Die nächsten Schritte

Die vergangenen Tage waren beschwerlich. Wie Brei klebten selbstvernichtende Gedanke an uns, in uns und um uns herum: “ Ich bin nichts wert, wenn ich nicht funktioniere. Es lohnt sich nicht weiter zu kämpfen, denn ein normales Leben ist unerreichbar. So wird es niemals jemanden geben, der uns erträgt. Es gibt keinen Platz für uns in der normalen Welt. Wir sind fremd und fühlen uns fremd in einer Welt, dessen Spielregeln wir nur zu ganz kleinen Teilen kennen. In der wir dauernd hoffen nicht vollkommen daneben zu liegen mit Worten die über unsere Lippen in diese Welt eindringen oder mit Handlungen, die darin Raum finden. Wir haben es nicht verdient zu Leben, haben auf ganzer Linie versagt… in beiden Welten.

Während wir uns von diesen Gedanken haben völlig einnehmen lassen und kein Raum für anderes blieb, haben einzelne unseres Systems weiter an einer Zukunft und einem Leben für uns gearbeitet. Es sind starke Bemühungen bei ihnen da, uns Halt zu geben, einem Weg vorzubereiten und die selbstzerstörerischen Gedanken sein zu lassen und uns gleichzeitig die positiven Aspekte ganz bewusst zu machen.

Unsere zukünftige Handballmannschaft erwartet uns schon sehnsüchtig beim Training, mit dem Wunsch uns die letzten Saisonspiele bereits wieder einsetzen zu können. Das ist gut, sollte sich gut anfühlen und wird es dann bestimmt auch. Schließlich schadet Sport dem Körper nicht und etwas mehr Fitness ist auch ganz praktisch. Häufig half hartes Training Druck abzubauen, angestautes loszulassen und für einen Moment Freiheit. Freiheit!

Jemand unseres Systems hat es heut geschafft die Anmeldung bei der Schule abzuschließen. Jetzt sind wir offiziell angemeldet für den Abiturlehrgang, der zum Wintersemester beginnt. Auch dort konnte eine fast optimale Lösung gefunden werden die Zukunftsperspektive zulässt.

Einigen machen diese Aktivitäten große Angst. Kontakt mit anderen Menschen. Mit Mannschaftskollegen, Klassenkameraden, Lehrern…
Gespräche die kommen werden, Fragen die man gern überhören würde, Momente in denen man hofft nicht aufzufallen, Prüfungen, Erwartungen (allen voran unsere eigenen).

Manchmal ertappen wir uns dabei, wie jemand innerlich runterrattert warum wir das alles gar nicht erst anfangen sollten, Gründe gibt es immerhin genug.
Eigentlich sind wir zu dumm, Klassenkameraden werden uns nicht leiden können, die Prüfungen werden wir nicht schaffen, die Kondition und Reaktion sind viel zu schlecht geworden, man wird uns nur auslachen… etc.

Es fällt uns schwer aber wir bemühen uns die Äußerungen stehen zu lassen. Weder dagegen an zu reden, noch uns davon einnehmen und steuern zu lassen.
Wir wollen uns nicht geschlagen geben und manchmal, obwohl die Bösen Onkelz nicht gerade mein Musikgeschmack wiedergeben, hält uns eine Zeile eines ihrer Lieder auf den Beinen, in der es heißt: Ich will lieber stehend sterben, als kniend leben. Lieber tausend Male leiden, als einmal aufzugeben.

Und morgen werden wir euch ein Foto eines Bildes zeigen, welches wir vorgestern geschenkt bekommen haben. Auch das soll uns einfach ein bisschen Mut machen, neue Wege zu betreten um irgendwann unser eigenes Leben zu leben.

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