Verzweiflung – Wut – Enttäuschung – Hilflosigkeit _ ANGST_

Wir werden von Gefühlen überflutet. Verzweiflung, Wut, Enttäuschung.

In unserem letzten Artikel schrieben wir vom selben Thema, heut etwas genauer.

Die Therapeutin unseres Sohnes hat sich entschieden, dass sie möchte das wir eine Familienhilfe beantragen und das Jugendamt einschalten. Grundsätzlich müssen wir dazu sagen, dass wir weder etwas gegen diese Hilfe, noch gegen das Jugendamt haben. Wenn diese Unterstützung von Nöten wäre, würden wir sie liebend gern annehmen.
Aber, sie ist es nicht. Ganz im Gegenteil, es wäre keine Hilfe, sondern eine zusätzliche, nicht notwendige Belastung für alle Beteiligten!

In die Therapie ist er gekommen, weil er zuvor für längere Zeit nicht bei uns sein konnte, sondern bei unserer Mutter war und weil er mit der Trennung von seinem Vater nicht zurecht kommt, der sich leider herzlich wenig um seinen Sohn schert. (Was so nicht mehr ganz stimmt, denn inzwischen telefonieren sie zumindest regelmäßig. Gesehen hat er ihn seit vier Jahren nicht mehr, also die Hälfte seines Lebens)

Da sind einfach Dinge, die er verarbeiten muss und mit denen er einen Umgang lernen muss. Das hat er noch nicht. Dabei sollte ihn die Therapeutin eigentlich unterstützen. Erreicht hat sie in den eineinhalb Jahren mit ihm nicht wirklich etwas. Das was erreicht wurde, ist nicht der Therapie zu verdanken, sondern ist aus unserer Arbeit mit ihm entstanden.

In diesen eineinhalb Jahren sind auch wir durch die ein oder andere Krise gewandert und glücklicherweise hat die Therapeutin unseres Sohnes uns aufgefangen als wir keinen anderen Ansprechpartner hatten. Zum Beispiel als unsere letzte Therapeutin von heut auf morgen die Therapie abgebrochen hat. Somit weiß sie auch einiges über uns aber nicht nur deshalb. Hauptsächlich weil wir es immer für wichtig gehalten haben, dass sie als Therapeutin unseres Sohnes weiß, was bei uns Zuhause so los ist. Also immer versucht so offen und ehrlich wie möglich mit ihr umzugehen. Das war, wie es aussieht ein großer Fehler. Anders als sie immer sagte, scheint sie mit dem Thema überfordert zu sein. Schön wäre es gewesen, hätte sie das einfach gesagt und wir hätten einen anderen Weg gesucht. Jetzt ist ihre einzige Reaktion nur noch aus einem Gefühl der Hilflosigkeit (zumindest vermuten und hoffen wir das das dahinter steht) heraus zu agieren und Verantwortung abzugeben.

Grundsätzlich, wäre diese Hilfe nötig, wäre das alles gar kein Problem. Dann wäre ihr Engagement tatsächlich lobenswert.

Ihr Begründung uns gegenüber ist, dass sie das nicht alles auffangen kann und möchte das unser Sohn einen weiteren Ansprechpartner hat. Nun gut, ist ja eine nette Idee. Die Situation ist aber so, dass wir ja zum einen eine Partnerin haben, die seit sechs Jahren mit uns und unserem Sohn zusammen lebt. Somit Ansprechpartnerin nach uns ist und auch Freunde da sind die für ihn jederzeit ansprechbar sind, was er auch weiß und nutzt. Vor eineinhalb Jahren, als er die Therapie dort begonnen hat, war das noch nicht der Fall. Da war kein anderer Ansprechpartner, keine Helfer oder wie auch immer, außer unserer Partnerin. In der Situation hätten wir ihre Begründung sogar noch verstanden, in der jetzigen Situation passt sie einfach nicht mehr.
Unser Sohn ist recht weit für sein Alter und kann auch schon recht klar formulieren was er möchte und was er braucht. Er hat ganz klar gesagt, dass er niemanden braucht weil er genug Leute hat mit denen er reden kann.
Er hat seiner Therapeutin auch gesagt, dass er nie wieder ein Wort mit ihr spricht, wenn sie das Jugendamt anruft. Nicht weil wir es ihm so gesagt haben, sondern weil er es selber für nicht nötig hält.

Wir haben ein sehr enges und gutes Verhältnis zu unserem Sohn und vor allen ein sehr offenes. Er ist nicht auf den Mund gefallen und äußert klar, wenn etwas für ihn nicht in Ordnung ist und wird von uns auch dazu angehalten genau das zu tun. Wir bestärken ihn immer wieder darin und sind sehr froh darüber das er es auch tut.

Wir reagieren relativ allergisch auf das Jugendamt. Nicht weil es das Jugendamt ist, sondern weil unsere Mutter, seit unser Sohn auf der Welt ist, versucht, ihn zu sich zu holen. Zwei Mal hat sie es geschafft, einmal waren es „nur“ zwei Monate, beim zweiten Mal eineinhalb Jahre. Nochmal stehen weder wir, noch unser Sohn das durch. Und leider gibt es Verbindungen von unserer Mutter (somit auch der RiGaG) zum Jugendamt, was uns grundsätzlich schon mal in eine schlechte Lage bringt.

Vielleicht sollte man erwähnen, dass sämtliche Personen, die uns und unserem Sohn im Alltag erleben und kennen (Partnerin, Freunde, bis vor kurzem betreutes Wohnen, Helfer) die Idee der Therapeutin ebenfalls für völlig unangebracht halten. Sie sehen genauso wenig einen Bedarf wie wir und schütteln nur den Kopf. Und vielleicht sollte man auch erwähnen, dass die Therapeutin unseres Sohnes sich bisher weigert diese Leute anzuhören um einen Eindruck gewinnen zu können, wie es nun tatsächlich bei uns Zuhause ist.
Während dem einen Gespräch mit der Therapeutin saß eine Vertraute von uns im Wartezimmer. Wir haben mehrfach angeboten das sie sich ihre Meinung dazu anhören soll, da sie jemand ist der auch beruflich damit zu tun hat einzuordnen ob in einer Familie Hilfe benötigt wird oder nicht. Sie hat sich geweigert und tut das auch immer noch.

Gestern hat sie uns dann gesagt, dass wir uns nun entscheiden können ob wir uns selbst beim Jugendamt melden (momit denn bitte?) oder ob sie das machen soll, was sie wird, wenn wir es nicht tun. Nun gut, wir könnten es jetzt natürlich schnell machen um einen guten Eindruck zu hinterlassen. So von wegen, ja die kümmert sich, sieht ihre Defizite und holt sich Hilfe. Aber das wäre einfach bescheuert, weil es keinen Grund gibt. Ganz im Gegenteil, es gibt etliche Gründe die dagegen sprechen. Also könnten wir alternativ auch beim Jugendamt anrufen und sagen, sie mögen doch bitte mal vorbei kommen und gucken ob sie nicht vielleicht ein Problem finden, welches es nötig macht das wir eine Familienhilfe bekommen. Vielleicht finden sie ja doch noch was… Nee also rufen wir nicht an, weil weder wir noch alle anderen die uns kennen, einen Bedarf sehen.

Heute hatten wir Therapie und unsere Therapeutin wird nun morgen erneut mit ihr sprechen und sie versuchen umzustimmen. Immerhin hat sie sie beim letzten Telefonat dazu bewegen können uns eine Woche Zeit zu geben bevor sie weitere Schritte einleitet. Außerdem hat die Therapeutin unseres Sohnes uns gestern im Gehen noch gesagt das sie nochmal mit uns telefonieren möchte, wenn wir mit unserer Therapeutin gesprochen haben. Sicherlich in der Hoffnung, dass unsere Therapeutin uns umgestimmt bekommt und wir uns „freiwillig“ beim Jugendamt melden.
Wir werden also auch in diesem Telefonat nochmal freundlichst versuchen zu erklären, warum wir das was sie vorhat für überflüssig und schwachsinnig halten und sie nochmal darum bitten mit den Leuten zu sprechen die uns fast täglich erleben.

Bisher weigert sie sich vehement und wahrscheinlich wird sie das auch weiterhin. Ihre Gesprächsbereitschaft ist auch relativ oberflächlich. Man darf zwar was sagen, zur Diskussion steht aber nichts. Also kann mans im Grunde auch direkt lassen oder sich mit der Wand unterhalten. Der Effekt wäre wohl der selbe.

Wir sind verzweifelt darüber das sowohl unserer Mutter als auch der RiGaG wieder der Ball zugespielt wird und uns die Hände gebunden sind, wir dem hilflos ausgeliefert sind und das einfach absolut unbegründet.

Wir kriegen die Krise, wenn wir sehen wie (ja wir wohnen in einer ziemlichen Brennpunktgegend) die Eltern hier mit ihren Kindern umgehen und das Jugendamt schaut zu und greift nicht ein, weil hier in der Gegend ist es halt so und die Kinder kennen es ja nicht anders. Das müssen wir tagtäglich sehen und stehen auch da hilflos daneben.

Wir reißen uns täglich den Ar… auf um für unseren Sohn alles richtig zu machen. Was sicher nicht heißt, dass nicht auch wir Fehler machen aber wir haben einen geregelten Alltag mit unserem Sohn, eine (meistens) glückliche Familie. Nicht nur einmal haben wir von unserer Partnerin oder auch Freunden gehört, dass wir teilweise zu viel machen.

Nee wir sind uns nicht sicher eine gute Mutter zu sein. Das werden wir sicherlich auch nie, denn dazu müssten sich unsere Erwartungen erstmal der Realität anpassen und nicht immer meilenweit darüber liegen. Dazu müssten wir „normaler“ werden und unsere Angst davor unserem Sohn zu schaden entschärfen. Aber gleichzeitig ist es genau diese Angst, die uns jeden Tag wieder antreibt unsere beste Leistung für ihn zu geben, zu funktionieren wenn er da ist, Mutter zu sein, für ihn da zu sein, Zeit mit ihm zu verbringen, ihn zu versorgen, mit ihm zu kuscheln usw.
Und weil wir diese Angst haben und immer damit rechnen evtl. doch unserem Kind zu schaden, sichern wir uns ständig bei anderen ab. Bitten sie ebenfalls ein Auge darauf zu haben, uns sofort bescheid zu geben, sollten sie etwas mitbekommen was nicht in Ordnung ist. Bitten sie immer wieder um ehrliche Rückmeldung die wir auch bekommen. Und in den Punkten vertrauen wir den Leuten, es sind alles Leute denen das Wohl unseres Sohnes am Herzen liegt und die sich, sollte es nötig sein, auch gegen uns stellen würden.

Unsere Partnerin wäre die erste die eingreifen würde, sollte ihr etwas auffallen was nicht okay ist und sie ist ebenfalls so, dass sie uns sofort sagt, wenn irgendwas ist und das schon sehr frühzeitig. Sie ist auch niemand der die Augen verschließen würde und dafür sind wir sehr dankbar. Denn das vermittelt uns Sicherheit. Zu wissen, das andere Leute da sind, die schauen und aufpassen und die wir sogar darum bitten, alles was ihnen negativ auffällt zu sagen, damit wir es entweder verändern können oder, wenn es sein müsste auch unseren Sohn vor uns schützen würden.
Denn das ist etwas was wir uns geschworen haben und was nie zur Diskussion stand. Sollten wir unserem Kind schaden, sind wir die ersten die gehen und ihn in Sicherheit bringen.

Wir sind wütend und hilflos über dieses -zurück in die Hände der RiGaG/Mutter- schleudern. Wir sind enttäuscht davon, dass sie uns so hintergeht (ja so empfinden wir es), wir sind sprachlos darüber, dass sie uns nicht einmal die Chance einräumt zu zeigen wie es wirklich ist, dass sie die Leute die es beurteilen können nicht hören will, dass es sie weder interessiert was wir sagen, noch was unser Sohn sagt.

Wir sind wütend darüber, dass sie ihre Unfähigkeit mit ihm an seinen wirklichen Themen zu arbeiten, auf uns abwälzt und uns Probleme zuschiebt die nicht da sind!

Wir sind verzweifelt und hilflos, weil wir wissen wie das Spiel weitergeht und weil wir das nicht mehr aushalten…

Wir sind… einfach alles… und vor allem im Vertrauen wieder so enttäuscht, dass hier alle Schotten dicht gemacht werden. Das wiederum wirkt sich auch auf unsere Beziehung zu unserer Therapeutin aus, denn ja, sie ist Therapeutin und wird gerade mit all den anderen Therapeuten in einen Topf geschmissen, die uns übel enttäuscht haben und davon gibt es leider so einige. Man erwartet von ihr genauso wie von allen anderen, dass irgendwann der Punkt kommt an dem sie uns auch von hinten das Messer in den Rücken rammt. Und es ist unfair ihr gegenüber, denn sie hat nichts getan um dieses Gefühl zu wecken.

Wir sind so enttäuscht und verletzt, dass wir uns in den Zustand von „nur noch auf sich selbst vertrauen“ zurückziehen, niemanden mehr um uns haben wollen, niemandem mehr vertrauen wollen, auf niemanden mehr verlassen, auf niemanden mehr hoffen, einfach wieder nur für uns und unseren Sohn die Verantwortung tragen und alles andere zerstören und wegtreiben.

Wir sind so voller Angst, dass wir uns am Liebsten sofort umbringen würden, damit wir nicht mit ansehen müssen, dass unser Sohn erneut zu unserer Mutter kommt. Wir sind so voller Angst, das wir uns freiwillig ausliefern, nur damit man uns unseren Sohn nicht nimmt und ihn weiterhin Kind sein und in Frieden aufwachsen lässt.

Wir sind…

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13 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. stjaernljus
    Mrz 15, 2013 @ 02:39:36

    Es tut mir unglaublich leid das zu lesen, sind wütend geworden .
    Unser Angebot steht wenn ihr wollt gebt uns Bescheid und wir lassen euch den Kontakt zukommen.

    Antwort

  2. strandkrabbe
    Mrz 15, 2013 @ 08:19:09

    Eure Verzweiflung ist sehr deutlich angekommen, konnten wir richtig mitfühlen. Ihr fühlt euch völlig in der Falle und entsprechend reagiert ihr Verständlicherweise. Und aus eurem Blickwinkel betrachtet gibt es auch gar keinen Ausweg.
    Ganz realistisch betrachtet scheint es jedoch so zu sein, dass die Therapeutin eures Sohnes sich sorgt und gerne möchte, dass es neben den Therapeutinnen noch zusätzliche Unterstützung gibt. Der Gedanke, eine Familienhilfe würde sich im Alltag auch ein bisschen um euren Sohn kümmern und euch damit entlasten, ist ja auch erst mal gar nicht verwerflich und kann auch ganz wirklich fürsorglich gemeint sein. Allerdings der Umstand, dass sie scheinbar Macht ausüben muss, weil es ja plötzlich sofort und unbedingt nötig ist und im Zweifelsfall schaltet sie das Jugendamt ein, lässt doch vermuten, dass sie eventuell überreagiert. Es ist auch keineswegs gesagt, dass sie mit einem Anruf beim Jugendamt überhaupt erreichen würde, dass die tätig werden. Es könnte genauso gut sein, dass die sie schon kennen, und nicht so ganz ernst nehmen, weil sie das ständig macht. Wäre ja auch eine Möglichkeit. Aber natürlich wäre es fatal, es darauf ankommen zu lassen.
    Aus meiner Perspektive würde ich sagen, dass es eigentlich nur einen wirklich sinnvollen Weg geben kann, vorausgesetzt eure Therapeutin kann sie nicht davon abbringen. In dem Fall wäre es wirklich besser, wenn ihr von euch aus Kontakt aufnehmt, vielleicht gar nicht unbedingt zum Jugendamt. Bei uns gibt es auch Familienhilfe über den Kinderschutzbund. Wir haben dort kürzlich eine Fortbildung gemacht. Die nennen sich auch Familienhelfer, ist aber noch unterhalb des Jugendamtes und hat auch nichts mit denen zu tun. Auf jeden Fall wäre es wahrscheinlich deutlich besser, wenn ihr die Initiative ergreift. Einfach weil ihr dann sagen könntet, dass die Therapeutin eures Sohnes es für gut hielte, ihr hätte Familienhilfe. Es sähe dann nicht so aus, als würdet ihr Hilfe verweigern. Und wenn die dann sehen, dass es nicht nötig ist, dann wäre der Therapeutin sozusagen auch das Maul gestopft.
    Als eurer Sohn zu eurer Mutter gekommen ist, war eure Situation da auch schon so wie heute? Feste Partnerschaft, gute Kontakte, laufende Therapie, etc.? Ich vermute, dass es anders war. Momentan scheint es nicht darum zu gehen, dass eurer Sohn euch entzogen werden soll. Niemand scheint das zu wollen. Dennoch habt ihr davor natürlich größte Angst, weil ihr das bereits erlebt habt. Im Übrigen wurde uns zum Thema Pflegekinder vom Jugendamt gesagt, dass die Eltern diejenigen sind, die entscheiden, ob ihr Kind in einer bestimmten Familie untergebracht wird. Somit hättet ihr auch die Möglichkeit deutlich zu sagen, dass er auf keinen Fall zu eurer Mutter soll. Das nur zur Beruhigung. Ich denke nicht, dass es im Moment wirklich darum geht.
    Wir wünschen euch, dass es bei euch welche gibt, die sachlich damit umgehen können und nicht zu sehr im Gefühlsstrudel gefangen sind. Und allen anderen ganz viel Kraft, sich zu halten.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Mrz 15, 2013 @ 11:43:01

      Vielen Dank für die lange Antwort. Hier ist es so, dass wir bestimmen könnten von welchem Verein die Familienhilfe tätig werden würde, das allerdings übers JA läuft. Aber wir sind da tatsächlich auch noch relativ uninformiert. Bisher mussten wir uns mit der Thematik nicht auseinandersetzen. Zumindest nicht in der Form.

      Das die Therapeutin rein aus Sorge handelt glaube ich kaum. Denn dann würde es sie interessieren was die Leute sagen die uns erleben. Dann würde sie nachfragen und hinhören. Das will sie aber schon gar nicht. Unser Sohn hat ihr gegenüber auch nichts erwähnt was sie nun zu der Annahme kommen lassen könnte, handeln zu müssen. Und einen wirklichen Grund kann sie uns auch nicht nennen oder will es nicht. Wir haben mehrfach gefragt, was sie denkt was die Familienhilfe bewirken soll, wo sie gut sein soll, wo sie unterstützend sein kann. Auch darauf konnte sie uns keine Antwort geben.

      Wir haben nun einige Links bekommen mit Informationen, die wir nun erstmal durchlesen und durchwühlen werden um uns möglichst gut zu rüsten und auf der Verstandsebene bleiben zu können. Es fällt sehr schwer uns dort zu halten und nicht aufzugeben. Ein Drahtseilakt. Aber noch stehen wir. Wenn auch mit zitternden Knien, auf einem Bein und rasendem Herz aber wir stehen. Und solange wir das noch tun, solange auch nur ein einziger von uns noch irgendwie stehen kann, werden wir das tun.

      Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Mrz 15, 2013 @ 11:57:45

      Ach so, was ich noch schreiben wollte.
      Natürlich, das ist uns auch bewusst, wäre es „schlauer“ würden wir diesen Schritt gehen und uns melden. Aber, wir wüssten nicht einmal was wir sagen sollten. Denn es gibt nichts wo wir oder auch unser Sohn sie brauchen würden. Das ist einfach lächerlich und wenn es nicht so üble Folgen für uns hätte würden wir uns wahrscheinlich drüber kaputt lachen!
      Wir verweigern nicht das sie kommen um sich das hier anzugucken. Wir werden sie nett begrüßen, ihnen einen Kaffee und ein paar Kekse anbieten und freundlich und offen sein. Gar kein Thema, wir verweigern niemandem den Einblick. Zu verbergen haben wir nichts. Aber wir werden niemanden um Hilfe bitten, wenn sie nicht nötig ist. Wie dämlich klingt es denn wenn wir dort anrufen und sagen: “ Hi, Probleme wüsst ich jetzt nicht zu nennen aber die Thera unseres Sohnes meint da wäre was. Wollen sie nicht mal gucken? Sie haben doch bestimmt genug Zeit sich um überflüssige Fälle zu kümmern, oder? Sie haben hier doch sicher nichts anderes zu tun, keine Familien wo sie dringend hin müssten, oder? Bitte schaun sie erstmal bei uns ob sie nicht doch was finden wo unser Sohn sie dringend braucht.“
      Nee!

      Antwort

  3. Orakel
    Mrz 15, 2013 @ 08:47:00

    Nach purer Sorge klingt das für mich nicht. Die Reaktion der Therapeutin ist übergriffig und nicht verhältnismäßig. Zuhören ist eine der wichtigsten Eigenschaften in ihrem Beruf, kann sie das nicht dann taugt sie nicht viel. Tat die Therapie dem Sohn bisher gut ist alles in Ordnung. Ist dem nicht mehr so, würde ich die Therapie sofort beenden. Natürlich in Absprache mit dem Kind.
    So wie ich das lese, missbraucht die Therapeutin ihr Vertrauensverhältnis zu euch. Und sie verkennt die Situation als auch die Umstände die sie versucht zu schaffen.

    Wenn ihr ein verlässliches soziales Umfeld habt das euch unterstützt, ist das ein sehr wichtiger Faktor. Wenn die Therapeutin sich weigert das anzuerkennen, sich weigert die Meinung anderer zu hören, ist das sehr unprofessionell.
    So wie ihr das schildert, zweifle ich an der Kompetenz dieser Frau. Und ich zweifle ebenfalls an ihrem Motiv für diesen Schritt.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Mrz 15, 2013 @ 11:52:39

      Eigentlich versteht sich unser Sohn zumindest gut mit der Therapeutin, was ja auch bei uns bisher der Fall war. Deshalb würden wir ihn nur ungern wechseln lassen, einfach weil er auch lange braucht bis er überhaupt anfängt zu vertrauen und er das bei ihr gerade beginnt und gerade anfängt sich ein bisschen einzulassen. Das würde dann wieder ganz von vorne anfangen müssen. Andererseits ist die Beziehung definitiv beschädigt und ob es einen anderen Weg gibt, als langfristig gesehen zu wechseln, wissen wir jetzt noch nicht. Wir wollen da auch nichts überstürzen.

      Jetzt die Therapeutin wechseln wäre taktisch sicher nicht die beste Entscheidung. Das würde sicherlich eher negativ wirken, wenn wir „wegrennen“ weil sie das JA einschalten möchte.
      Sie verkennt die Situation und schustert sich irgendwas zusammen, was mit der Realität nur wenig zu tun hat.

      Irgendwie hoffen wir noch immer auf eine Lösung. Auch, weil es jetzt schon egal ist wie die Situation weitergeht, unser Sohn wird es (mal wieder) ausbaden müssen. DAS ärgert und enorm und macht uns wütend. Denn das was sie als Hilfe betrachtet, schafft hier für alle nur Schwierigkeiten und Probleme.

      Antwort

  4. mariesophie
    Mrz 15, 2013 @ 13:35:13

    Oh Mann, ich kann deine tiefe Verzweiflung verstehen. Versuche ich es aus einer objektiven Perspektive zu sehen: Da kommt eine Mutter zum Jugendamt, erklärt deutlich, dass es aufgrund einer Empfehlung einer Thera passiert, dass sie als Mutter deshalb verunsichert ist. Nun wäre sie da, um eine Meinung vom Jugendamt zu hören. Punkt. Das JA würde denken: Wow, eine kompetente Mutter, die sich um den Sohn sorgt. Eine Mutter, die alles Erdenkliche für das Kind tut. Sowas haben wir hier selten. Also sehen wir mal mit der tollen Mutter, was da dran ist. Punkt. Und mehr nicht!! Verstehst du? Ich weiß, diese Gedankenperspektive wird nicht sehr weiter helfen. Aber so gesehen greift ein Jugendamt meist nur ein, wenn Eltern die Mitarbeit verweigern, wenn die Eltern dorthin geschleift werden müssen. Ich bin Pädagogin und habe Mütter stets bewundert, die in alle Richtungen nach Ünterstützung suchen. Mein Rat also: Nimm der blöden Thera die Luft raus, indem du allein den Kontakt suchst. Glaub mir, es reicht ja, dort den Grund zu nennen und das er gar nicht besteht. LG

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Mrz 15, 2013 @ 15:40:32

      Wenn das nicht alles so verdammt verstrickt wäre…

      Das das „normalerweise“ der sinnvollste Weg wäre ist uns schon bewusst.
      Danke fürs nochmal objektiv betrachten und beraten

      Antwort

  5. Orakel
    Mrz 15, 2013 @ 13:47:47

    Ein „Schnellschuss“ wäre sicher falsch, da hast du natürlich recht.
    Ich empfinde Bevormundung als überaus problematisch und für mich ist dieses Verhalten inakzeptabel. Wohl ein persönliches Problem von mir.
    _Miteinander_ Lösungen suchen sieht einfach anders aus. Ich hoffe sehr das ihr da noch eine Klärung erreichen könnt.
    Ich würde versuchen die Therapeutin auf die Gründe fest zu nageln. Mit der Begründung: „was soll ich dem Jugendamt denn sagen weswegen ich deren Hilfe benötige?“ Ich würde konkrete Ratschläge erfragen. Wenn sie schon ein Problem sieht dessentwegen sie ein Ultimatum stellt, dann soll sie auch an der Lösung mitarbeiten. Ich finde das ist schliesslich ihr Job.

    Natürlich ist sie in der Pflicht Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch zu melden, oder falls möglich, im Vorfeld schon einzuschreiten. Es ist ein Problem unserer Zeit das zu wenige Menschen in solchen Situationen Verantwortung übernehmen.
    Ich würde aber auch erwarten das sie Schrittweise vorgeht. Also erst gemeinsam mit dem Klienten Lösungen suchen und Veränderungen anstreben. Erst im zweiten Schritt wäre ein Ultimatum verhältnismäßig.
    Ich schieße doch auch nicht mit Kanonen auf Spatzen.

    Antwort

    • Mosaiksteinchen
      Mrz 15, 2013 @ 13:54:32

      Jep konkrete Ratschläge oder Aussagen wären ne nette Sache gewesen. Wir haben sie mehrfach versucht zu bekommen. Immer wieder ganz klar gefragt wo genau das Problem ist, was sie veranlasst nun so reagieren zu müssen etc. Eine wirkliche Antwort bekommen wir nicht, außer ein schwammiges, sie hätte gern für unseren Sohn einen weiteren Ansprechpartner.
      Es wirkt nicht so als wäre sie an einer anderen Lösung interessiert. Wir warten ab…

      Antwort

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