Wie war das nochmal?

Wo wir dann gestern bei alten Mustern waren…

Wieso meinen wir eigentlich ständig die Verantwortung für jeden übernehmen zu müssen, der sich uns anvertraut???

Klar wir kümmern uns, wir melden uns und gleichzeitig sträubt sich alles in uns.
Zugesagt ist zugesagt, wir melden uns also weiterhin und erkundigen uns nach seinem wohlbefinden.

Ach und sonst, Sex hättest du also gern mit uns?! Das ist aber nett von dir und natürlich kein Problem für uns. Warum sollte es das auch sein, wir sind schließlich nichts anderes gewöhnt. Besser nur für dich, dass du bereits gewarnt wurdest, dich nicht in uns zu verlieben und das auch ganz bestimmt nicht tust aber Sex mit uns, das wäre schon super.

Wenn du schlau bist, verliebst du dich tatsächlich nicht. Wir würden dir dein sensibles Herz nach kurzer Zeit in Stücke reißen und wenn du Pech hast, noch ordentlich darauf herumtrampeln. Danach würdest du zur Flasche greifen und dir das verbliebene kaputt saufen, solange bis du alles verloren hast.
Das solltest du also tatsächlich bleiben lassen.
Aber Sex, dass wärs doch, nicht wahr?!

Kotz

Natürlich… warum auch nicht?!?

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Der Satz bildet den Boden

Vermutlich war es dieser eine Satz, dieser eine Moment vor ein paar Tagen.

Es war in einem Kontakt mit unserer Therapeutin, ein Moment in dem gedacht und gefragt wurde: “ Warum lassen wir zu, dass andere soviel Macht über uns haben?!?“

Das passierte in einem Moment in dem wir dem Aufgeben sehr nah waren. Sämtliche Hoffnung sich auflöste und in einem tiefen schwarzen Nichts endete.
Ein Moment in dem alles sinnlos schien, in dem wir selbst und andere den Glauben an uns verloren hatten.

Zwei Möglichkeiten waren gegeben, aufgeben zu kämpfen und dieses Leben beenden oder Neugestaltung, Funktion-Funktion -Funktion, umorganisieren, aufstehen, loslaufen.

Die Verantwortung siegte und dieser Satz, der uns für einen Moment erlaubte, zu glauben das wir das nicht müssen. Der es zuließ für einen Moment zu glauben, dass wir selbst diejenigen sein dürfen, die die Kontrolle über unser Leben tragen.
Gerade: wie kannst du sowas schreiben? Hast du sie noch alle? Wir die Macht über uns?!! Du weißt, dass es das nie geben wird! Wie kannst du sowas lächerliches hier aufschreiben? Auslachen werden sie dich für diese absurden Gedanken!!

Nun gut, machen wir anders weiter.
Dieser Moment war also der an dem wir nun wieder aufgestanden sind. Wackelig und mit zittrigen Beinen, in dem wir uns an unsere Verantwortung unserem Kind gegenüber klammern und gar nicht anders dürfen, als weiter zu machen.
Aufstehen und weiter geht es!

Ein bisschen ungewollt und dennoch gewollt, sind wir derzeit zum Radfahrer geworden. Wir, die sich draußen nur im Auto sicher fühlen, haben unser Auto also verliehen und fahren Rad.
Es tut gut, heut sind wir knapp 35km gefahren. Hätte nicht geglaubt, dass es in diesem absolut untrainierten Zustand so gut klappt.

Ja und dann haben wir Supermama gespielt und uns überreden lassen die Klassenfahrt unseres Zwergs,  nach den Sommer, zu begleiten.
Laut der Lehrerin können wir ja so toll mit den Kids…
Andere Geschichte aber nach dem letzten Eintrag in das Mitteilungsheft ihrerseits, war das jetzt leicht widersprüchlich.

Der Anlass zu der Bitte, die Fahrt zu begleiten, war wohl der heutige Tag der Bundesjugendspiele. Sie scheint immer wieder überrascht davon, dass wir es schaffen, die Rasselbande davon abzuhalten, sich gegenseitig zu erschlagen, in Reihen den Dominoeffekt zu testen, der entsteht, wenn der letzte in der Reihe, denjenigen vor  sich, kräftig schubst oder zu testen, wie fest die Haare der anderen Kinder am Kopf festgewachsen sind. Das es sogar möglich ist, die Aufmerksamkeit der gesamten Klasse zu erlangen, um ihnen Spiele etc. zu erklären.

Seit ein paar Tagen funktionieren wir wieder besser. Wir haben es geschafft einen Termin bei unserer Psychiaterin wahrzunehmen und hatten tatsächlich mal ein nettes Gespräch mit ihr. Nicht länger als sonst, anders. Sie war aufmerksamer, wir hatten zum ersten mal das Gefühl nicht einfach an ihr vorbei zu reden.

Oh ach ja. Wir haben auch geschafft in den letzten Wochen, einmal wöchentlich zum Zahnarzt zu gehen. Diese Woche haben wir den Termin absagen müssen. Eine Situation mit unserem Zwerg, letzte Woche beim Zahnarzt, hat sehr getriggert und war so fies, dass hier alles wieder aufgebrochen ist.
Hoffentlich legt sich das möglichst bald wieder, damit wir neue Termine vereinbaren und die Behandlung fortsetzen können.

Manchmal ist spalten überlebensnotwendig… auch in diesem Fall war es die letzte Möglichkeit. Hoffen wir das wir damit erstmal gut fahren und uns bald wieder sortiert bekommen.

Geschützt: Das bringt mich nicht weiter!

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Erfolgreiches Gespräch

Das Gespräch mit der Therapeutin des Sohnes lief gut. Wie geplant sind wir allein hingefahren, denn es war uns wichtig nun erstmal die Situation zu klären, bevor es „normal“ weiter läuft.

Man sprach über Vertrauen und die Enttäuschung die es nun gegeben hat. Darüber, warum man sich übergangen und hintergangen fühlt und warum man nicht versteht, was da gerade passiert. Welche Probleme daraus nun für uns und auch für die Therapie entstanden sind und wie man nun damit umgehen möchte.

Wir konnten uns ihre Meinung anhören und können vieles davon gut verstehen. Es sind Sorgen und eine gewisse Hilflosigkeit die dahinter stehen, Überforderung und Unwissen. Bei genauerer Betrachtung aber alles Dinge die sich ausräumen lassen, wenn man die Situation betrachtet wie sie ist und sich nicht in der Sorge und Hilflosigkeit verliert.

Was wir nicht verstehen konnten war ihre rigorose Haltung in der sie niemanden mehr anhören wollte, keinen anderen vielleicht abschwächenden Eindruck zulassen konnte und darüber konnten wir auch sprechen.

Sie hat sich selbst erlaubt nochmal zu hinterfragen. Anzuhören was wir zu sagen haben, Revue passieren zu lassen was sie im Gespräch mit unserer Therapeutin gehört hat und (dafür sind wir dankbar) äußerte ihre tatsächlich dahinter stehenden Ängste. Nämlich die, irgendwann festzustellen, dass es besser gewesen wäre zu handeln. Absolut nachvollziehbare und verständliche Gedanken. Wir konnten ihr auch nochmal klar machen, dass wir nicht wütend oder enttäuscht sind, weil sie sich darüber Gedanken macht, dass evtl. andere Unterstützung notwendig ist, sondern das es uns Probleme bereitet hat, wie sie das alles angegangen ist. Die Hilflosigkeit und das Ausgeliefert sein in das sie uns befördert hat und in der kein Anker mehr greifbar war, weil sämtliche Fäden aus unseren Händen gezogen wurden ohne die Möglichkeit sie festhalten und mitreden zu können.

Nein, wir sind nicht böse, wenn jemand unsere Situation hinterfragt, sind nicht sauer, wenn sich jemand Sorgen um unseren Sohn macht oder darum wie es hier zu Hause sein könnte. Dafür sind wir eher dankbar und genau das benötigen wir um eine gewisse Sicherheit haben zu können. Wir benötigen ein Umfeld das hinterfragt, die Augen offen hält, bereit ist Kritik zu äußern, bereit ist Missstände anzusprechen, bereit ist auch Dinge zu sagen, die uns vielleicht weh tun oder die wir lieber nicht sehen möchten, bereit ist uns zu widersprechen und vor allem auch im Notfall bereit ist gegen uns und für unseren Sohn zu handeln. Es ist wichtig, denn allein auf unsere Wahrnehmung können und möchten wir da nicht vertrauen.

Ergebnis des Gesprächs ist, dass es nun doch einen Termin geben wird, in dem sie sich mit unserer Partnerin und einer weiteren Vertrauten unterhalten wird und sich deren Sicht der Situation anzuhören. Bis dahin wird erstmal nichts weiter passieren. Versprochen hat sie, dass sie nichts unternehmen wird ohne das vorab nochmal mit uns besprochen zu haben. Das wofür sie diese Unterstützung gern hätte, kann und wird eine Familienhilfe nicht bieten, das wird ihr langsam bewusst. Sie zweifelt nicht an das wir ein super Verhältnis zu unserem Sohn haben, auch nicht das er weder vernachlässigt, noch geschlagen oder sonstiges wird. Nein, sie äußert sogar sehr deutlich, dass sie sieht, dass da alles okay ist und wir sehr bemüht sind, trotz unserer eigenen Probleme, eine gute und fürsorgliche Mutter zu sein. Das wir da nicht nur bemüht sind sondern es in weiten Teilen auch schaffen. Sicher, das ein oder andere ist nicht immer perfekt aber damit müssen wir leben, denn auch wir wachsen an unseren Aufgaben als Mutter und wissen nicht immer unbedingt was richtig oder falsch ist, wie alles funktioniert. Aber wir kämpfen uns durch und bemühen uns immer und zu jeder Zeit unser bestmögliches zu tun. Das hat unser Sohn einfach auch verdient, denn er ist einfach toll (ja gut, okay, er hat auch seine Macken) aber nee, er soll anders aufwachsen dürfen, als wir es durften. Er soll Kind sein dürfen und aus eigenen Erfahrungen lernen dürfen, entdecken dürfen, wachsen dürfen…

Es tut immer noch so weh!

Was für ein Morgen!
Wach wurden wir von einer aufstehenden Schlafzimmertür, auf dem bett rumtapsenden Katzen, einem Hörbuch, welches durch die gesamte Wohnung brüllt und ganz schlechter Stimmung.
Der erste Gedanke war, wow was für ein scheiß geht denn hier ab und ah ich könnt nur heulen!
Heulen weil das Hörbuch durch die Wohnung schallt und weil die Katzen ihre Chance wahrgenommen haben und nun nervigst ihr Futter verlangen?
Nee! Heulen, weil der Bruder Geburtstag hat, weil man ihn unglaublich vermisst und weil man nicht verstehen und begreifen will, das es nicht gut ist Kontakt zu haben.
Nachdem wir also aufgestanden sind, die Katzen gefüttert haben, eine lauthalse Diskussion mit dem Sohnemann geführt haben, darüber wie man sich Sonntags morgens verhält und das es nicht okay ist, wie es heut gelaufen ist, er uns nur noch mehr auf die Palme gebracht hat mit ignorantem Verhalten und wir richtig wütend wurden, sitzen wir nun auf der Couch und heulen uns die Augen aus.

Er fehlt uns so sehr!

Früher war er ein Teil von uns, unser engster Verbündeter, unser Überlebenselexier. Heute sind wir uns fremd und fern, haben uns nichts mehr zu sagen, haben nichts mehr gemeinsam, leben unterschiedliche Leben und haben keine Ahnung mehr davon, wie es dem anderen geht.

Er fehlt uns so sehr!

Am liebsten möchten wir zu ihm fahren, uns entschuldigen und um Verzeihung bitten, rückgängig machen was wir zerstört haben! Würde er uns verzeihen?
Er hasst uns und gleichzeitig wissen wir, liebt er uns genauso sehr wie wir ihn.

Es tut so weh!

Er fehlt so sehr!

Er, der er früher einmal gewesen ist. Er, der uns früher zu essen brachte, wenn wir kurz vorm verhungern waren. Er, der uns vor anderen Kindern die uns ärgerten beschützt hat, der sich das ein oder andere mal vor unsere Mutter gestellt hat, wenn sie mal wieder grundlos auf uns losgegangen ist, obwohl er wusste, dass er dafür die Schläge und Demütigung abkriegen würde, das er derjenige sein würde, der am Ende zusammengekrümmt in irgendeiner Ecke liegen würde und sich vor Schmerzen nicht mehr rühren konnte, obwohl er genauso viel Angst hatte diese Prügelattacke nicht zu überleben.
Er war derjenige, der uns, nachdem er unsere Schläge kassiert hat, beruhigte und immer wieder wiederholte, dass alles gut sei und es ihm gut gehen würde und das nur damit wir uns beruhigen konnten. Er hat auf uns aufgepasst, soweit er das konnte und hat selbst, mehr als einmal, dafür alles abbekommen.

Er fehlt uns so sehr!

Er hat uns gezeigt das er uns liebt, hat uns getröstet, beruhigt und aufgepasst.

Er war stolz auf uns. Er fand, das er eine hübsche und intelligente Schwester hat. Das hat er uns nie gesagt, seine Freunde haben es uns erzählt. Er war stolz auf uns!

Und gleichzeitig war da etwas ganz anderes. Wir haben gelernt Täter aneinander zu werden. Uns gegenseitig zu verletzen, zu unterdrücken und zu erniedrigen! Wir haben uns gegenseitig bespitzelt und verraten, hintergangen und belogen!

Dann, mit unserer Flucht aus dem Haus unserer Mutter, änderte sich alles zwischen uns.

Er fing an uns zu hassen. Dafür, das wir vor ihm gegangen sind, ihn allein bei der Mutter zurückgelassen haben und das ohne ihm etwas davon zu sagen.

Damit haben wir seine Pläne durchkreuzt. Er ist älter, hätte vor uns das Haus verlassen müssen, hat sich danach gesehnt endlich gehen zu können. Das konnte er dann nicht mehr. Er hat es nicht geschafft, aus der uns aufgedrängten Verantwortung für die Mutter, auszusteigen und ist geblieben. Viel länger als er wollte, weit über seine Volljährigkeit hinaus!

Dafür macht er uns verantwortlich. Wir sind schuld!

Schuld an so vielem!

Bis heute hat er es nicht geschafft wirklich auszusteigen. Wir wissen nicht viel über seine Gedanken, eigentlich nichts. Denn wirklich gesprochen haben wir, seit wir von zuhause abgehauen sind, nicht mehr. Das ist nun fast 13 Jahre her! Wir können also für vermuten. Seit Jahren ist er im Ausland. Wir hoffen, dass das seine Art der Flucht ist, sein Weg Abstand zur Familie und der RiGaG zu haben, seine Chance ein eigenes Leben aufzubauen.

Gleichzeitig hält er Kontakt, schaut nicht hin, will nichts wissen, nichts sehen. Er verdrängt und verleugnet.

Und das steht zwischen uns und wird wahrscheinlich auch immer zwischen uns stehen. Wir können nicht mehr wegsehen, können nicht mehr aushalten, können nicht mehr gute Miene zum bösen Spiel machen. Und ganz wichtig, wir wollen auch nicht mehr! Wir wollen die Tradition unserer Familie nicht fortsetzen, wollen er nicht an die nächste Generation, also unseren Sohn, weitergeben. Wir können nicht mehr auf Familientreffen zusammensitzen und lächeln, wenn innerlich alles schreit und man nur noch kotzen möchte und dem Zusammenbruch bedrohlich nah steht. Wir möchten und können uns die Lügen unserer Familie nicht mehr antun. Dort gibt es nichts was ehrlich ist! Dort gibt er keinen ehrlichen liebevollen Umgang miteinander. Dort gibt es Hass, Verachtung, Lügen, Intrigen. Alles Dinge die wir nicht mehr ertragen können und wollen.

Dennoch sehnen wir uns nach unserem Bruder. Dem Bruder der er mal war, der er auch irgendwo tief in sich noch ist.
Wir wissen das auch bei ihm Anteile da sind die uns lieben und uns sehr vermissen. Wahrscheinlich ist es das was uns zerreißt! Dieses Wissen das es ihm genauso geht! Dieses Wissen, dass er zuhause sitzt und hofft wir würden uns melden, ihm sagen wie es uns geht (obwohl er die Antwort nicht hören wollen würde, er erträgt sie nicht), ihm zu seinem Geburtstag gratulieren und ihm sagen das wir ihn sehen möchten.
Danach sehnt er sich genauso sehr wie wir.

Das tut weh! Es zerrt an uns, zerreißt und lässt uns verzweifeln.

Wie gerne würden wir…

Aber es geht nicht. Es geht nicht, weil er noch immer zur Familie hält, weil er uns nicht verstehen will, weil er er nicht aushalten kann, weil wir nicht miteinander reden können. Es geht nicht, weil er es nicht schafft, kein Täter mehr zu sein. Weil er uns jedes Mal wieder daran erinnert, wie falsch wir uns verhalten, was wir für eine schlechte Tochter sind, wie schuldig wir sind, wie falsch und schlecht wir sind. Daran was wir alles nicht geschafft haben, wie falsch unser Weg ist und was wir alles besser machen könnten.
Er erinnert uns an unsere familiären Pflichten, unsere Pflichten gegenüber der RiGaG!

Und dennoch, es tut weh und er fehlt uns so sehr!

Wir werden uns nicht nicht melden können. Das schaffen wir (noch) nicht!

Sein können is Erholung pur!

Heut ist es einfach mal wieder gut.

Innerlich nicht ganz so gut aber in nem erträglichen Rahmen.

So, dass man nich n ganzen Tag nur aufpassn muss, dass nich wer durchknallt, scheiße baut. Angenehm! Echt angenehm! Sehr zu empfehlen 😉

Worans liegt? Ganz klar. Nen paar Stunden mit ner Freundin zusammen gehockt, gequatscht, gelacht und uns in Geduld trainiert. Schmetterlingmagnete aufeinander stecken. Zeign später noch n Foto. Daran habn unsere Lüttn richtig fun und auch die Geduld ums, gefühlte tausend Mal, aufzubaun. Sonderlich stabil is es nich 😀

Dann hatten wir heut ma wieder nen paar Stunden frei, abschaltn, nich ständig mitm Kopf beim Kind bleibn, ma nich funktioniern müssn, sein lassn wer sein will. DAS is Erholung pur, nimmt Spannung raus, gibt Raum zur Stabilisierung und Raum zur Erholung derer die sonst nie abschaltn können weil immers Funktionieren an erster Stelle steht. So gut, wenns dann ma kurzfristig nich sein muss. Wenns voll egal ist, wenn man nich da is, wegdissoziiert in der Ecke hängt unds niemandn juckt. Bissl ausagieren kann. Ist nicht unbedingt das schlechteste, gell?!

Körperliche Erschöpfung hat sich dann auch gleich bemerkbar gemacht. Was sonst keinen Raum haben darf, durfte sein unds war ok, dass nen Finger bewegn zwischendurch schon zu anstrengend gewesn wär. Kein selbst auferlegtes Verbot, keine Anforderungen, weder von außen noch von innen, alles war egal und das war gut!

Jetzt ists so, das wir gefühlt die nächsten 100 Stunden schlafn könntn, nachholen was über die letztn Monate nich ging. Schaun wa ma obs noch so is wenns Kind im Bett is, wenn schmeißen wir uns direkt mit in die Federn und nutzn die Gelegenheit. Funzt das nich, freut sich die Dame direkt hinter mir drauf, die Couch zu schruppn. Was sichtbarer Erfolg bewirkt is nich zu verachtn 😉

Das war dann ma mein Wort zum Freitag. Habt alle nen gutes Wochenende!

Wie konnte sie nur? Wut auf unsere Mutter

Wir sind wütend, wütend auf unsere Mutter!

Gestern haben wir in einem anderen Blog von Eltern gelesen, die ihr Kind vom Gymnasium nehmen wollen, weil es Ihnen egal ist, obwohl das Kind, mit ein wenig mehr Fleiß, in der Lage wäre weiterhin dort zu bleiben.

Bei uns endete der Weg auf dem Gymnasium in der achten Klasse, zweites Halbjahr. Und warum? Nicht weil wir nicht intelligent genug gewesen wären, nicht weil wir zu dumm sind. Nein! Mich interessiert heute noch, was unsere Lehrer sich damals gedacht haben.

Es gab keinen wirklichen Grund. Nach der siebten Klasse sind wir (mal wieder) umgezogen, wir waren (mal wieder) an einer neuen Schule, ohne irgendjemanden dort zu kennen. Fingen also gerade an uns einigermaßen einzufinden, fanden langsam Anschluss an die Klassengemeinschaft und waren eine durchschnittliche Schülerin, mit schwankender Leistung, allerdings in keinem Fach schlechter als eine Drei.

Dann kam der Tag der Tage, wir haben eine Englischarbeit zurück bekommen. Diese haben wir ziemlich in den Sand gesetzt (wer die wohl geschrieben hat???) und eine fünf geschrieben. Die Panik die in uns vorherrschte, bei dem Wissen nun nach Hause zu müssen, um der Mutter die Arbeit zu präsentieren, war unermesslich hoch. Dennoch, es blieb uns keine andere Wahl, fuhr man Heim und zeigte die Arbeit der Mutter vor.

Sie ist vollkommen ausgerastet, hat uns eine gescheuert, geschrien, gekreischt, Sachen rum geschmissen… uns eingesperrt und ist in die Schule gefahren.

Abends, als sie zurück kam, teilte sie uns beiläufig mit, dass wir nun ab dem nächsten Tag auf der Realschule wären. Sie hatte das alles schon geregelt, uns am Gymnasium abgemeldet, an der Realschule wieder angemeldet.

Damit war es das mit dem Abitur, dass wir so gern gehabt hätten, mit den Freundschaften, die sich gerade entwickelten.

Wieder eine neue Situation, eine neue Schule, eine neue Klasse, neue Lehrer.

Und wir wurden ganz klar gewarnt. Sollte man nochmal eine Arbeit so verhauen, findet man sich ganz schnell auf der Hauptschule wieder. Das passiert nun mal mit dummen Kindern!

Und wir sind wütend!

Sie hat uns damit, neben allem anderen was sie uns sonst noch verbaut hat, sämtlichen Mut genommen, unsere Ziele einfach mal eben von der Liste gestrichen, unseren Wunsch zerstört. Wir haben uns wohl gefühlt auf der Schule, auf dem Gymnasium, in der Klasse, mit den Lehrern und den Mitschülern. Ausnahmsweise sind wir nicht gemobbt worden.

Sie hat es geschafft, dass wir selbst inzwischen glauben zu dumm zu sein, dass wir uns nicht mehr zutrauen irgendwelchen Prüfungen gewachsen zu sein, dass wir lieber flüchten, als eine schlechte oder nicht ganz so gute Prüfung abzulegen.

Noch immer wünschen wir uns das Abitur, seit Jahren wollen wir es nachholen, immer wieder haben wir Anläufe gestartet, immer wieder aufgegeben, weil wir die dauernde Angst vorm Versagen nicht mehr ertragen haben. Und das, obwohl wir bei keiner dieser Prüfungen versagt haben. Aber es könnte ja passieren…

Wie können Eltern so verantwortungslos sein? Wie können sie ihrem eigenen Kind das Leben zerstören und dabei noch ruhig schlafen? Wie nur hat unsere Mutter das ertragen können, uns, ihr eigenes Kind, so kaputt zu machen?

Wir sind selbst Mutter und überlegen so oft, wenn wir unseren Zwerg sehen, wie unsere Mutter uns all das hat antun können. Wie sie ihr eigenes Kind hat quälen, verkaufen, foltern, missbrauchen, erniedrigen, verachten und lieben können.

Wie kann eine Mutter ihr eigenes Kind gezielt so zerstören???

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