Neuste Entwicklung zum Thema Mutter

Es ist so hart! Versager auf ganzer Linie ist absolut die richtige Bezeichnung für uns. Wir sind enttäuscht, wütend, verzweifelt, traurig, erfreut, hoffend, gefährdet vollkommen abzustürzen.

Unsere Mutter, täglich Thema, täglich Kampf, täglich unbegreifen, täglich Sehnsucht, täglich Schmerz, täglich Hoffnung… die Liste lässt sich beliebig erweitern.

Vor etwas mehr als zwei Jahren haben wir es geschafft den Kontakt zu der Mutter von unserer Seite abzubrechen.
Es gab Probleme die unseren Sohn betrafen, die uns die Kraft und Stärke verliehen haben, zu ihm zu stehen, zu uns zu stehen und für uns alle einzustehen und den Kontakt zu beenden.

Sie hat es wenig beeindruckt. Es gab keinen weiteren Versuch uns zu besuchen. Soweit konnte sie nicht mehr gehen, nicht solange unsere Partnerin an unserer Seite war und sie unsere gemeinsame Wohnung hätte betreten müssen.
Zwischen beiden, also zwischen der Mutter und unserer Partnerin, gab es in den vergangenen sieben Jahren einige unangenehme Zwischenfälle.
Unsere Partnerin hat die Mutter mehrfach mit ihren Taten an uns konfrontiert, hat beobachtet, sich schützend zwischen uns und unsere Familie gestellt und deutlich gezeigt, dass sie sich nicht den Mund verbieten lässt. Es gab Situationen in denen die Mutter in diesen Konfrontationen das ein oder andere zugegeben hat, um es dann zwei Stunden später wieder komplett zu verleugnen. Was sie aber nicht lassen konnte ist, unserem Sohn alle zwei bis drei Tage Post zu senden oder kleine Päckchen. Man könnte fast meinen, sie wäre eine tolle Oma/Mutter. Aber nur, solange man alles andere ausblendet.

Kommen wir nun zum eigentlichen Problem. Vor einigen Tagen hatte eine enge Freundin der Mutter Geburtstag und da auch sie uns und unserem Sohn zwischendurch Pakete schickt und wir uns für das letzte noch nicht bedankt haben, wollten wir ihr eine kurze Nachricht mit Geburtstagsgrüßen senden. Jemand aus unserem System hielt es für nötig, ohne unser Mitbekommen oder unsere Zustimmung, ihr unsere neue Adresse und die neue Handynummer mitzuteilen. Nachdem das bemerkt wurde, brach eine völlige Panik aus. Natürlich war uns sofort klar, dass wahrscheinlich genau in diesem Moment auch unsere Mutter davon erfuhr, da sie mit großer Wahrscheinlichkeit zu Gast auf ihrer Geburtstagsfeier war. Wieder übernahm jemand anders die Kontrolle über den Körper und schrieb der Mutter eine Entschuldigung und ebenfalls die neue Adresse.
Das war für sie natürlich die beste Einladung die sie von uns bekommen konnte. Damit ist der Damm gebrochen, die Einladung zu erneutem Kontakt ausgesprochen. Wie erwartet hat sie umgehend reagiert und uns zurück geschrieben.

Damit haben wir enorme Rückschritte gemacht und wenn wir das nicht ganz schnell wieder in den Griff bekommen, sind die vergangenen vier Jahre für die Katz und wir zerstören alles, was wir uns erarbeitet und aufgebaut haben.
Das Dilemma ist groß. Wir wissen nicht, wie wir das wieder in Ordnung bringen können. Eine einfache Nachricht mit dem Hinweis keinen Kontakt mehr haben zu wollen, lässt sich nicht umsetzen.

Wir haben furchtbare Angst, können nicht mehr klar denken und sind völlig am Ende. Außerdem sind wir so wütend auf uns, weil das überhaupt passiert ist und passieren konnte, dass es uns extrem schwer fällt, uns nicht stark zu verletzen, den Kopf vor die Wand zu schleudern, die Klinge zu nehmen um den Körper mit neuen Mustern weiter zu zerstören oder so lange mit den Fäusten auf Bäume einzuschlagen, bis die Hände ordentlich aufgerissen, vielleicht gebrochen, zumindest aber stark demoliert sind.
Bei vielen in uns schreit es nur noch nach Ende. Nach nicht mehr sein wollen, nicht mehr sein müssen. Nicht nochmal diesen Kampf kämpfen zu müssen, nicht erneut all das damit verbundene aushalten zu müssen.

Wir sind so überfordert mit all diesen Baustellen, die jede für sich schon Aufgabe genug wären.

Wir können nicht mehr, wir wollen nicht mehr und dieses ständige trotzdem müssen, raubt uns den letzten Nerv.

Wir haben zu tun… soviel…
Stattdessen sitzen wir hier und tun nichts.

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Erkenntnis über Freundschaft

Und erneut gibt es Anlass für totales Chaos. In einigen Ecken des Systems herrscht Wut, in anderen große Traurigkeit, in einigen auch Angst usw.

Ein Durcheinander von “ Ich hab euch von Anfang an gesagt das Freundschaft nicht existiert! Selbst schuld!“, “ Du weißt doch, am Ende rettet jeder nur seinen eigenen Arsch, ohne Rücksicht auf Verluste!“, “ Warum machen die das, haben die uns nicht mehr lieb?“, “ Sind wir jetzt keine Freunde mehr mit denen?“, “ Luftschlösser bauen. Da habt ihr eure scheiß Bestätigung!“, “ Wir hätten uns von Anfang an raushalten sollen, am Ende sind wir eh die gearschten.“, “ Wieso kann nicht mal einmal Rücksicht genommen werden, wenn wir hundert Mal darum bitten?“ bis hin zu Schuldvorwürfen endend in Selbsthass.

Selbsthass warum? Weil wir so dumm waren und nicht früh genug wahr haben wollten, dass man keine Rücksicht nimmt, dass Freundschaft nichts bedeutet, dass sich das Blatt jederzeit wenden kann, dass wir nicht wichtig sind usw. Es finden sich genug weitere Gründe die wir aufzählen könnten, zumal sich der Selbsthass in den letzten Tagen doch wieder ganz schön potenziert.

Sicher könnten wir auch wütend auf die betreffenden Personen sein und sind dies teilweise auch.

Viel wütender aber auf uns!

Auf unseren dämlichen Wunsch nach Harmonie, unserem dämlichen Glauben an das Gute im anderen, unsere verdammten Schwierigkeiten darin uns abzugrenzen, unserem Wunsch danach gute Freunde zu sein.

Wir solltens vielleicht einfach lassen und einsehen, dass es das, was wir unter Freundschaft verstehen, nicht gibt.

Weiter und dabei das Atmen nicht vergessen

Tief durchatmen, einfach nur atmen nicht vergessen.

Wir haben uns zuviel aufgehalst und kommen ins schleudern. Nicht gut. Wir müssen uns eingestehen das wir derzeit nicht so funktional sind, wie wir es mal waren und wie wir es vor allem gern wieder wären.

Es fällt uns sehr schwer, dieses ganze nicht funktionieren. Wir können und eigentlich auch wollen es uns nicht eingestehen, zugestehen. Einzelne von uns halsen uns so immer wieder Aufgaben auf, die uns eigentlich zuviel sind. Bei denen wir auch vorher abgesprochen haben, dass wir das nicht machen. Und?! Nichts hats gebracht. Nun stehen wir da und kommen nicht hinterher mit organisatorischem Kram, der eigentlich hätte schon längst erledigt sein müssen. Organisation einer Abschlussfeier und im Grunde steht noch nichts.
Wenn wir ehrlich zu uns sind, müssen wir sagen das wir es nicht geregelt kriegen und es in den kommenden Tagen wohl auch nicht schaffen werden.

Wir müssen die Aufgaben abgeben, andere Eltern bitten sich darum zu kümmern aber auch dafür müssen wir mit den Menschen in Kontakt treten und das ist grad recht schwierig.

Wir sind wütend und hoffen das wir daraus gelernt haben und in Zukunft auch einfach mal Nein sagen und andere Eltern sich bemühen müssen. Ist ja schön einfach, wenn man uns das immer zuschieben kann. Hat das Jahr zuvor ja auch super geklappt. Tja, dieses Jahr wird das nichts mit uns.

In einigen Tagen ist unser 30 Geburtstag, passend zu anderen stressigen Termintagen. Und schon jetzt steigt die Angst und die Panik und man würde am liebsten schon wieder im Nichts verschwinden.

Atmen, atmen, einfach weiter atmen…

Wie konnte sie nur? Wut auf unsere Mutter

Wir sind wütend, wütend auf unsere Mutter!

Gestern haben wir in einem anderen Blog von Eltern gelesen, die ihr Kind vom Gymnasium nehmen wollen, weil es Ihnen egal ist, obwohl das Kind, mit ein wenig mehr Fleiß, in der Lage wäre weiterhin dort zu bleiben.

Bei uns endete der Weg auf dem Gymnasium in der achten Klasse, zweites Halbjahr. Und warum? Nicht weil wir nicht intelligent genug gewesen wären, nicht weil wir zu dumm sind. Nein! Mich interessiert heute noch, was unsere Lehrer sich damals gedacht haben.

Es gab keinen wirklichen Grund. Nach der siebten Klasse sind wir (mal wieder) umgezogen, wir waren (mal wieder) an einer neuen Schule, ohne irgendjemanden dort zu kennen. Fingen also gerade an uns einigermaßen einzufinden, fanden langsam Anschluss an die Klassengemeinschaft und waren eine durchschnittliche Schülerin, mit schwankender Leistung, allerdings in keinem Fach schlechter als eine Drei.

Dann kam der Tag der Tage, wir haben eine Englischarbeit zurück bekommen. Diese haben wir ziemlich in den Sand gesetzt (wer die wohl geschrieben hat???) und eine fünf geschrieben. Die Panik die in uns vorherrschte, bei dem Wissen nun nach Hause zu müssen, um der Mutter die Arbeit zu präsentieren, war unermesslich hoch. Dennoch, es blieb uns keine andere Wahl, fuhr man Heim und zeigte die Arbeit der Mutter vor.

Sie ist vollkommen ausgerastet, hat uns eine gescheuert, geschrien, gekreischt, Sachen rum geschmissen… uns eingesperrt und ist in die Schule gefahren.

Abends, als sie zurück kam, teilte sie uns beiläufig mit, dass wir nun ab dem nächsten Tag auf der Realschule wären. Sie hatte das alles schon geregelt, uns am Gymnasium abgemeldet, an der Realschule wieder angemeldet.

Damit war es das mit dem Abitur, dass wir so gern gehabt hätten, mit den Freundschaften, die sich gerade entwickelten.

Wieder eine neue Situation, eine neue Schule, eine neue Klasse, neue Lehrer.

Und wir wurden ganz klar gewarnt. Sollte man nochmal eine Arbeit so verhauen, findet man sich ganz schnell auf der Hauptschule wieder. Das passiert nun mal mit dummen Kindern!

Und wir sind wütend!

Sie hat uns damit, neben allem anderen was sie uns sonst noch verbaut hat, sämtlichen Mut genommen, unsere Ziele einfach mal eben von der Liste gestrichen, unseren Wunsch zerstört. Wir haben uns wohl gefühlt auf der Schule, auf dem Gymnasium, in der Klasse, mit den Lehrern und den Mitschülern. Ausnahmsweise sind wir nicht gemobbt worden.

Sie hat es geschafft, dass wir selbst inzwischen glauben zu dumm zu sein, dass wir uns nicht mehr zutrauen irgendwelchen Prüfungen gewachsen zu sein, dass wir lieber flüchten, als eine schlechte oder nicht ganz so gute Prüfung abzulegen.

Noch immer wünschen wir uns das Abitur, seit Jahren wollen wir es nachholen, immer wieder haben wir Anläufe gestartet, immer wieder aufgegeben, weil wir die dauernde Angst vorm Versagen nicht mehr ertragen haben. Und das, obwohl wir bei keiner dieser Prüfungen versagt haben. Aber es könnte ja passieren…

Wie können Eltern so verantwortungslos sein? Wie können sie ihrem eigenen Kind das Leben zerstören und dabei noch ruhig schlafen? Wie nur hat unsere Mutter das ertragen können, uns, ihr eigenes Kind, so kaputt zu machen?

Wir sind selbst Mutter und überlegen so oft, wenn wir unseren Zwerg sehen, wie unsere Mutter uns all das hat antun können. Wie sie ihr eigenes Kind hat quälen, verkaufen, foltern, missbrauchen, erniedrigen, verachten und lieben können.

Wie kann eine Mutter ihr eigenes Kind gezielt so zerstören???