Mutter-Oma-Familie-Kontakt

Wieder dieses Mutter-Familien-Thema.
Das Kind vermisst seine Oma, hat ihr einen Brief geschrieben den er morgen in den Kasten schmeißen will.
Süß gemacht hat er es, sich Mühe gegeben, nach seinen Freunden  gefragt.

Können wir erlauben das er den Brief schickt? Können wir ihm das verbieten?

Chaos, Panik, Durcheinander

Alles schwankt, der Boden ist nicht mehr spürbar, versinken im Nichts.

Selbst schuld! Die regelmäßige Post der Mutter an das Kind haben vor ein paar Tagen jemanden unseres Systems veranlasst ihm zu sagen, es solle doch der Oma zurückschreiben. Sie würde ihm ja schließlich so häufig schreiben und man müsste wenigstens mal ein Danke zurück senden.

Selbst schuld!
Schlechtes Gewissen! Bin keine gute Tochter! Familie zerstört, Oma genommen, Enkel genommen dabei lieben sie sich doch. Sorge um Mama!

Aber ich muss doch auf ihn aufpassen, auf uns aufpassen. Dann wäre all der Kampf der letzten Monate umsonst gewesen.
Hilflos! Ich kann doch nicht die Oma nehmen, beiden so weh tun… und überhaupt, was ist wenn alles nur eine Lüge ist? Ein Hirngespinnst in das ich mich verrannt habe?

Was wenn ich einfach verrückt bin und all das in meinem Kopf nur dort stattfindet und im Außen alles ganz anders ist? Was ist wenn doch alles stimmt was sie sagen? Was…

Das kann nicht gut gehn!

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Erfolgreiches Gespräch

Das Gespräch mit der Therapeutin des Sohnes lief gut. Wie geplant sind wir allein hingefahren, denn es war uns wichtig nun erstmal die Situation zu klären, bevor es „normal“ weiter läuft.

Man sprach über Vertrauen und die Enttäuschung die es nun gegeben hat. Darüber, warum man sich übergangen und hintergangen fühlt und warum man nicht versteht, was da gerade passiert. Welche Probleme daraus nun für uns und auch für die Therapie entstanden sind und wie man nun damit umgehen möchte.

Wir konnten uns ihre Meinung anhören und können vieles davon gut verstehen. Es sind Sorgen und eine gewisse Hilflosigkeit die dahinter stehen, Überforderung und Unwissen. Bei genauerer Betrachtung aber alles Dinge die sich ausräumen lassen, wenn man die Situation betrachtet wie sie ist und sich nicht in der Sorge und Hilflosigkeit verliert.

Was wir nicht verstehen konnten war ihre rigorose Haltung in der sie niemanden mehr anhören wollte, keinen anderen vielleicht abschwächenden Eindruck zulassen konnte und darüber konnten wir auch sprechen.

Sie hat sich selbst erlaubt nochmal zu hinterfragen. Anzuhören was wir zu sagen haben, Revue passieren zu lassen was sie im Gespräch mit unserer Therapeutin gehört hat und (dafür sind wir dankbar) äußerte ihre tatsächlich dahinter stehenden Ängste. Nämlich die, irgendwann festzustellen, dass es besser gewesen wäre zu handeln. Absolut nachvollziehbare und verständliche Gedanken. Wir konnten ihr auch nochmal klar machen, dass wir nicht wütend oder enttäuscht sind, weil sie sich darüber Gedanken macht, dass evtl. andere Unterstützung notwendig ist, sondern das es uns Probleme bereitet hat, wie sie das alles angegangen ist. Die Hilflosigkeit und das Ausgeliefert sein in das sie uns befördert hat und in der kein Anker mehr greifbar war, weil sämtliche Fäden aus unseren Händen gezogen wurden ohne die Möglichkeit sie festhalten und mitreden zu können.

Nein, wir sind nicht böse, wenn jemand unsere Situation hinterfragt, sind nicht sauer, wenn sich jemand Sorgen um unseren Sohn macht oder darum wie es hier zu Hause sein könnte. Dafür sind wir eher dankbar und genau das benötigen wir um eine gewisse Sicherheit haben zu können. Wir benötigen ein Umfeld das hinterfragt, die Augen offen hält, bereit ist Kritik zu äußern, bereit ist Missstände anzusprechen, bereit ist auch Dinge zu sagen, die uns vielleicht weh tun oder die wir lieber nicht sehen möchten, bereit ist uns zu widersprechen und vor allem auch im Notfall bereit ist gegen uns und für unseren Sohn zu handeln. Es ist wichtig, denn allein auf unsere Wahrnehmung können und möchten wir da nicht vertrauen.

Ergebnis des Gesprächs ist, dass es nun doch einen Termin geben wird, in dem sie sich mit unserer Partnerin und einer weiteren Vertrauten unterhalten wird und sich deren Sicht der Situation anzuhören. Bis dahin wird erstmal nichts weiter passieren. Versprochen hat sie, dass sie nichts unternehmen wird ohne das vorab nochmal mit uns besprochen zu haben. Das wofür sie diese Unterstützung gern hätte, kann und wird eine Familienhilfe nicht bieten, das wird ihr langsam bewusst. Sie zweifelt nicht an das wir ein super Verhältnis zu unserem Sohn haben, auch nicht das er weder vernachlässigt, noch geschlagen oder sonstiges wird. Nein, sie äußert sogar sehr deutlich, dass sie sieht, dass da alles okay ist und wir sehr bemüht sind, trotz unserer eigenen Probleme, eine gute und fürsorgliche Mutter zu sein. Das wir da nicht nur bemüht sind sondern es in weiten Teilen auch schaffen. Sicher, das ein oder andere ist nicht immer perfekt aber damit müssen wir leben, denn auch wir wachsen an unseren Aufgaben als Mutter und wissen nicht immer unbedingt was richtig oder falsch ist, wie alles funktioniert. Aber wir kämpfen uns durch und bemühen uns immer und zu jeder Zeit unser bestmögliches zu tun. Das hat unser Sohn einfach auch verdient, denn er ist einfach toll (ja gut, okay, er hat auch seine Macken) aber nee, er soll anders aufwachsen dürfen, als wir es durften. Er soll Kind sein dürfen und aus eigenen Erfahrungen lernen dürfen, entdecken dürfen, wachsen dürfen…

Wir fühlen uns miserabel

Wir machen gerade so etwas in Richtung Beschäftigungstherapie mit bisher mäßigem Erfolg. Aber dazu müsste man es vielleicht auch länger machen und nicht nur zwei Tage und Nächte? Seit dem gönnen wir uns keine ruhe mehr. Es wurde geputzt, Möbel wurden gerückt, Marmelade gekocht, gebastelt, Katzen gebürstet.

Wir rennen und rennen und rennen. Ruhiger wird es dennoch nicht

Es fällt uns so schwer den Glauben nicht zu verlieren, nicht „einfach“ das Handtuch zu schmeißen und uns alles egal sein zu lassen.

Wir fühlen uns miserabel.

Wir verstehen nicht warum es Menschen gibt die uns mögen, die sich für uns einsetzen, uns helfen und womöglich noch wirklich an uns glauben. Wir verstehen nicht warum sie trotz ständiger Enttäuschungen bleiben und nicht selbst einfach das Handtuch schmeißen. Es wäre so viel leichter!
Und häufig um das überhaupt aushalten zu können, beruhigen wir uns indem wir uns immer wieder sagen, dass sie uns einfach überschätzen. Immer wieder lassen wir uns dieses Schlupfloch sagen zu können, man würde uns nur noch nicht genug kennen, sonst würde man auf dem schnellsten Wege zusehen das man Abstand gewinnt.

Die Aktion der Therapeutin unseres Sohnes stürzt uns mehr ins Chaos als wir uns selbst eingestehen wollten.
Es sind wahnsinnige Ängste damit verknüpft und die Drohungen unserer Täter, uns unser Kind zu nehmen, in Verbindung mit dem Wissen darüber wie da wiederum die Verbindungen im Hintergrund sind, tun ihr übriges.
Es schleudert uns gefühlt meilenweit zurück. Treibt uns in Verhaltensweisen zurück, von denen wir dachten, wir hätten sie hinter uns.
Wir wollen nicht denken, wir wollen nicht mitbekommen, wir können nicht aushalten zu fühlen!

Es macht uns traurig uns selbst bei diesem andauernden Überlebenskampf zuzusehen. Wir sind traurig darüber ständig nur damit beschäftigt zu sein irgendwie weiter zu leben. Wir hangeln uns von Termin zu Termin mit Helferpersonen und versprechen uns dann immer wieder bis zum nächsten Termin auszuhalten. Nur bis zum nächsten Termin und dann entscheiden wir neu.

Seit einigen Jahren gibt es in diesem Haushalt keine Rasierklingen mehr, da wurde peinlichst genau drauf geachtet. Immer wieder wurde gezielt danach gesucht um sie in Fall des Falles entsorgen zu können. Sind sie da nutzt man sie auch schneller.

Beim letzten Mal als sich geschnitten wurde, war das sicher einer der Gründe, weshalb wir dazwischen kamen und es sich in einem oberflächlichen schnibbeln bewegte. Ihr würdet lachen, würde ich euch erzählen, wie viele Messer probiert wurden und wieder zurück gelegt wurden, weil sie zu stumpf waren um sich damit anständig verletzen zu können. Bis man dann irgendwann auf eine altbekannte, schlechte Lösung des Problems kam, verging einiges an Zeit.

Derzeit können wir nur in wenigen Momenten überhaupt einkaufen gehen. Nicht nur, weil wir gerade überhaupt nicht mit Geld umgehen können, keiner weiß wohin und wofür es verschwindet und man sowieso nicht das kauft war man wollte oder braucht, sondern hauptsächlich weil wir es nicht schaffen an den Klingen vorbei zu gehen. Weil wir sofort die Bilder davon vor Augen haben was wir mit uns machen wollen/müssen/würden. Und weil wir sofort wissen, dass wir es tun, wäre die Gelegenheit da.

Und unsere Angst unsere Helfer und Freunde zu sehr zu belasten ist so groß. Die Angst zuviel zu bekommen, der Gedanke, es stehe einem nicht zu und sie würden ihre Energie und Zeit in die falsche Person investieren. Die Strafe wird kommen… irgendwann…

Wir haben doch gar nichts dafür getan und was sollten wir auch tun. Wir sind ja gar nicht mehr in der Lage wirklich etwas zu tun, dafür reicht die Energie längst nicht mehr. Gut wir könnten in altbekannten, gut erlernter Manier sexuelle Dienste anbieten, zu Dienst stehen für egal was man von uns möchte, kein Problem, das können wir, darin sind wir gut, da wissen wir was wir können.

Warum wissen wir es da aber bei all den anderen Dingen, wo es so nötig wäre, fehlt uns jegliches Selbstvertrauen. Selten wirken wir so. Eher noch wirken wir häufig selbstbewusst, manchmal ein bisschen arrogant, manchmal etwas überheblich aber auf jeden Fall nicht wie jemand der sich selbst nichts zutraut (ausser vielleicht das zu tun was andere verlangen).

Morgen/Heute bzw in ein paar wenigen Stunden ist ein Termin bei der Therapeutin unseres Sohnes. Es sollte ein Termin für ihn sein, allerdings haben wir entschieden ohne ihn hin zu gehen. Wir möchten nochmal ein klärendes Gespräch mit ihr, ohne den Druck im Rücken das unser Sohn im Wartezimmer hockt und sich langweilt, ohne Rücksicht auf ihn nehmen zu müssen.
Das Gespräch wird nicht mehr viel ändern können aber wir möchten zumindest besprechen können, wie es weitergeht und außerdem erhoffen wir uns vielleicht noch den ein oder anderen Hinweis, was sie antreibt.

es nimmt seinen Lauf…

Die Situation mit unserem Sohn und seiner Therapeutin (hier hatten wir bereits davon geschrieben)  hat sich noch nicht geklärt.

Unsere Therapeutin hat erneut ein Gespräch mit ihr gehabt, allerdings blockt sie sämtliche anderen Meinungen und Vorschläge rigoros ab.

Wir sind verärgert und verstehen das alles einfach nicht mehr. Sämtliche Leute aus unserem Umfeld halten das was die Therapeutin vor hat für unangebracht. Am Elternsprechtag vor zwei Tagen haben wir mit seiner Lehrerin gesprochen, die ebenfalls nichts davon hält. Sie hat das ganze auch als lächerlich eingestuft und sagte nur, dass es ganz andere Fälle gibt mit denen das Jugendamt schon genug um die Ohren hätte und das es bei uns keinen Grund gibt so zu handeln.

Das ist sicherlich am Ende gut, dass auch die Lehrerin sich für uns ausspricht. Auch haben wir sie gefragt, ob sie ein Telefonat mit der Therapeutin gehabt hätte. Was sie direkt verneinte und sagte, dass sie nur einmal und das ist ganz am Anfang der Therapie gewesen, mit der Therapeutin gesprochen hat.

Seine Therapeutin hingegen hat gesagt, sie hätte mit der Lehrerin telefoniert und von ihr gehört, dass sich das Verhalten unseres Sohnes in der Schule extrem zugespitzt hätte. Nun gut, auch das verneinte seine Lehrerin. Sie hat also weder mit ihr gesprochen, noch ist sie der Meinung das sich sein Verhalten zugespitzt hätte. Ganz im Gegenteil, er findet sich immer besser zurecht, nicht perfekt aber okay.

Mit wem hat seine Therapeutin also telefoniert? Wer hat ihr gesagt, dass sich alles zuspitzen würde?

Uns kommt das alles mehr als Spanisch vor und erinnert uns sehr an das Ende unserer letzten Therapie. Da war auch von einer Woche auf die andere Schluss, mit eigentlich keiner Begründung die irgendwie Sinn ergeben hätte. Auch da war es so, dass jeglicher Versuch der Klärung ungewünscht und ungehört blieb. Wir hatten auch da schon unsere Vermutungen und den Verdacht, dass sie im Hintergrund beeinflusst wurde, wollten aber nicht paranoid sein und haben den Gedanken immer wieder verdrängt. Jetzt fragen wir uns ob ähnliches gerade bei der Therapeutin unseres Sohnes läuft.

Nun, am Montag ist dort der nächste Termin. Wir werden sehen wie es weitergeht. Sicherlich werden wir sie aber auf die Ungereimtheiten ansprechen…

Übergangen – Hintergangen

Alles entgleitet, ist zuviel! Wir haben vertraut, zuviel vertraut. Das wars!

Therapeuten sind sch….! Würde ich jetzt am liebsten sagen aber es stimmt nicht. Man darf jetzt nicht alle über einen Kamm scheren.

Es wird in unser Leben eingegriffen auf eine Weise die für uns gar nicht geht, unerträglich ist. Ja vielleicht versteht die Therapeutin das nicht, vielleicht ist es ihr auch egal. Nicht unsere Therapeutin sondern die unseres Sohnes. Wir sind wütend ohne Ende, machen dicht und wissen das jeglicher Versuch sich weiterhin zu öffnen erstmal erledigt ist. Wir sind wütend, weil sich in unser Leben eingemischt wird, die weder Hilfe noch Unterstützung ist, sondern weitere Belastung. Weil wir jetzt schon durchdrehen und wissen das sich das, sobald es soweit ist, enorm zuspitzen wird. Weil jemand meint zu helfen und nicht hinhört, wenn wir verzweifelt erklären, dass es nicht helfen kann, weil es uns soviel Kraft kosten wird, dass sie an anderer Stelle, wo sie gebraucht wird, fehlt. Wir sind wütend weil wir, mal wieder, übergangen werden. Weil andere entscheiden was bei uns Zuhause passiert!

Und wir sind nicht nur wütend, wir sind panisch, voller Angst und Verzweiflung.
Wir werden übergangen auch wenn man so tut als würde man uns einbeziehen. Reine Tarnung und Manipulation!

Wir dürfen auch selbst für diese nicht gewollte Hilfe sorgen. Tun wir das aber nicht, dann wirds getan.

Das Ergebnis steht fest, wir haben keine Entscheidung. Es wird entschieden, gegen uns. Die einzige Entscheidung die wir haben ist ob wir das selbst machen oder jemand anders!

Keine Wahl!
Keine Entscheidung!
Kein Mitspracherecht!
Übergangen! Hintergangen!

Wie gern würden wir einfach Schluss machen!!!

Wie gern würden wir uns diesem Bedürfnis einfach hingeben!

Wie gern würden wir gern Klingen kaufen gehen und genüsslich im Bad sitzen und uns einfach zerstören!!!

Wie gern würden wir…

Geschützt: Zusammenbrechen?!

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So ist es also heute…

Endlich!!! Endlich mal wieder eine Nacht mit Schlaf! Das war so gut, für den Körper so wichtig, es konnte Kraft getankt werden wieder. Wir haben uns gestern Abend mit allem zur Verfügung stehendem abgeschossen um endlich mal wieder schlafen zu können. Wahrscheinlich würde jeder Arzt den Kopf schütteln bei der Kombination an Substanzen die wir eingenommen haben. Aber das war uns egal, einfach egal. Wir wollten Ruhe und Schlaf und das um jeden Preis!

Außerdem haben wir nun angefangen nicht nur Bedarfsmedikation zu nehmen, sondern für eine gewisse Zeit jetzt erstmal den Bedarf zu einer Dauermedikation umzuwandeln. Wir schaffen es anders einfach überhaupt nicht mit den laufenden Programmen etc fertig zu werden. Normalerweise fällt es uns sehr schwer dauerhaft Medikamente zu nehmen, wir sind da sehr sehr vorsichtig und es kostet uns jedesmal eine Menge Überwindung. Bisher haben wir uns dagegen auch immer gewehrt, nur in einer Klinik hatten wir keine andere Wahl und mussten die Verordneten Medikamente, die leider aber völlig entgegengesetzte Wirkung hatten, nehmen. Zu allem Überfluss waren sie dort etwas unfähig und haben, statt einem anderen Medikament, die Dosis immer weiter hoch gesetzt, muss ja irgendwann mal die richtige Wirkung zeigen, statt einfach auf ein anderes Medikament umzusteigen. Nachdem wir aus der Klinik raus waren, haben wir die Medikamente sofort eingestellt und uns mit selbstgebastelter Bedarfsmedikation durchs Leben gemauschelt. Dabei ist nur oft das Problem, dass wir, wenn es nötig ist, gar nicht auf die Idee kommen, dass Medikamente gerade helfen können und sie darum dann vergessen und nicht nehmen. Hat man das „Glück“ von einer Außenperson daran erinnert zu werden, dass es helfen könnte etwas zu nehmen, wird es auch genommen und stellt sich oft als hilfreich heraus. Es macht das was da ist nicht weg, nur erträglicher und klarer manchmal.

Nun müssen wir uns noch überwinden bei unserer Psychiaterin anzurufen, brauchen einen neuen Termin, um auch mit ihr durchzusprechen, wie uns was wir nun nehmen. Im Grunde nehmen wir nun das, was sie uns schon längst vorgeschlagen hat, wir uns aber nicht getraut haben zu nehmen. Nun, es hilft, weswegen wir es wohl zumindest für ein paar Tage, vielleicht auch ne Woche oder zwei, bei der Medikation belassen werden. Und dennoch ist der Kampf nicht ausgestanden, aber wir können uns ihm etwas ruhiger widmen, ohne unter ständigem durchdrehen zu leiden 😉

Gestern hatten wir dann nochmal ein Gespräch mit der Partnerin, darüber ob und wie wir unseren Sohn aufklären. Dazu hatten wir vor ein paar Tagen schon mal hier geschrieben.
Nun, nachdem wir uns vorher eigentlich einig waren, dass es an der Zeit ist, ihm ein bisschen mehr zu erlären, zu erklären wie seine Mutter ist, was da manchmal mit ihr passiert etc., haben wir ein Buch dazu bestellt, welches wir uns dann auch gemeinsam angeschaut haben. Mit dem Ergebnis, dass wir alle der Meinung waren, dass es so wie es geschrieben ist, nicht für ihn geeignet ist. Also ging die Suche weiter, nach Möglichkeiten, den Kleinen aufzuklären. Wir haben also selbst angefangen zu schreiben und dabei auch Ansätze und Ideen, die uns gefielen, aus dem bestellten Buch übernommen. Noch längst nicht fertig, dafür fehlt die Konzentration und die Zeit aber man arbeitet dran.
Gestern dann sagt die Partnerin, dass sie es besser finden würden, wenn wir das noch weiter hinauszögern, warten bis er älter ist. Wahrscheinlich hat sie Angst, es könnte ihn verunsichern, verängstigen oder in eine Krise stürzen. Wir sind uns unsicher, denken aber dennoch, dass es ihm eher zum Verständnis dienen würde. Wir glauben nicht, dass es ihn tatsächlich verunsichert, schließlich würde er „nur“ eine Erklärung für etwas erhalten, für  etwas das ihm eh schon bekannt ist.
Gerade vor ein paar Tagen hatten wir wieder ein beiläufiges Gespräch mit dem Kleinen. Während wir gemeinsam das Zimmer aufräumten, sagte er wieder das wir anders sind als andere Mütter. Daraufhin fragten wir nach, wie er das meinen würde und er sagte uns, dass man mit uns andere Sachen machen kann, dass wir manchmal wie ein Kind sind beim Spielen oder so. Wir haben ihm zugestimmt und gefragt ob ihn das stört, worauf er sagte, dass er es total cool findet, weil das einfach viel mehr Spaß bringt.
Da fragen wir uns, würde es ihn wirklich verwirren, wenn er weiß warum wir so sind? Oder würde es ihm nicht viel mehr helfen können, mit schwierigen Situationen besser umgehen zu können? Wir sind nun auch wieder total verunsichert.

Heute hätten wir eigentlich einen Termin bei seiner Therapeutin gehabt, um genau darüber zu sprechen und auch nochmal gemeinsam zu überlegen, wie man am Besten an das Thema rangehen kann. Sie war auch dafür ihm das zu erklären. Leider hat die Grippewelle auch seine Therapeutin erreicht und der Termin konnte nicht stattfinden. Nun warten wir, wann wir einen neuen Termin bekommen können und wann sie wieder fit ist.

Wir werden uns nun an die Hausarbeit machen, versuchen uns damit weiter abzulenken, den destruktiven Gedanken, uns selbst zu zerstören, keinen Raum geben. Das gestaltet sich leider nicht so leicht, es ist viel zu allumfassend, alles ergreifend, alles betreffend. Es hat sich wie ein schwarzer Mantel über alles gelegt und erdrückt, nimmt die Luft zum Atmen, den Raum sich frei zu bewegen. Aber wir wollen uns davon nicht erdrücken und einnehmen lassen, kämpfen immer weiter dagegen an und geben die Hoffnung nicht auf, dass es nachlässt, wieder ruhiger wird, wieder weniger zwanghaft und sicherer.

Wir müssten das Haus verlassen, müssten einkaufen gehen, müssten Post wegbringen und einen Antrag für einen Klinikaufenthalt besorgen. Ob wir das heut schaffen ist noch dahingestellt. Hoffnung ist noch nicht aufgegeben. Bisher sieht es nicht danach aus, dass wir auch nur einen Fuß vor die Wohnungstür bekommen aber noch ist der Tag ja nicht vorbei, schaun wir mal.

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