Geschützt: Die Halle (Teil 1)

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Wortlosigkeit

Es fällt uns sehr schwer momentan hier zu schreiben. Nicht nur hier auch sonst gelingt es uns kaum. Als wäre das noch nicht genug, schmeißen wir uns sämtliche anderen Hürden in den Weg, die uns das Leben weiter erschweren können. In den vergangenen Beiträgen haben wir auch schon immer mal wieder davon geschrieben, wie schwer es uns fällt, den Kontakt zu wichtigen Personen zu halten.

Niemandem von uns wird damit wirklich geholfen sein auch, wenn der ein oder andere meint, es wäre der schlauste Weg sich aus dem Staub zu machen, schnell wieder alle Fenster und Türen zu schließen, bevor wirklich jemand dahinter schaut. Bevor es wirklich jemand schafft, dass wir sie/ihn lieb haben, ins Herz schließen und schlimmer noch, bevor man uns vielleicht wirklich gern hat. Denn am Ende sind wir doch dann nur enttäuschender Ballast usw. bla bla bla… scheiß Tätergedönsgelaber!!! Dummerweise schwirrt es uns aber sowas von durchs Hirn, dass man kaum was hat zum gegensetzen und ja auch eigentlich wirklich genug Zweifel da sind, ob das alles so gut und richtig ist, wie es ist oder ob wir uns damit dann nicht doch noch die eigene Grube graben. Wo Zweifel vorhanden sind, ist es leicht die Gedanken zu vergiften. Viel zu schwer ist es, sich davon zu distanzieren, sich bewusst zu machen, dass man so eigentlich gar nicht denkt und denken möchte.

„Nimm das was da ist und was irgendwann daraus wird, wird man sehen.“ Gerne würden wir das für uns übernehmen. Gerne hätten wir den Raum in uns den Moment zu genießen, das festzuhalten, was ist und nicht nach der Zukunft zu fragen. Zumal uns ja auch bewusst ist, dass niemand sie uns voraussagen kann, dass niemand eine Garantie aussprechen kann und das wir lernen müssen dieses Risiko einzugehen, wenn wir andere, gute Erfahrungen machen möchten. Das möchten wir. Alles in uns schreit danach Leben zu erfahren, Freiheit kennen lernen zu dürfen, Selbstbestimmtheit fühlen zu dürfen, sagen zu dürfen was man sagen möchte, fühlen zu dürfen was man fühlen möchte, Entscheidungen treffen zu dürfen, ohne ständige Gefahr der Bestrafung. Das und noch vieles mehr möchten wir sehr gern, unsere Angst aber steht uns im Weg, Kontaktverbote stehen im Weg, Schweigegebote stehen im Weg, VERBOTE VERBOTE VERBOTE!!! sie stehen im Weg und fesseln uns an alte Verhaltensmuster. Schmeißen uns zurück in den Stillstand und die Wortlosigkeit, in die Gelähmtheit und Hilflosigkeit, in die Verzweiflung, in die Todessehnsucht, in die Todesangst, in die Flucht, den Rückzug, die Einsamkeit, das Alleinsein.

Vor zwei Tagen mussten wir notfallmäßig zum Zahnarzt. Der totale Trigger für uns und schier unaushaltbar aber es ging kein Weg mehr dran vorbei und wir wurden zwangsmäßig (lieb gemeint) zum Zahnarzt geschliffen. Der Weg dorthin war schon ein einziger Kampf. Wegrennen wollen und versuchen, hysterisch werden, dissoziieren, streiten, heulen, durchdrehen. Dort angekommen, am ganzen Körper zitternd und panische Angst, hat ne kleine von uns dann (wie so häufig) übernommen und mutig die Behandlung über sich ergehen lassen. Es war schlimm für sie, zumal es uns zwischendrin total weggeflasht hat und unsere Partnerin doch ne Weile gebraucht hat uns da wieder raus zu holen. Am Ende waren wir froh das sie dabei war, denn sie kennt uns gut genug um die Situation zuordnen und reagieren zu können, was sie dann auch tat und auch die Zahnärztin samt Helferinnen waren super und haben richtig gut reagiert. Sicher auch weil unsere Partnerin ihnen nebenbei erklärte was da gerade bei uns passiert und woran es uns erinnert, was soviel Angst auslöst. „Hier bricht euch keiner den Kiefer, das Knacken ist normal und kommt vom Zahn. Hat sich genauso schlimm angehört aber es passiert euch hier nichts. Der Kiefer ist noch ganz und das bleibt er auch!“ Diese und ähnliche Sätze kamen dann auch von der Zahnärztin, die relativ schnell verstanden hat. Unsere Lütte hat das so super gemacht und trotz des heftigen Flashs und Dauertriggers durchgehalten und war am Ende furchtbar stolz, wir andern auf sie auch und wir sind es noch. Was wir ohne diesen Zwerg machen würden… ich kann es mir überhaupt nicht vorstellen…

Und dennoch, es geht ihr nicht gut. Sie hat in den letzten Wochen einiges erfahren und erlebt, was ihr schwer fällt zu begreifen und zu verarbeiten. Sie versucht ihre Fröhlichkeit nicht zu verlieren, vielleicht auch, weil sie weiß wie wichtig sie für uns ist, ihre positive unbeschwerte Art. Sie überspielt wie es ihr geht und das bereitet uns Sorge. Lieber hätten wir es, sie würde reden, sich das holen was sie braucht, sich helfen lassen. Vielleicht braucht sie aber auch wirklich erst eine Zeit für sich um sich dann mit uns und den Thematiken auseinander zu setzen.

Wir sind an einem ziemlichen Tiefpunkt der schwer zu händeln ist, in dem es schwer ist nicht wirklich aufzugeben und denen das Feld zu überlassen, die diesem Leben einfach ein Ende bereiten. Genau deshalb aber fangen wir noch mehr an zu kämpfen und noch mehr zu fokussieren. Wir wollen das nicht einfach zulassen, wollen auch jetzt wieder irgendwie über diesen Punkt hinweg kommen. Also versuchen wir uns auf anderes zu konzentrieren. Heut haben wir Lampen in unserer Wohnung angebracht. Bisher gab es nur eine im Kinderzimmer, ansonsten nur die rohen Fassungen mit Glühbirnen drin. Und ständig haben wir es vor uns hergeschoben, weil es immer hieß wir würden hier bald wieder ausziehen und somit lohnt es sich nicht. Inzwischen ist uns egal ob wir morgen oder übermorgen ausziehen (was wir natürlich nicht tun), wir möchten die Wohnung endlich schön haben. Also, heute Lampen gekauft und auch direkt angebracht. Hat gut geklappt und wir haben es ohne Stromschlag oder Kurzschluss geschafft. Im Anschluss dann nochmal losgefahren und für unsere Wohnzimmerfenster Jalousien gekauft. Die haben wir dann natürlich auch direkt angebracht, sowas können wir dann ja doch nicht liegen lassen. Eine Jalousie muss morgen nochmal umgetauscht werden aber dann können wir die auch noch anbringen und dann ist es fertig. Hab schon überlegt, ob ich unserem netten Spannernachbarn zuliebe eine Zeit einrichten sollte, für die wir ihm versprechen, dass wir die Jalousien oben lassen. Nicht das ihm nachher zu langweilig wird und er wegen uns noch mehr Bier trinken muss… Ach nee… cool, wenn man auch einfach mal zu machen kann und man nicht ständig auf dem Präsentierteller hockt.

Morgen bekommen wir dann noch einen neuen, gebrauchten Esstisch und Stühle. Die werden wir abschleifen und neu lackieren. Da freuen wir uns schon riesig drauf. Solche Arbeiten machen wir gern und endlich wieder ein Esstisch zu haben, ist auch richtig toll!

So, das ist es nun erst einmal wieder gewesen. Ich bin gerade froh, dass wir es mal wieder geschafft haben etwas zu schreiben und wir möchten versuchen wieder häufiger zu schreiben. Ihr werdet sehen ob es uns gelingt oder ob es doch noch eine Weile still um uns bleibt.

Feiertage – Ausstieg – Überlebenskampf

In den kommenden Tagen wird es wahrscheinlich nicht so viel oder auch gar nichts von uns zu lesen geben.

Die Ostertage sind besonders schwierig. Wir werden sie zum Glück nicht allein durchstehen müssen. Wir dürfen die Zeit bei einer Freundin verbringen.

Unser Zustand ist kein guter mehr. In der vergangenen Nacht sind wir ziemlich abgedreht, der Realitätsbezug war voll und ganz weg. Kleine hingen in Todesangst gefangen im Aussen fest, sehr kleine. Sprechen konnten sie nicht, kannten/kennen keine Worte, nur pure Angst.

Nebelschwaden verdichten sich, so das der Kontakt im innen wieder vollkommen unterbrochen und eingebrochen ist. Das erschwert die Zusammenarbeit sehr,
denn wenn man nicht mitbekommt was der andere tut, was gerade wichtig ist etc kann man darauf überhaupt nicht reagieren. Jeder versucht also auf seine Art und seine Vermutung hin, was gerade wichtig sein könnte, zu agieren.
Man kann sich sicher denken, dass das dann nicht mehr unbedingt aufeinander abgestimmt ist und man ohne es zu wollen, sich gegenseitig boykottiert.

Es kostet so unendlich viel kraft zwischen all dem durchdrehen, dem Realitätsverlust, der Panik, dem Drang sich an den RiGaG Osterfeiertagen zu beteiligen, dem Wunsch zu sterben und sich aufzulösen, dem Wunsch sich schlimm zu verletzen, den Flashbacks, dem zu schnellen Wechseln, den Schmerzen, dem zerspringenden Kopf nicht vollkommen mit abzurutschen.

Heute steht noch ein Termin an mit dem Weissen Ring. Wir haben Angst, sind aber gleichzeitig voller Hoffnung, dass sie uns in manchen Punkten etwas hilfreiches anbieten können uns evtl weitervermitteln können oder uns Adressen nennen können.
Und von irgendwo innen brüllts „die sind infiziert!!! Das dürfen wir nicht tun! Die sind infiziert!!?“
Und wir vergessen das nicht, behalten es im Hinterkopf und hoffen dennoch das etwas hilfreiches bei dem Termin rauskommt.

Eigentlich erlaubt unser Zustand gerade überhaupt gar nicht so einen Termin wahrzunehmen. Normalerweise würde es Sinn machen ihn abzusagen, wann anders dieses Gespräch zu führen. Vielleicht nicht gerade zu so heftigen RiGaG-Termintagzeiten. Nicht gerade, wenn wir eh schon soooo desolat unterwegs sind.

Aber wir werden nicht absagen, sind nicht allein bei diesem Termin und hoffen und vertrauen unserer Vertrauten uns in unserem Sinne zu unterstützen und darauf zu achten wie es uns geht, zur Not auch, den Termin abzubrechen.
Wir könnten absagen, wenn man unsere Situation betrachtet, wäre es sinnvoller Selbstschutz. Aber in uns schreit so vieles danach den Ausstieg zu schaffen, wir haben keinen einzigen Tag zu verschenken, denn wir ertragen unsere RiGaG-Aktivität nicht mehr, weder unseren aktiven Part, noch den Part des zu züchtigenden dummen Opfers das wieder auf den rechten Weg gebracht werden muss.

Wir ertragen die Gewalt nicht mehr, halten nicht mehr aus was mit uns passiert, wie ferngesteuert wir funktionieren, wie wenig selbst da ist. Halten nicht mehr aus, was dort mit den Menschen passiert!

Deshalb ist jeder einzelne Tag wichtig. Wir haben nichts zu verschenken, keine Sekunde, keine Minute und erst recht keinen Tag. Wir arbeiten jeden einzelnen Tag so heftig wie noch nie an uns und mit uns, wagen so viele Schritte, die wir uns nie zugetraut hätten, lassen uns auf Menschen ein, zum ersten Mal wirklich und leben in des absoluten Konfrontation mit unserem Leben und sein.

Wir fühlen uns am Ende, wirklich am Ende. Zu kraftlos um auch nur einen einzigen Schritt zu schaffen, zu schwach zum Überleben und dennoch wird weiter gekämpft. Nicht weil wir wirklich daran glauben es schaffen zu können, viel zu fern ist uns ein „normales“ Leben, viel zu wenig können wir uns vorstellen, jemals die äußerliche Freiheit wirklich zu erreichen. Von dem inneren sich lösen wollen wir gar nicht sprechen, der Kampf wird dann irgendwann ein anderer sein, einer ohne tatsächliche äußerliche Bedrohung.

Der innere Ausstieg wird noch Jahre dauern, da sind wir realistisch. Falls er denn überhaupt tatsächlich zu erreichen ist.

Des äußere Ausstieg kann nicht mehr warten. Es muss ein Ende haben, deshalb verschenken wir keinen Tag. Deshalb gehen wir über unsere Grenzen, investieren alles was wir haben, nehmen jedes Risiko in kauf. Jeder Tag ist wichtig. Jede Stunde eine wichtige Zeit um Veränderung zu erreichen.

Auflösen

Wir wissen noch nicht so recht was wir heute schreiben. Fangen einfach mal an. Das Wochenende war sehr heftig. Diese Hilflosigkeit wieder. Nicht alleine überleben können,jemandem benötigt der auf uns aufpasst. Und wir sind dankbar,verwirrt, überfordert. Weil, hat man ja gar nicht verdient, nur Last sind, eklig, fett, Dreck, nichts wert! Und jetzt, wir werden gern gehabt und man schlägt sich für uns und mit uns die Nächte um die Ohren, hilft die Todesangst und die Hilflosigkeit auszuhalten, bleibt bei uns, wenn wir uns nicht mehr aushalten können, wenn die Angst vor anderen Innenpersonen so unaushaltbar ist, wenn die Kraft sich ihnen in den Weg zu stellen nicht mehr da ist. Und auch jetzt, heute, alles zuviel. Über den gesamten Tag verteilt flashbacks, Körpererinnerungen. Alles tut weh, Muskeln zu sehr angespannt, verspannt. Wir fühlen uns frisch durchgenommen. Sorry musste sein. Ständiges im Nebel versinken, absinken, kämpfen, durch den Schleim-klebrigen-Nebel nach vorn um eine helfende Hand zu reichen, beruhigende Worte fließen zu lassen, durch den Neben klingen sie wie ineinander verquirlte Töne ohne Inhalt. Im Schleim-Nebel kleben geblieben, paddeln, nach Luft schnappen, atmen, ruhig, kontrolliert. Hals zugeschnürt, zerquetscht! Altes ist nicht alt, ist real! Keine Ahnung ob man irgendwas von diesem Artikel versteht. Wir kämpfen dagegen an zu sterben und erhalten Hilfe in einer Form wie sie uns fremd ist. Überschrift war auflösen. Wir möchten uns auflösen, verschwinden, nicht mehr sein, im Dillirium der Welt entschwinden, auflösen.

Der Dschungel ist eröffnet, oder: Die Dschungelprüfungen unseres Lebens

Dieser Text kann Betroffene stark triggern. Überlegt euch also bitte gut, ob ihr gerade stabil genug seid, ihn lieber gar nicht oder besser zu einem anderen Zeitpunkt lest.

Das Dschungelcamp startet wieder durch und was-weiß-ich-wie-viel millionen Deutsche schauen sich das Spektakel an und erfreuen sich an dem Leid derer, die die Prüfungen machen müssen. Spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem das Publikum den Prüfling bestimmt, geht es nicht mehr darum, denjenigen zu wählen, der die Prüfung gern machen möchte oder denjenigen, der dem am ehesten gewachsen scheint, sondern denjenigen, von dem man meint, er würde am meisten darunter leiden. Woran das wohl liegen mag? Spricht nicht auch aus diesem Verhalten schon ein wenig das Machtverhalten der Rasse Mensch? Ich kann dich nicht leiden, also musst du leiden und ich habe Spaß daran, sitze Daheim auf der Couch und erfreue mich daran, wie ein anderer Ängste und Ekel überwinden muss.

Mir kommt zu dieser Sendung immer nur ein Gedanke. Manchmal möchte ich den Leuten ins Gesicht brüllen, dass das was diese Menschen, alle volljährig, freiwillig und für Geld tun, ähnlich dem ist, was viele viele Kinder, gegen ihren Willen erleben. Ohne die Möglichkeit zu rufen: „Ich bin ein Kind, holt mich hier raus!!!“ Denn das würde niemanden interessieren, geschweige denn dafür sorgen, dass dieses Kind Hilfe bekommt. Höchstens nochmal ein paar Schläge mehr, ein bisschen mehr Schmerz, ein bisschen mehr Folter, ein bisschen mehr Angst, jedoch keine Hilfe, kein Ende der Folter. Denn nichts anderes ist genau das!
Nein, ich behaupte nicht das die Leute im Dschungelcamp der Folter unterliegen. Sie haben sich aus freiem Willen entschieden teilzunehmen und ihnen ist bekannt, welche Prüfungen dort auf die Teilnehmer zukommen. Das einzige was sie evtl. dazu zwingt ist ihr Drang in der Öffentlichkeit zu stehen oder auch finanzielle, materialistische Aspekte.
Vor den Fernsehern sitzend, lachen alle darüber, wenn ein Erwachsener sich in eine Art Sarg legen muss, gefüllt mit einem Haufen ekliger Tiere (Ratten, Käfer, Maden, Spinnen), der Deckel draufkommt und er dort eine Weile ausharren muss, um seinen Stern fürs Abendessen zu gewinnen.

Nun stelle man sich bitte vor, dass es in RiGaG-Kreisen „normal“ ist, Kinder schlimmsten Ängsten und Ekel auszusetzen. Da wird das Kind gezwungen zu essen, was ihm vorgesetzt wird, Verschimmeltes, Erbrochenes, Kot, rohes Fleisch, Urin, Blut. Alles um jegliche Grenze zu überschreiten, um Widerstand zu brechen, um Selbstbestimmung zu nehmen. Was wiederum auch wichtig ist, denn in dem ein oder anderen Ritual gehört es dazu Blut zu trinken oder auch z.B. das Stück eines Herzens des Wesens, welches gerade getötet wurde, zu essen. Also müssen die Kinder das können, dürfen keinen Ekel davor haben und werden darin trainiert. Gut ausgebildet ist das Kind, wenn es alles, völlig egal was es ist, ohne Widerstand und Würgereiz, anstandslos und ohne Fragen, isst.
Zum Spalten eines Kindes ist es nötig, es in eine Situation zu versetzen, in denen es in Todesangst steckt, in denen sein Leben (gefühlt) gefährdet ist.
Da kommt es durchaus mal vor, dass ein Kind über Stunden oder Tage in eine Kiste eingesperrt wird, manchmal auch mit dem ein oder anderen Klein-Kriech-Ekel-Tier. Ergänzend sollte ich hinzufügen, dass dieses Kind nicht weiß, ob oder wann es wieder freigelassen wird, dass ihm vielleicht sogar gesagt wird, dass es als Strafe (für irgendwas) sterben wird. Von Dunkelheit umschlossen, völlig allein und unter Panik und Todesangst muss es ausharren. Ausharren bis es seine Lektion gelernt hat oder gewünschtes anderes Ziel erreicht wurde. Egal wie oft es in der Zwischenzeit schreit, bettelt, fleht. Da hilft nicht der Ausruf: „Ich bin ein Kind, holt mich hier raus!“ Keiner hört es, außer denen die genau das erreichen wollen. Die Seele spalten, Grenzen brechen, Leiden sehen, Demütigung erteilen, Kontrolle erlangen.

Ich finde diese Sendung äußerst geeignet, um nicht-Betroffenen in Ansätzen (denn das lässt sich noch um einiges ergänzen) eine Vorstellung von unserem Leben und dem Leben vieler anderer Kinder, zu ermöglichen.
Man übernehme (einige) der Prüfungen in eine andere Umgebung, meist deutlich beängstigender als der Dschungel es, mit all den anwesenden Personen und dem Wissen das einem dort nichts lebensbedrohliches zugefügt wird, sein kann, ersetze die zu prüfende Person durch ein verängstigendes, nichts ahnendes/wissendes, den Menschen um sich herum ausgeliefertes, Kind und nehme sich für die „Prüfung“ ein bisschen mehr Zeit. Soll ja schließlich wirksam sein, Erfolg versprechen. Das benötigt schon ein wenig Zeit. Und man sollte bitte nicht vergessen, dass dem Kind keine Wahl bleibt, ob es das erträgt, aushält und überlebt. Es hat keinen eigenen Willen!

So, nun viel Spaß allen Dschungelcampfans bei ihrer Sendung.