklich schätzen. Es gibt also noch Menschen die an uns glauben, uns Hoffnung machen möchten, mitteilen das sie an uns denken und sich die Mühe machen uns dies mitzuteilen und ein paar liebe Worte an uns zu richten.

Schön wäre es, würden wir es annehmen und glauben können.

Und bevor es jemand falsch versteht, jedes einzelne Wort und jede Bemühung tut uns gut und wir bemühen uns sehr darum, unseren negativen Gedankengängen nicht den Raum zu geben, diese Worte komplett in Frage zu stellen.

Was passiert ist:
Wir haben die erste sms bekommen, sie gelesen und es tat gut. Und dann ging es los.
„Ihr seid doch wirklich so naiv und dumm zu glauben, dass die wirklich an euch glauben und euch mögen würden, oder?! Oh ja, ihr seid so eingeschränkt und blöd!“ Und aus einer anderen Ecke schallt ein verächtliches und vernichtendes Lachen.“Ihr seid das perfekte Beispiel dafür warum Menschen immer wieder auf die Fresse fallen! Macht euch nur abhängig ihr Idioten! Is doch klar das sich jetzt alle melden, wenn ihr so öffnentlich nach Aufmerksamkeit schreit, das hat mit mögen nix zu tun. So brauch sich keiner von denen nen Vorwurf machen, wenn ihr euch um die Ecke bringt! Ich schmeiß mich wech, man seid ihr… dafür gibts schon keine Worte mehr. Dummes Pack!“

Und dann blieb es nicht bei der einen sms. Dann folgte ein vorgezogener Besuch einer Vertrauten, eine Mail einer anderen usw.

Uns fliegen die vernichtenden Worte um die Ohren. Darauf reagieren kann ich nicht, ich bin zu schwach für dieses Wortduell. Unterliege meinen Gegnern denn mir fehlen schlagende Argumente. Mit Gefühlen brauch ich denen gar nicht kommen, damit das Freundschaften und Vertraute wirklich Halt geben können auch nicht. Alle mir möglichen Erklärungsversuche scheitern, weil sie auf der Basis von menschlichen Bedürfnissen und von Emotionen zu finden sind. Eine Basis die denen völlig fremd ist und von der sie nichts (und das ist noch nett ausgedrückt) halten.

Völlig unterschiedliche Ebenen die wenig Grundlage für ein erfolgreiches Gespräch bieten.

Wir versuchen nicht hinzuhören. Möchten uns diese Rückmeldungen nicht zerstören lassen. Oder melden sie sich wirklich nur wegen unseres Artikels?
NEIN!!!
Und dennoch, es lässt sich nicht überhören, nicht verdrängen, nicht vernebeln. Wir versuchen uns gegenseitig zu beruhigen, versuchen unsere eigene Unsicherheit von den Kleinen fern zu halten. Möchten sie nicht noch mehr verunsichern als sie es durch die Worte von denen eh schon sind.

Ängstlich und klein

Die Angst schlängelt sich, wie eine giftige Schlange, durchs System.

Überall in den Höhleneingängen, hinter Felsvorsprüngen, zusammengekauerte kleine Wesen. Sie warten, verharren in Todesangst, warten auf den großen Knall! Er wird kommen, da sind sie sich alle einig.
Wir versuchen zu beruhigen, betonen immer wieder, das alles in Ordnung ist, erklären das wir da sind und das wir vor ihnen stehen, auf sie aufpassen.
Unsere Worte kommen nicht durch, versinken, verschwimmen, werden zu einen zähen klebrigen Brei, verkleben…

Nur die Angst hält sich wacker, schlängelt sich durch den kleinsten Spalt…

Sein können is Erholung pur!

Heut ist es einfach mal wieder gut.

Innerlich nicht ganz so gut aber in nem erträglichen Rahmen.

So, dass man nich n ganzen Tag nur aufpassn muss, dass nich wer durchknallt, scheiße baut. Angenehm! Echt angenehm! Sehr zu empfehlen 😉

Worans liegt? Ganz klar. Nen paar Stunden mit ner Freundin zusammen gehockt, gequatscht, gelacht und uns in Geduld trainiert. Schmetterlingmagnete aufeinander stecken. Zeign später noch n Foto. Daran habn unsere Lüttn richtig fun und auch die Geduld ums, gefühlte tausend Mal, aufzubaun. Sonderlich stabil is es nich 😀

Dann hatten wir heut ma wieder nen paar Stunden frei, abschaltn, nich ständig mitm Kopf beim Kind bleibn, ma nich funktioniern müssn, sein lassn wer sein will. DAS is Erholung pur, nimmt Spannung raus, gibt Raum zur Stabilisierung und Raum zur Erholung derer die sonst nie abschaltn können weil immers Funktionieren an erster Stelle steht. So gut, wenns dann ma kurzfristig nich sein muss. Wenns voll egal ist, wenn man nich da is, wegdissoziiert in der Ecke hängt unds niemandn juckt. Bissl ausagieren kann. Ist nicht unbedingt das schlechteste, gell?!

Körperliche Erschöpfung hat sich dann auch gleich bemerkbar gemacht. Was sonst keinen Raum haben darf, durfte sein unds war ok, dass nen Finger bewegn zwischendurch schon zu anstrengend gewesn wär. Kein selbst auferlegtes Verbot, keine Anforderungen, weder von außen noch von innen, alles war egal und das war gut!

Jetzt ists so, das wir gefühlt die nächsten 100 Stunden schlafn könntn, nachholen was über die letztn Monate nich ging. Schaun wa ma obs noch so is wenns Kind im Bett is, wenn schmeißen wir uns direkt mit in die Federn und nutzn die Gelegenheit. Funzt das nich, freut sich die Dame direkt hinter mir drauf, die Couch zu schruppn. Was sichtbarer Erfolg bewirkt is nich zu verachtn 😉

Das war dann ma mein Wort zum Freitag. Habt alle nen gutes Wochenende!

Therapiechaos! Wie konnte das passieren?

Irgendwas wurde heut angestoßen.
Wiedergefunden habe ich mich in. den Armen unserer Therapeutin. Heulend und zitternd. Heulend? Was ist los? Sowas passiert uns doch nicht!

Früher, also so vor zwei Jahren, waren wir ganz klar der Meinung, dass wir keine Therapie wollen die zu eng ist. Wir wollen nicht abhängig werden, keine Sehnsucht nach einer Therapeutin haben. Wir wollten keine Therapeutin, die uns in den Arm nimmt.

Und jetzt haben wir genau das. Eine Therapeutin die mit einer unserer kleinen da sitzt, sie im Arm hält und mit ihr spricht. Sie ist da!

Angst, Angst, Angst, Angst, Angst!!!

Die Therapeutin darf nicht so wichtig werden! Abhängigkeit ist gefährlich! Warum ist sie so zu uns?! Warum bemüht sie sich für uns?
Ist ihr Job, kriegt Geld dafür. Das ist der Grund.
Und dann kommt die Angst. Wenn wir zulassen, wenn wir uns öffnen, wenn wir vertrauen. Dann kommt der große Knall. Dann laufen die Stunden irgendwann aus, dann ist sie weg!