Scheiß Melodie

Heute schreiben wir um uns kurz festzuhalten und wenns nur durchs festhalten am schreiben ist um wenigstens einen kurzen Beitrag zu schaffen.

Wir sind kurz vorm durchknalln. Hier geht iwo in ner Nachbarschaft seit mehr als zwei Wochen ständig so ne scheiß Melodie. Mindestens zweimal die Stunde manchmal auch gern vier oder fünf mal. Und wenn ich wüsst woher, ich hättes schon längst vernichtet. Hauptsächlich in ner Nacht manchmal aber auch am Tag. Innen bricht voll die Panik aus unds schlaucht echt. Da soll man noch die Nerven behalten, wenn man zum hundertsten Mal erklärt, dass voll kein Grund herrscht Panik zu schieben weil ja doch nix passiert und das in ner Dauerschleife. Diese Erklärungsversuche sind eh vergäudete Mühe, weil sich dämliches Zeug zusammen gesponnen wird, was das komische Beziehungsgestrüpp einiger in der Außenwelt mit dieser scheiß Melodie zu tun hat. Oder welche inneren Zustände darauf zurück zu führen sind.
Für jedes Argument gibts nen Gegenargument und überhaupt. Ach hat ich schon erwähnt das es uns in den Wahnsinn treibt?!

Falls der/die/das Melodieverantwortliche diesen Beitrag rein zufällig lesen sollte, bitte melden. Lässt sich bestimmt ne Lösung fürs Problem finden.
Boah nee geht echt gar nicht, Versuch wars wert.

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Nächtlicher Polizeieinsatz bei unseren Nachbarn

Es ist kurz nach drei, mitten in der Nacht. Der Fernseher läuft zur Ablenkung von der Nacht und all dem damit verbundenen Stress.

In der einen Hand das Kuscheltier, die andere spielt zur weiteren Ablenkung auf dem Handy.

Plötzlich reißen Hilfeschreie einer Frau uns aus unserem Aushalt-Durchhalt-Zustand.

Sie kreischt und brüllt, irgendwas unverständliches und immer wieder, Hilfe, Polizei!

Tausend Bilder schießen durch den Kopf, selbstgefundene Erklärungen für die Schreie. Kurz erstarrt der Körper und Angst steigt auf. Was ist wenn da jetzt…
Jemand anderer übernimmt den Körper, schließlich muss gehandelt werden, dort braucht jemand Hilfe.
Er geht raus auf den Balkon, überprüfen von wo die Schreie kommen und abchecken ob man helfen kann. Scheint richtig was los zu sein also wurde das Handy gezückt und die Polizei gerufen.

Innerliches durchdrehen, Polizei anrufen verboten, sprechen verboten, gefährlich!!!

Außen wird gehandelt, der Notruf gewählt und die Polizei informiert. Inzwischen hatten wohl bereits andere ebenfalls angerufen, denn im selben Moment fahren zwei Polizeiwagen vor.
Sie eilen ins Nachbarhaus, sie schreit weiter, dazwischen Geschrei der Polizisten, die äußerst bemüht waren, die Situation möglichst schnell in den Griff zu kriegen. Sämtliche Nachbarn standen bereits an ihren Fenstern, schüttelten die Köpfe, tuschelten sich kleine Lästereien über die Polizisten und die betroffenen Nachbarn zu.

Die Frau hörte auf zu schreien, die Polizisten und weitere Männer aus der Wohnung gerieten wohl in Rage, zwischendurch knallte es, einer, vermutlich der Teenager-Sohn der schreienden Frau, rannte aus dem Haus und auf Socken die Straße entlang. Einer der Polizisten rief noch hinterher aber der Junge lief einfach weiter, ängstlich, überfordert und völlig neben sich stehend. Schien dann aber allen anderen Beteiligten egal.
Während dessen kümmerten sich die anderen Beamten darum, sämtliche Männer aus der Wohnung in ihre Polizeiwagen zu räumen und der Frau klarzumachen das es besser ist, wenn sie auch ihren Freund erstmal mitnehmen. Schließlich hätte er sie ja angegriffen und sie soll die restliche Nacht nutzen um sich Gedanken zu machen.
Sie war damit nicht einverstanden, entschuldigte sich bei ihrem Freund, weil er nun mit musste. Den Beamten war das dann aber nicht mehr so wichtig, sie waren fertig mit der Arbeit vor Ort und wollten wohl los.

Inzwischen sackte der Körper auf dem Balkon zusammen, die Beine versagten, zitterten unkontrolliert und konnten die Last nicht mehr tragen.

Ängstlich, auf dem Boden hockend, zusammengekauert, auf die Strafe wartend, die Hände schützend über den Kopf gehalten.

Nichts passiert, niemand kommt um sie zu bestrafen, doch sie weiß die Strafe wird kommen. Mit der Polizei darf sie nicht sprechen!

Als sich ihre Verkrampfung etwas lockert, hört sie hinter sich jemanden sprechen. Beruhigende Worte und eine weiche kuschelige Hand können sie nun erreichen. Sie zögert noch einen Augenblick, schaut nochmal ängstlich in alle Richtungen, niemand ist sonst zu sehen. Endlich kann sie loslassen und sich nach Innen begleiten lassen. Sanft, in kuschelweichen Armen wird sie fortgetragen, drückt ihr Gesicht ins Fell, um sich ganz darin zu verkriechen. Als sie bei ihren Blätterbett ankommen ist, ist sie schon viel ruhiger, atmet langsamer und gähnt. Der mit dem kuscheligen Fell wird noch bei ihr bleiben, bei ihm fühlt sie sich sicher, wenn er da ist muss sie keine Angst haben.

Der Satz bildet den Boden

Vermutlich war es dieser eine Satz, dieser eine Moment vor ein paar Tagen.

Es war in einem Kontakt mit unserer Therapeutin, ein Moment in dem gedacht und gefragt wurde: “ Warum lassen wir zu, dass andere soviel Macht über uns haben?!?“

Das passierte in einem Moment in dem wir dem Aufgeben sehr nah waren. Sämtliche Hoffnung sich auflöste und in einem tiefen schwarzen Nichts endete.
Ein Moment in dem alles sinnlos schien, in dem wir selbst und andere den Glauben an uns verloren hatten.

Zwei Möglichkeiten waren gegeben, aufgeben zu kämpfen und dieses Leben beenden oder Neugestaltung, Funktion-Funktion -Funktion, umorganisieren, aufstehen, loslaufen.

Die Verantwortung siegte und dieser Satz, der uns für einen Moment erlaubte, zu glauben das wir das nicht müssen. Der es zuließ für einen Moment zu glauben, dass wir selbst diejenigen sein dürfen, die die Kontrolle über unser Leben tragen.
Gerade: wie kannst du sowas schreiben? Hast du sie noch alle? Wir die Macht über uns?!! Du weißt, dass es das nie geben wird! Wie kannst du sowas lächerliches hier aufschreiben? Auslachen werden sie dich für diese absurden Gedanken!!

Nun gut, machen wir anders weiter.
Dieser Moment war also der an dem wir nun wieder aufgestanden sind. Wackelig und mit zittrigen Beinen, in dem wir uns an unsere Verantwortung unserem Kind gegenüber klammern und gar nicht anders dürfen, als weiter zu machen.
Aufstehen und weiter geht es!

Ein bisschen ungewollt und dennoch gewollt, sind wir derzeit zum Radfahrer geworden. Wir, die sich draußen nur im Auto sicher fühlen, haben unser Auto also verliehen und fahren Rad.
Es tut gut, heut sind wir knapp 35km gefahren. Hätte nicht geglaubt, dass es in diesem absolut untrainierten Zustand so gut klappt.

Ja und dann haben wir Supermama gespielt und uns überreden lassen die Klassenfahrt unseres Zwergs,  nach den Sommer, zu begleiten.
Laut der Lehrerin können wir ja so toll mit den Kids…
Andere Geschichte aber nach dem letzten Eintrag in das Mitteilungsheft ihrerseits, war das jetzt leicht widersprüchlich.

Der Anlass zu der Bitte, die Fahrt zu begleiten, war wohl der heutige Tag der Bundesjugendspiele. Sie scheint immer wieder überrascht davon, dass wir es schaffen, die Rasselbande davon abzuhalten, sich gegenseitig zu erschlagen, in Reihen den Dominoeffekt zu testen, der entsteht, wenn der letzte in der Reihe, denjenigen vor  sich, kräftig schubst oder zu testen, wie fest die Haare der anderen Kinder am Kopf festgewachsen sind. Das es sogar möglich ist, die Aufmerksamkeit der gesamten Klasse zu erlangen, um ihnen Spiele etc. zu erklären.

Seit ein paar Tagen funktionieren wir wieder besser. Wir haben es geschafft einen Termin bei unserer Psychiaterin wahrzunehmen und hatten tatsächlich mal ein nettes Gespräch mit ihr. Nicht länger als sonst, anders. Sie war aufmerksamer, wir hatten zum ersten mal das Gefühl nicht einfach an ihr vorbei zu reden.

Oh ach ja. Wir haben auch geschafft in den letzten Wochen, einmal wöchentlich zum Zahnarzt zu gehen. Diese Woche haben wir den Termin absagen müssen. Eine Situation mit unserem Zwerg, letzte Woche beim Zahnarzt, hat sehr getriggert und war so fies, dass hier alles wieder aufgebrochen ist.
Hoffentlich legt sich das möglichst bald wieder, damit wir neue Termine vereinbaren und die Behandlung fortsetzen können.

Manchmal ist spalten überlebensnotwendig… auch in diesem Fall war es die letzte Möglichkeit. Hoffen wir das wir damit erstmal gut fahren und uns bald wieder sortiert bekommen.

Wortlosigkeit

Es fällt uns sehr schwer momentan hier zu schreiben. Nicht nur hier auch sonst gelingt es uns kaum. Als wäre das noch nicht genug, schmeißen wir uns sämtliche anderen Hürden in den Weg, die uns das Leben weiter erschweren können. In den vergangenen Beiträgen haben wir auch schon immer mal wieder davon geschrieben, wie schwer es uns fällt, den Kontakt zu wichtigen Personen zu halten.

Niemandem von uns wird damit wirklich geholfen sein auch, wenn der ein oder andere meint, es wäre der schlauste Weg sich aus dem Staub zu machen, schnell wieder alle Fenster und Türen zu schließen, bevor wirklich jemand dahinter schaut. Bevor es wirklich jemand schafft, dass wir sie/ihn lieb haben, ins Herz schließen und schlimmer noch, bevor man uns vielleicht wirklich gern hat. Denn am Ende sind wir doch dann nur enttäuschender Ballast usw. bla bla bla… scheiß Tätergedönsgelaber!!! Dummerweise schwirrt es uns aber sowas von durchs Hirn, dass man kaum was hat zum gegensetzen und ja auch eigentlich wirklich genug Zweifel da sind, ob das alles so gut und richtig ist, wie es ist oder ob wir uns damit dann nicht doch noch die eigene Grube graben. Wo Zweifel vorhanden sind, ist es leicht die Gedanken zu vergiften. Viel zu schwer ist es, sich davon zu distanzieren, sich bewusst zu machen, dass man so eigentlich gar nicht denkt und denken möchte.

„Nimm das was da ist und was irgendwann daraus wird, wird man sehen.“ Gerne würden wir das für uns übernehmen. Gerne hätten wir den Raum in uns den Moment zu genießen, das festzuhalten, was ist und nicht nach der Zukunft zu fragen. Zumal uns ja auch bewusst ist, dass niemand sie uns voraussagen kann, dass niemand eine Garantie aussprechen kann und das wir lernen müssen dieses Risiko einzugehen, wenn wir andere, gute Erfahrungen machen möchten. Das möchten wir. Alles in uns schreit danach Leben zu erfahren, Freiheit kennen lernen zu dürfen, Selbstbestimmtheit fühlen zu dürfen, sagen zu dürfen was man sagen möchte, fühlen zu dürfen was man fühlen möchte, Entscheidungen treffen zu dürfen, ohne ständige Gefahr der Bestrafung. Das und noch vieles mehr möchten wir sehr gern, unsere Angst aber steht uns im Weg, Kontaktverbote stehen im Weg, Schweigegebote stehen im Weg, VERBOTE VERBOTE VERBOTE!!! sie stehen im Weg und fesseln uns an alte Verhaltensmuster. Schmeißen uns zurück in den Stillstand und die Wortlosigkeit, in die Gelähmtheit und Hilflosigkeit, in die Verzweiflung, in die Todessehnsucht, in die Todesangst, in die Flucht, den Rückzug, die Einsamkeit, das Alleinsein.

Vor zwei Tagen mussten wir notfallmäßig zum Zahnarzt. Der totale Trigger für uns und schier unaushaltbar aber es ging kein Weg mehr dran vorbei und wir wurden zwangsmäßig (lieb gemeint) zum Zahnarzt geschliffen. Der Weg dorthin war schon ein einziger Kampf. Wegrennen wollen und versuchen, hysterisch werden, dissoziieren, streiten, heulen, durchdrehen. Dort angekommen, am ganzen Körper zitternd und panische Angst, hat ne kleine von uns dann (wie so häufig) übernommen und mutig die Behandlung über sich ergehen lassen. Es war schlimm für sie, zumal es uns zwischendrin total weggeflasht hat und unsere Partnerin doch ne Weile gebraucht hat uns da wieder raus zu holen. Am Ende waren wir froh das sie dabei war, denn sie kennt uns gut genug um die Situation zuordnen und reagieren zu können, was sie dann auch tat und auch die Zahnärztin samt Helferinnen waren super und haben richtig gut reagiert. Sicher auch weil unsere Partnerin ihnen nebenbei erklärte was da gerade bei uns passiert und woran es uns erinnert, was soviel Angst auslöst. „Hier bricht euch keiner den Kiefer, das Knacken ist normal und kommt vom Zahn. Hat sich genauso schlimm angehört aber es passiert euch hier nichts. Der Kiefer ist noch ganz und das bleibt er auch!“ Diese und ähnliche Sätze kamen dann auch von der Zahnärztin, die relativ schnell verstanden hat. Unsere Lütte hat das so super gemacht und trotz des heftigen Flashs und Dauertriggers durchgehalten und war am Ende furchtbar stolz, wir andern auf sie auch und wir sind es noch. Was wir ohne diesen Zwerg machen würden… ich kann es mir überhaupt nicht vorstellen…

Und dennoch, es geht ihr nicht gut. Sie hat in den letzten Wochen einiges erfahren und erlebt, was ihr schwer fällt zu begreifen und zu verarbeiten. Sie versucht ihre Fröhlichkeit nicht zu verlieren, vielleicht auch, weil sie weiß wie wichtig sie für uns ist, ihre positive unbeschwerte Art. Sie überspielt wie es ihr geht und das bereitet uns Sorge. Lieber hätten wir es, sie würde reden, sich das holen was sie braucht, sich helfen lassen. Vielleicht braucht sie aber auch wirklich erst eine Zeit für sich um sich dann mit uns und den Thematiken auseinander zu setzen.

Wir sind an einem ziemlichen Tiefpunkt der schwer zu händeln ist, in dem es schwer ist nicht wirklich aufzugeben und denen das Feld zu überlassen, die diesem Leben einfach ein Ende bereiten. Genau deshalb aber fangen wir noch mehr an zu kämpfen und noch mehr zu fokussieren. Wir wollen das nicht einfach zulassen, wollen auch jetzt wieder irgendwie über diesen Punkt hinweg kommen. Also versuchen wir uns auf anderes zu konzentrieren. Heut haben wir Lampen in unserer Wohnung angebracht. Bisher gab es nur eine im Kinderzimmer, ansonsten nur die rohen Fassungen mit Glühbirnen drin. Und ständig haben wir es vor uns hergeschoben, weil es immer hieß wir würden hier bald wieder ausziehen und somit lohnt es sich nicht. Inzwischen ist uns egal ob wir morgen oder übermorgen ausziehen (was wir natürlich nicht tun), wir möchten die Wohnung endlich schön haben. Also, heute Lampen gekauft und auch direkt angebracht. Hat gut geklappt und wir haben es ohne Stromschlag oder Kurzschluss geschafft. Im Anschluss dann nochmal losgefahren und für unsere Wohnzimmerfenster Jalousien gekauft. Die haben wir dann natürlich auch direkt angebracht, sowas können wir dann ja doch nicht liegen lassen. Eine Jalousie muss morgen nochmal umgetauscht werden aber dann können wir die auch noch anbringen und dann ist es fertig. Hab schon überlegt, ob ich unserem netten Spannernachbarn zuliebe eine Zeit einrichten sollte, für die wir ihm versprechen, dass wir die Jalousien oben lassen. Nicht das ihm nachher zu langweilig wird und er wegen uns noch mehr Bier trinken muss… Ach nee… cool, wenn man auch einfach mal zu machen kann und man nicht ständig auf dem Präsentierteller hockt.

Morgen bekommen wir dann noch einen neuen, gebrauchten Esstisch und Stühle. Die werden wir abschleifen und neu lackieren. Da freuen wir uns schon riesig drauf. Solche Arbeiten machen wir gern und endlich wieder ein Esstisch zu haben, ist auch richtig toll!

So, das ist es nun erst einmal wieder gewesen. Ich bin gerade froh, dass wir es mal wieder geschafft haben etwas zu schreiben und wir möchten versuchen wieder häufiger zu schreiben. Ihr werdet sehen ob es uns gelingt oder ob es doch noch eine Weile still um uns bleibt.

Heute wird es besser! Versprochen!

Gestern Abend hat es uns noch ganz übel erwischt sozusagen. Bisher wurde immer ein großer Bogen um Trommeln gemacht. Ohne zu wissen warum, sie waren uns einfach schon immer suspekt.

Eine unserer kleinen hat dann gestern Trommeln entdeckt und gemeinsam mit jemand anderem ein bisschen getrommelt. Und dann auf einmal schlug es total um und wir waren ziemlich angetickt.

Schnell ins Bad verschwunden und mit kaltem Wasser versucht wieder etwas zu sich zu kommen um dann wenigstens ins Auto und nach Hause kommen zu können. Es hat auch ganz gut funktioniert und wir sind dann ins Auto um zu fahren. Nach einigen Metern, also gerade vom Hof gefahren, haben wir dann gerade noch gemerkt, dass es uns weghaut. Irgendwie wurde es dann noch geschafft das Auto an die Seite zu fahren und den Motor auszustellen. Kaum war das erledigt, hingen wir auch schon voll in Flashs fest. Der Zugang nach Aussen brach komplett ein und draußen wurde geschrien, geweint und um sich geschlagen. Wie gut das Autoscheiben doch ein bisschen was aushalten und nicht sofort zerbrechen…

Nach ungefähr einer halben Stunde haben wir es dann endlich geschafft die Kleine rein zu holen und konnten dann, nach ein paar Minuten, wieder weiterfahren. Nach etwa 500 gefahrenen Metern ging das ganze dann wieder von vorne los. Eine erneute halbe Stunde später hatte sich die Situation dann aber glücklicherweise wieder geregelt und wir konnten endlich nach Hause fahren.

Dort angekommen ging dann auch gar nicht mehr viel, wir waren vollkommen fertig und alles tat uns weh. Also nur noch in die Arme der Partnerin einekuschelt und vergessen was passiert ist, einfach vergessen, wieder weg machen, RUHE!

Aber auch davon haben wir nicht mehr viel mitbekommen. Keiner hat es geschafft sich länger vorne zu halten und wir wechselten ununterbrochen durch, waren völlig aufgekratzt und haben unsere Partnerin schon ganz schön kirre gemacht. Bin aber froh das wir trotzdem bei ihr bleiben durften und sie uns nicht rausgeschickt hat. Eigentlich hätte sie schlafen müssen, war auch schon ziemlich müde.

Heut wird ein besserer Tag, das haben wir fest beschlossen. Hoffentlich hat der Tag das auch mitbekommen…

Wir haben uns einiges vorgenommen, mal sehen was davon tatsächlich klappt. Think positiv! Ja ja, klar wird heut alles gut und wir schaffen alles was die To-Do-Liste so hergibt.

Auf gehts!

Mutige Aktionen

Der Text heute hat wieder einiges an Triggerpotential. Bitte prüft vorher gut, ob ihr stabil genug seid ihn zu lesen.

Wir gehen neue Wege. Sie sind anstrengend, lösen eine Menge aus, aber sie sind nötig um unseren Zielen näher zu kommen. Vor allem aber unserem Hauptziel, der Freiheit!

Es gibt so bestimmte Dinge, Versuche der RiGaG uns zu erreichen, Programme zu starten, Kontrolle auszuüben und die Macht über uns nicht zu verlieren.
Leider schaffen wir es noch nicht, diesen Dingen auszuweichen, sie nicht mehr anzunehmen, nicht mehr zu reagieren.

Aber wir schaffen es uns dagegen auf eine gewisse Art und Weise zu wehren, uns zu befreien.
Wir versuchen zu erklären warum. Es ist allerdings ein schwieriges Thema, daher wissen wir noch nicht genau, auf was es hinaus läuft und was hier am Ende wirklich stehen wird.

Wir bekommen regelmäßig im Abstand von zwei bis drei Tagen, manchmal auch mehrere Tage nacheinander, Postkarten, Briefe, Zeitungen, Zeitschriften, Nachrichten usw. in den Briefkasten gesteckt. Ein braves und gut erzogenes Mosaiksteinchen läuft auch brav los und leert ihn aus, um dann die zugesandten Nachrichten auch ja zu lesen.
Bunte Postkarten, verschiedene Farben, manchmal auch nur eine, manchmal sinds auch nur die Bilder auf den Karten, die wichtig sind zu beachten. Hin und wieder gibt es auch andere Überraschungen, man ist ja kreativ, nicht wahr?!

Kommen wir zum nächsten Punkt. Wir können diese Karten, Briefe etc. nicht einfach in den Müll schmeißen und entsorgen. Das ist unmöglich umzusetzen für uns, nicht erlaubt. Es ist auch nicht möglich, dass jemand anders diese Aufgabe übernimmt und diese Dinge entsorgt, dann ticken wir vollkommen aus und kämpfen darum, es zu erhalten.
Also ist die Folge davon, das sämtliche Dinge verstreut in unserer Wohnung sind, wir somit immer wieder darüber stolpern und damit konfrontiert sind. Jedesmal wieder die Bilder sehen, das Geschriebene, die Zeichen, die Worte, die Sätze, einfach ALLES. Immer wieder Konfrontation, immer wieder auslösen von Programmen, Schuldgefühlen, Versagensgefühlen usw. Immer wieder erinnern an Schweigegebote, Loyalität, Versprechen,  Aufgaben. DAS ist nicht gut, es ist uns schon lange bewusst, wir waren jedoch nicht in der Lage daran etwas zu verändern.
Nun haben wir da schon zwei große Schritt gewagt.

Zwei wichtige Schlüssel haben wir aus der Hand gegeben.
Das ist schon etwas her und dennoch, der Kampf ist täglich zu spüren. Die Angst, die Panik, das Wissen etwas absolut Verbotenes getan zu haben. Und jedesmal wieder, wenn wir die Person sehen, der der Schlüssel anvertraut wurde, ist es ein riesen Kampf, nicht um den Schlüssel zu betteln, nicht auf die Knie zu fallen und alles was möglich ist anzubieten, im Tausch gegen den Schlüssel.
Und jetzt haben wir noch einen drauf gesetzt. Haben angefangen auszusortieren, Karten, Briefe usw. zu sammeln und aus den Händen zu geben. Jemandem zur Aufbewahrung anzuvertrauen. Wir tun das und gleichzeitig fragen wir uns ob wir sie noch alle haben?! Sind wir nicht bescheuert das alles aus der Hand zu geben, jemand anderem anzuvertrauen, jemandem zu vertrauen, zu glauben, dass es nur aufbewahrt, nicht vernichtet wird. Zu glauben, dass man weiterhin Zugang hat, wenn es nötig ist. Und überhaupt, diese Dinge jemand unbeteiligtem zugänglich zu machen und zu zeigen.

Bis vor kurzem hätten wir uns das nicht mal im Ansatz vorstellen können und nun stecken wir mittendrin. Mittendrin in den Programmen, mittendrin in der Panik, mitten drin im Chaos, mittendrin… einfach nur mittendrin…
Ein zurück gibt es nicht mehr, es gilt das zu überleben, zu schaffen, zu glauben und zu hoffen.
Es ist ein Stück weit ein Lösen von der RiGaG und von der Familie, von der Macht die sie über uns haben und gleichzeitig löst es soviel aus, was zeigt, wie viel Macht sie über uns haben.

Wir wollen nicht daran zugrunde gehen, dass wir uns trauen und zu lösen, dass wir uns trauen unser eigenes Leben leben zu wollen. Nein, das wollen wir nicht! Aber es ist verdammt schwer! So vieles in uns schreit aus den unterschiedlichsten Gründen nach dem Ende, danach das es vorbei sein soll, vorbei sein muss. Und wenn einem kein anderer Weg einfällt, kann es nur durch die Selbsttötung sein. Aber genau DAS ist ihr Ziel, genau DAS würde ihnen entgegen kommen, nicht uns! Und das sollte der Gedanke sein, der uns weiterhin kämpfen lässt, der uns weiterhin davon abhält uns solange aufzuschneiden bis es nicht mehr geht. Genau das sollte es sein. Wir wollen ihnen nicht diese Macht über uns einräumen!!!

Ein Tag mit Höhen und Tiefen

Angefangen hat der Tag mit Panik, pure Panik. Der Termin beim Zahnarzt war erst für den Nachmittag, dennoch war die Anspannung extremst hoch und schlug immer mal wieder in Panik um.

Eine Stunde vor dem Termin kam dann unsere Vertraute, die uns auch zu dem Termin begleitete, vorbei und lenkte uns noch ein wenig ab und redete beruhigend auf uns ein. Außerdem haben wir eine zweite Packung von dem Schmetterlingsmagnetendingsda bekommen und haben versucht noch mehr Schmetterlinge auf einen Magneten zu kriegen. Beendet ist das Projekt noch nicht, da muss noch ein wenig an der Technik gefeilt werden. Instabiles, gemeines Dingens, das einfach ständig umkippt und dann kleben alle schönen Schmetterlinge, die eigentlich schön übereinander gestapelt bleiben sollten, unten auf dem Magneten. Sieht dann weniger schön aus, naja. Übung macht bekanntlich den Meister und wir geben nicht auf. Nee, von 16 Schmetterlingen lassen wir uns nicht unterkriegen *kopfschüttel*. Sollten wir tatsächlich irgendwann mal als Gewinner aus diesem Projekt hervorgehen, gibts auch nochmal ein Foto.

Nachdem dann klar war, dass es nicht hilft sich tot zu stellen, in Panik zu erstarren, weggedisst in der Ecke zu sitzen oder sonstiges, man also definitiv zum Zahnarzt muss, wenn man möchte das es irgendwann mal nicht mehr weh tut und man ein anständiges Kauwerk haben möchte, machten wir uns dann auf den Weg.

Unten dann nochmal schnell in den Briefkasten geschaut und siehe da, die Überraschung des Tages. Endlich, Post von der Rentenkasse. Man hoffte auf Mitteilung, dass geprüft wird, ob die Rente verlängert wird, man nen Gutachtertermin zugeschickt bekommt etc. hauptsache irgendetwas das erstmal bestätigt, dass unser Antrag auf Weiterbewilligung eingegangen ist und bearbeitet wird. Man muss ja schließlich wissen, wovon und wie man in der nahen Zukunft weiter leben kann.

Ganz anders als erwartet, war es nicht die Mitteilung über einen Gutachtertermin oder die Bestätigung der Bearbeitung. Nee! Wir könnens noch gar nicht glauben, wir haben direkt den Bescheid bekommen, dass die Rente weiterhin bewilligt wurde und das für die kommenden drei Jahre!!! Krass! Am liebsten hätten wir vor Erleichterung direkt losgeheult. Das tut so gut. Etwas zu bekommen ohne nochmal ewig drum kämpfen zu müssen. Ja, auch irgendwie eine Anerkennung unserer Probleme. Keine erneute Überprüfung, anscheinend reichten die vorhandenen Unterlagen und das Gutachten von vor nem halben Jahr. Und dann direkt drei Jahre! Damit haben wir auch überhaupt nicht gerechnet, nee gar nicht. Vielleicht höchstens nen Jahr oder so aber nee, direkt für drei Jahre. Und wir sind dankbar, froh darüber durchatmen zu dürfen, ein Problem weniger zu haben, eine Sorge weniger, eine Möglichkeit uns auf Dinge zu konzentrieren die wichtiger sind, als der ständige Kampf mit irgendwelchen
Ämtern oder versuchen zu arbeiten.

Die Partnerin sagte später, dass man uns glaubt und es keinen Grund gibt, erneut zu überprüfen, zu begutachten etc.

Und genau das war es auch was uns so überrascht hat. Das man uns glaubt, dass  wir nicht wieder Beweise vorlegen müssen, nicht wieder kämpfen müssen, nicht wieder rechtfertigen müssen warum man noch nicht wieder arbeiten kann und warum es einem immer noch so schlecht geht und überhaupt, ob das denn alles auch so stimmt.

Ja, da wären wir dann wieder bei unserer ständigen Angst, man könne uns nicht glauben, würde uns für Faker und Lügner halten oder jemanden der einfach nach Aufmerksamkeit schreit. Und ich wundere mich darüber, es jetzt hier aufgeschrieben zu haben. Normalerweise sprechen wir die Angst nicht an, sie ist zu groß und unbändig, etwas womit man uns in die Knie zwingen kann. Sie begleitet uns überall hin, hängt ständig wie ein dunkler Schatten an uns. Es tut uns so gut, bestätigt zu bekommen, dass man uns glaubt und gleichzeitig können wir das dann wiederum nicht glauben. Vielleicht sagt der andere das ja auch einfach nur damit wir uns in Sicherheit wiegen… (umfangreiches Thema. Vielleicht schreiben wir dazu nochmal gesondert)

Zurück zum Zahnarzttermin. Wir sind also wirklich hin, dort dann einen Bogen ausgefüllt und ab ins Wartezimmer. Bevor wir uns jedoch in die Angst absolut reinsteigern konnten, wurden wir auch schon aufgerufen. Peinlich aber uns rutschte ein „scheiße“ raus, welches die Zahnarzthelferin natürlich gehört hat (obwohl wir hofften es wäre leise genug gewesen oder gar nicht draußen angekommen) und auch gleich kommentierte, in dem sie uns versuchte zu beruhigen. Was sie uns erzählt hat haben wir schon gar nicht mehr wirklich mitbekommen, war aber wohl auch nicht so wichtig.

Alle waren unglaublich nett und rücksichtsvoll, schauten die ganze Zeit danach wie es uns geht, redeten mit uns und beruhigten. Dann wollte der Arzt sich erstmal mit uns unterhalten. Das hat mehr oder weniger gut funktioniert, irgendwie falsche Leute anwesend, nicht wirklich in der Lage sich so auszudrücken wie mans gern gewollt hätte und überhaupt kaum möglich zu folgen. Was geredet wurde, keine Ahnung. Anschließend hat er dann nur einmal schnell geguckt und die  Geräte, die ihm untersagt wurden, hat er tatsächlich liegen gelassen und nicht benutzt.

Das das nun folgende Röntgen nicht gerade unsere beste Disziplin ist, haben wir dann auch direkt unter Beweis gestellt. Schon bevor man den Raum betreten hatte, wollte man nur noch weg und wir mussten unglaublich aufpassen, nicht einfach aus der Praxis zu rennen. Im Raum angekommen, Wechsel, in die Ecke rennen, zittern, heulen, Panik. Unsere Begleitung und die Dame die uns röntgen sollte, versuchten zu beruhigen und zu erklären. Was sie sagten wurde nicht mehr registriert. Nach einer Weile, uns kams ne halbe Ewigkeit vor, konnte man sich dem Gerät dann nähern, es anschauen und mit Händchen halten dann auch irgendwann die Aufnahme machen. Wie gut nur, dass man auf dem Bild trotz des zitterns und nicht stillhalten könnens, alles erkennen konnte.

Bis das Bild dann fertig war, hatten wir uns auch einigermaßen wieder beruhigt, die Piercings und Ohrringe wieder eingebaut und waren in der Lage anzuhören, welche Behandlung der Zahnarzt vorschlägt.

Er möchte uns nicht unter Vollnarkose behandeln, was für uns Grundvoraussetzung war. Seine Vorstellung ist, dass wir eine normale Behandlung schaffen. Immer wieder gucken, was gerade geht oder was nicht mehr, flexible Termine machen mit der Möglichkeit jederzeit abzubrechen oder, wenn es gut läuft, länger zu machen. Er möchte uns unsere Angst nehmen und langsam wieder aufbauen können.

Klingt nett, ist nett gemeint, wir wissen nicht ob wir dazu in der Lage sind. Auch wenn unsere Vertraute uns zugesichert hat uns zu allen Terminen zu begleiten, dabei zu bleiben etc. , die Angst und Panik ist unglaublich groß. Diese Panik und Starre die uns ereilt, wenn wir auf diesem Stuhl liegen, Gesichter und Hände über uns, Gerätschaften mit denen man uns im Mund rumfummelt *kreisch* unerträglich, unaushaltbar!

Und nicht nur während wir dort liegen. Jetzt, einige Stunden nach dem Termin ist innen noch immer alles im Chaos versunken, schlägt man sich rum mit alten Gefühlen, schiebt man Panik obwohls schon längst vorbei ist, zittert und kann sich kaum beruhigen.

Der Arzt hat sich viel Zeit genommen. Eineinhalb Stunden waren wir dort und alle, wirklich alle waren sehr bemüht es uns so angenehm wie möglich zu machen. Aber dennoch… Panik und das Gefühl das niemals zu schaffen…

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