Sport tut gut weh

Wir sind etwas still momentan. Zum einen liegt es daran, dass wir seit dem Umzug noch kein Internet haben (mit der unzulänglichen Kundenbetreuung bestimmter Internetanbieter könnten wir Bücher füllen), zum anderen daran, dass uns dieses Leben eine Menge abverlangt derzeit und wir kaum die Kraft aufbringen auch noch darüber zu schreiben. Die Feiertage machen uns arg zu schaffen, in einigen Tagen ist der Geburtstag, verbunden mit anderen wichtigen Tagen. Der Druck ist einfach enorm hoch.
Die Psyche spielt verrückt und einige von uns hat es, man hofft nur kurzzeitig, in eine Art Bewustlosigkeit befördert.

Anderes, wohl gutes und eigentlich Inhalt sollte sein, der Sport. Seit dem Umzug wird wieder aktiv Handball gespielt. Die Kondition ist besser als erwartet und auch sonst kommt man gut wieder rein. An zwei Spielen wurde bereits wieder teilgenommen, mit steigender Spielzeit. Nur über die Position wird noch mit dem Trainer verhandelt. Er hätte mich gern auf einer Außenposition wegen meiner Schnelligkeit, dem  guten Wurf und der schnellen  Reaktion. Ich möchte wieder auf einer Halbposition spielen, das liegt mir mehr und da fühl ich mich sicher. All die Jahre in denen ich gespielt habe war das immer meine Position.
Mein Trainer versucht mich zu überzeugen indem er mich immer wieder nach Außen stellt und jedes Tor mit “ und sojemand möchte nicht außen spielen“ und ähnlichem kommentiert. Jetzt liegt es an mir ihm zu beweisen, dass ich auf der Halbposition noch mehr erreiche. Eine andere Damenmannschaft des gleichen Vereins hätte mich auch gern als Spielerin, dort gucke ich mir die Aufstiegsspiele an und entscheide dann. Bei beiden Mannschaften fühle ich mich echt wohl. Es ist verrückt das sie überhaupt wollen das ich für sie spiele. Nachdem ich so lang aussetzen musste ist meine Leistung noch weit von meiner möglichen Leistung entfernt und trotzdem. Bis zum nächsten Saisonanfang kann ich mich wieder fit machen und dann entscheiden für wen ich spielen möchte. Bis dahin lass ich die Trainer sich noch streiten 😉

Das Training ist insgesamt bestimmt gut aber der Körper macht nicht so gut mit. Während dem Training oder den Spielen scheint er kein Problem darzustellen. Danach dafür um so mehr. Wir können nicht mehr unterscheiden woher welcher Schmerz kommt, ob er real ist oder nur Erinnerung. Der Körper schmerzt überall, jeder Schritt ist eine Qual und kein Ausweg ist in Sicht. Die wenigen bekannten, helfenden Mittel haben wir aus finanziellen und verschreibungspflichtigen Gründen grad nicht Daheim. Das bedeutet aushalten… aushalten… irgendwie aushalten.

Das Leben wirkt unecht und fremd auf uns. Ohne Anker, ohne Halt im ständigen Strudel und Überlebenskampf zeigt uns der Körper seine Grenzen. Scheiß Schmerzen! Wir können nicht mehr!

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nicht endende Kämpfe

Nach außen sind wir still, sprechen nur das Nötigste und nur das wonach man uns fragt.

Auch hier zu schreiben fällt uns schwer. Worte und Bedeutung miteinander zu kombinieren kostet uns viel Kraft, dann aus diesen Worten noch verständliche Sätze zu formen noch mehr.
Den heutigen Tag verbrachten wir hauptsächlich im Delirium und wie es scheint psychotisch. In kurzen klaren Augenblicken fällt uns dann auch selbst auf, dass unsere Wahrnehmung nix mit Realität und so zu tun hat.

Wir kennen diese Reaktion von uns, sie tritt entweder infolge von Programmen oder extremem Stress auf.

Diesmal klingt beides ganz passend.

Eigentlich möchten wir laut Hilfe rufen, wobei völlig unklar ist, wie diese überhaupt aussehen kann. Allein der Gedanke aber schnürrt den Hals zu.
Haben wir Hilfe doch gar nicht verdient, steht uns nicht zu und so schlimm ist es doch eigentlich auch gar nicht, also nicht so anstellen.
Zwischendurch kommt dann aber doch die Frage durch, wie schlimm es denn erst sein muss, damit wir es als solches erkennen dürfen. Was erst noch passieren muss, damit wir bereit sind anzuerkennen…
Wann der Augenblick ist an dem es kippt und untragbar ist…

Das sämtliche Beziehungen im Aussen derzeit belastet sind, macht den Kampf unaushaltbar.
Ständige Unsicherheit und Zweifel an der eigenen Wahrnehmung. Schuldgefühle, weil wir glauben es ist unmöglich mit uns Kontakt auszuhalten, uns auszuhalten, irgendwie zu ertragen.

Wie gern würden wir sowas sagen wie, bitte lass uns jetzt nicht allein, bitte lass dich nicht verjagen, bitte bleib auch wenn wir sagen du sollst gehen, bitte lass unsere Hand nicht los, die Gefahr das wir nicht wieder aufstehen ist so groß…

Wie gern, wenn wir könnten. Wenn wir uns wert genug halten würden, würde es vielleicht gehen. Vielleicht auch wenn wir uns nicht selbst so hassen und ablehnen würden oder aber wenn wir nicht glauben würden, dass wir nur eine Belastung sind und für jeden schädlich, der näher mit uns zu tun hat. Vielleicht würde es auch schon helfen, wenn sich das nicht dauernd bestätigen würde…

Kontakt – Abbruch – Programme

Ein Abbruch steht kurz bevor oder anders formuliert, wir schaffen es nicht. Wir schaffen es nicht Kontakte zu halten. Vor allem Kontakte zu Helferpersonen.

Sobald jemand zu hilfreich wird, zuviel da ist, zuviel erfährt, zuviel tatsächlich unterstützt, landet sein Name automatisch auf der roten Liste, der zu entfernenden Personen.

Es ist schwer darüber zu schreiben, gefährlich mitzuteilen zumal uns eh bereits alles um die Ohren fliegt. Aber es ist ein Auflehnen, ein Versuch all dem entgegen zu wirken. Wir wollen SIE nicht gewinnen lassen, uns nicht von ihnen kontrollieren und steuern lassen.

Erpressungen und Drohungen haben gewirkt, es hat einige „Rückschritte“ gegeben in den vergangenen Wochen. Daraus ergeben sich weitere Probleme.

Gerade die Beziehungen zu Helfern, Vertrauten, Freunden, Therapeutin sind so wichtig für uns. Sie sind das was uns einen Anker in der „normalen“ Welt bietet, das woran wir uns festhalten können, wenn unsere Welt nur noch dunkel und ohne leben ist, wenn bei uns nur noch Verzweiflung, Angst und Hilflosigkeit walten.

Genau deshalb sind sie unseren Tätern/der RiGaG ein Dorn im Auge. Ohne diese Beziehungen, ohne den Halt in der „normalen“ Welt, ohne den Glauben daran das es ein anderes Leben gibt, ohne die Hoffnung auf Änderung/Besserung, ohne all das funktionieren wir doch so viel besser!

Wir verschleißen einen Helfer nach dem nächsten, einen Freund nach dem anderen, weil wir nicht in der Lage sind, diese Beziehungen aufrecht zu erhalten.

Eine Freundin hat uns vor zwei Jahren an wichtigen RiGaG-Feiertagen geschützt, war bei uns, war da und hat geholfen selbst da zu bleiben. Danach bzw. seit dem können wir kaum noch mit ihr sprechen. Manchmal gehen zwischendurch Kleinigkeiten, manchmal nicht einmal oberflächliches Geplenkel weil keine Kommunikation erlaubt ist.

Ende vergangenen Jahres hat wieder eine Freundin viel Zeit bei und mit uns verbracht, hat geholfen eine sehr schwere Entscheidung durchzustehen, geholfen den Glauben nicht zu verlieren. Seit dem kann auch zu ihr kein Kontakt mehr gehalten werden, nicht mehr gesprochen werden, sich nicht mehr ausgetauscht werden.

Und nun trifft es die nächsten zwei so wichtigen Kontakte. Versuchen wir dennoch Kontakt aufzunehmen, strecken uns heftigste Schmerzen über Stunden nieder, geraten wir in einen innerlichen Strudel, in eine Abwärtsspirale und der Sog ins dunkle Nichts reißt uns mit. Die Todesangst und Panik steigt ins Unermessliche und vor lauter abstürzen ist dann gar kein Kontakt mehr möglich, womit das Ziel dann ebenfalls erreicht wäre.

Wir kämpfen dagegen an, versuchen die Schmerzen, den Schlafentzug, den Essensentzug, den Suiziddrang, den Selbstverletzungsdruck auszuhalten, versuchen dennoch irgendwie weiter an diesen Kontakten festzuhalten, wollen sie nicht verlieren, nicht aufgeben, nicht allein sein, nicht haltlos durch die Gegend wanken. Wir kämpfen Stundenlang um eine SMS oder Mail zu schreiben und ertragen davor und danach die Strafe, den Schmerz, die Panik, das Chaos. Und wir haben Angst, wirklich Angst auch diese Kontakte wieder zu zerstören, auch diesen Halt wieder zu verlieren, auch diese Menschen wieder aus unserem Leben zu verbannen.

Und eigentlich, eigentlich sind wir nur noch traurig und erschlagen. Dieses ständige Kämpfen, dieses ständige aushalten müssen, dieses ständige eigentlich nicht mehr können. Wir sind müde und wissen das wir uns das überhaupt nicht erlauben dürfen. Das wir nicht aufgeben dürfen, dass die RiGaG diesen enormen Druck nur ausübt, weil wir nicht mehr einwandfrei funktionieren, weil sie sich Sorgen machen.

Wir wissen das wir an diesem Punkt nicht erneut einbrechen dürfen!!!

Wir fühlen uns nur noch klein, hilflos, ausgeliefert und müssen aber groß und stark sein, kämpfen und aushalten!

Aus der Isolation auftauchen

Seit einigen Tagen herrscht hier totale Funkstille. Mehrfach haben wir versucht zu schreiben, selbst oberflächliche Beiträge sind nicht möglich gewesen. Normalerweise wäre es nicht schlimm, ein paar Tage nichts schreiben ist kein Weltuntergang. Nur ist es doch so, dass wir soviel zu sagen/schreiben haben.

Wie so oft ist es schier unmöglich im Kontakt mit der Welt zu bleiben, dabei ist es genau die, die wir brauchen um uns zu retten. Wir benötigen Kontakt zu Menschen die uns oder denen wir wichtig sind. Menschen, die uns das Gefühl geben, nicht allein sein zu müssen. Vielleicht auch ein wenig von diesem Gefühl, es schaffen zu können. Dieses hat uns (mal wieder) verlassen und nur Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Sprachlosigkeit und Aggression zurück gelassen. Wenn ich auf unser Tattoo schau, kann ich nur müde lächeln und mir die Frage stellen, was ist, wenn die Hoffnung versiegt. Was ist, wenn sie nicht aufrecht erhalten werden kann?

Hoffnung auf Änderung ist doch das was uns immer wieder hat aufstehen lassen. Hoffnung ist das Einzige, was das Leben aufrecht erhält, wenn alles im Argen liegt. Hoffnung hält am Leben. Bei physisch lebensbedrohlichen Krankheiten ist es häufig so, dass die Betroffenen erstmal kämpfen. Solange bis sie spüren, dass jeglicher Kampf keine Aussicht auf Erfolg hat, solange bis sie greifen können, dass der Tod unausweichlich ist. Und häufig ist es dann so, dass der Betroffene innerhalb kürzester Zeit, nachdem die Hoffnung aufgegeben wurde, enorm abbaut und stirbt. Die Bezeichnung „häufig“ in diesem Zusammenhang gibt unsere Erfahrung mit der Thematik wieder und ist vielleicht nicht allgemein gültig. Okay egal, ich schwenk zu sehr aus. Was ich sagen wollte war einfach, dass ohne Hoffnung kein Leben besteht, dass eine sozusagen mit dem anderen Hand in Hand geht.

Gut, bei unserer psychischen Vollmeise haben wir den „Vorteil“, dass unser Leben sich nicht einfach von allein beendet, sondern es unser oder auch das Zutun eines anderen Menschen erfordert. Blöd, dem hängt so eine Schuld an. Bringen wir uns um, gibt es Menschen die ins Bodenlose fallen würden, vielleicht sogar daran zerbrechen würden. Bringen wir uns um, haben wir wahrscheinlich einfach nicht hart genug gekämpft.

Aber was ist schon hart genug? Wer kann beurteilen, ob wir nicht schon längst an unserer Grenze sind oder schon drüber, ob es überhaupt noch Hoffnung gibt? Oder ob wir nur meinen an unsere Grenzen zu stoßen, uns dabei aber völlig unterschätzen und noch genug Kraft für dieses Leben da ist. Nicht einmal wir selbst können es realistisch einschätzen.

Wie oft haben wir gerade in der letzten Zeit gedacht, es würde nicht eine Stunde länger gehen, nicht einmal eine Halbe? Einige Male haben wir es geschafft uns Hilfe zu holen, manch andere Male nicht, dennoch sind wir noch da. Ob wir noch wären, hätten wir die Hilfe nicht bekommen, kann keiner beurteilen. Hätten wir es vielleicht auch ohne geschafft, haben wir zu schnell, zu früh, rücksichtslos oder auch ohne Grund auf diese Hilfen zurückgegriffen? Auch das können wir nicht beantworten. Uns entgleitet es immer mehr, realistisch einschätzen zu können und vor lauter Verzweiflung und Angst, zu lapidar mit der Situation umzugehen, wollen wir um Hilfe schreien. Aber wir lassen es lieber, wahrscheinlich ist es übertrieben und wir schaffen es am Ende auch allein durchzuhalten oder sollten das zumindest.

Rückschläge sind hart!

Und wie zu häufig haben wir nichts positives zu berichten. Das macht es nicht leichter zu schreiben, möchte man doch nicht immer wieder die gleichen Probleme auftischen, immer wieder die Verzweiflung durchblicken lassen und vor allem aber auch niemanden langweilen 😉

Mutige Aktionen

Der Text heute hat wieder einiges an Triggerpotential. Bitte prüft vorher gut, ob ihr stabil genug seid ihn zu lesen.

Wir gehen neue Wege. Sie sind anstrengend, lösen eine Menge aus, aber sie sind nötig um unseren Zielen näher zu kommen. Vor allem aber unserem Hauptziel, der Freiheit!

Es gibt so bestimmte Dinge, Versuche der RiGaG uns zu erreichen, Programme zu starten, Kontrolle auszuüben und die Macht über uns nicht zu verlieren.
Leider schaffen wir es noch nicht, diesen Dingen auszuweichen, sie nicht mehr anzunehmen, nicht mehr zu reagieren.

Aber wir schaffen es uns dagegen auf eine gewisse Art und Weise zu wehren, uns zu befreien.
Wir versuchen zu erklären warum. Es ist allerdings ein schwieriges Thema, daher wissen wir noch nicht genau, auf was es hinaus läuft und was hier am Ende wirklich stehen wird.

Wir bekommen regelmäßig im Abstand von zwei bis drei Tagen, manchmal auch mehrere Tage nacheinander, Postkarten, Briefe, Zeitungen, Zeitschriften, Nachrichten usw. in den Briefkasten gesteckt. Ein braves und gut erzogenes Mosaiksteinchen läuft auch brav los und leert ihn aus, um dann die zugesandten Nachrichten auch ja zu lesen.
Bunte Postkarten, verschiedene Farben, manchmal auch nur eine, manchmal sinds auch nur die Bilder auf den Karten, die wichtig sind zu beachten. Hin und wieder gibt es auch andere Überraschungen, man ist ja kreativ, nicht wahr?!

Kommen wir zum nächsten Punkt. Wir können diese Karten, Briefe etc. nicht einfach in den Müll schmeißen und entsorgen. Das ist unmöglich umzusetzen für uns, nicht erlaubt. Es ist auch nicht möglich, dass jemand anders diese Aufgabe übernimmt und diese Dinge entsorgt, dann ticken wir vollkommen aus und kämpfen darum, es zu erhalten.
Also ist die Folge davon, das sämtliche Dinge verstreut in unserer Wohnung sind, wir somit immer wieder darüber stolpern und damit konfrontiert sind. Jedesmal wieder die Bilder sehen, das Geschriebene, die Zeichen, die Worte, die Sätze, einfach ALLES. Immer wieder Konfrontation, immer wieder auslösen von Programmen, Schuldgefühlen, Versagensgefühlen usw. Immer wieder erinnern an Schweigegebote, Loyalität, Versprechen,  Aufgaben. DAS ist nicht gut, es ist uns schon lange bewusst, wir waren jedoch nicht in der Lage daran etwas zu verändern.
Nun haben wir da schon zwei große Schritt gewagt.

Zwei wichtige Schlüssel haben wir aus der Hand gegeben.
Das ist schon etwas her und dennoch, der Kampf ist täglich zu spüren. Die Angst, die Panik, das Wissen etwas absolut Verbotenes getan zu haben. Und jedesmal wieder, wenn wir die Person sehen, der der Schlüssel anvertraut wurde, ist es ein riesen Kampf, nicht um den Schlüssel zu betteln, nicht auf die Knie zu fallen und alles was möglich ist anzubieten, im Tausch gegen den Schlüssel.
Und jetzt haben wir noch einen drauf gesetzt. Haben angefangen auszusortieren, Karten, Briefe usw. zu sammeln und aus den Händen zu geben. Jemandem zur Aufbewahrung anzuvertrauen. Wir tun das und gleichzeitig fragen wir uns ob wir sie noch alle haben?! Sind wir nicht bescheuert das alles aus der Hand zu geben, jemand anderem anzuvertrauen, jemandem zu vertrauen, zu glauben, dass es nur aufbewahrt, nicht vernichtet wird. Zu glauben, dass man weiterhin Zugang hat, wenn es nötig ist. Und überhaupt, diese Dinge jemand unbeteiligtem zugänglich zu machen und zu zeigen.

Bis vor kurzem hätten wir uns das nicht mal im Ansatz vorstellen können und nun stecken wir mittendrin. Mittendrin in den Programmen, mittendrin in der Panik, mitten drin im Chaos, mittendrin… einfach nur mittendrin…
Ein zurück gibt es nicht mehr, es gilt das zu überleben, zu schaffen, zu glauben und zu hoffen.
Es ist ein Stück weit ein Lösen von der RiGaG und von der Familie, von der Macht die sie über uns haben und gleichzeitig löst es soviel aus, was zeigt, wie viel Macht sie über uns haben.

Wir wollen nicht daran zugrunde gehen, dass wir uns trauen und zu lösen, dass wir uns trauen unser eigenes Leben leben zu wollen. Nein, das wollen wir nicht! Aber es ist verdammt schwer! So vieles in uns schreit aus den unterschiedlichsten Gründen nach dem Ende, danach das es vorbei sein soll, vorbei sein muss. Und wenn einem kein anderer Weg einfällt, kann es nur durch die Selbsttötung sein. Aber genau DAS ist ihr Ziel, genau DAS würde ihnen entgegen kommen, nicht uns! Und das sollte der Gedanke sein, der uns weiterhin kämpfen lässt, der uns weiterhin davon abhält uns solange aufzuschneiden bis es nicht mehr geht. Genau das sollte es sein. Wir wollen ihnen nicht diese Macht über uns einräumen!!!

So ist es also heute…

Endlich!!! Endlich mal wieder eine Nacht mit Schlaf! Das war so gut, für den Körper so wichtig, es konnte Kraft getankt werden wieder. Wir haben uns gestern Abend mit allem zur Verfügung stehendem abgeschossen um endlich mal wieder schlafen zu können. Wahrscheinlich würde jeder Arzt den Kopf schütteln bei der Kombination an Substanzen die wir eingenommen haben. Aber das war uns egal, einfach egal. Wir wollten Ruhe und Schlaf und das um jeden Preis!

Außerdem haben wir nun angefangen nicht nur Bedarfsmedikation zu nehmen, sondern für eine gewisse Zeit jetzt erstmal den Bedarf zu einer Dauermedikation umzuwandeln. Wir schaffen es anders einfach überhaupt nicht mit den laufenden Programmen etc fertig zu werden. Normalerweise fällt es uns sehr schwer dauerhaft Medikamente zu nehmen, wir sind da sehr sehr vorsichtig und es kostet uns jedesmal eine Menge Überwindung. Bisher haben wir uns dagegen auch immer gewehrt, nur in einer Klinik hatten wir keine andere Wahl und mussten die Verordneten Medikamente, die leider aber völlig entgegengesetzte Wirkung hatten, nehmen. Zu allem Überfluss waren sie dort etwas unfähig und haben, statt einem anderen Medikament, die Dosis immer weiter hoch gesetzt, muss ja irgendwann mal die richtige Wirkung zeigen, statt einfach auf ein anderes Medikament umzusteigen. Nachdem wir aus der Klinik raus waren, haben wir die Medikamente sofort eingestellt und uns mit selbstgebastelter Bedarfsmedikation durchs Leben gemauschelt. Dabei ist nur oft das Problem, dass wir, wenn es nötig ist, gar nicht auf die Idee kommen, dass Medikamente gerade helfen können und sie darum dann vergessen und nicht nehmen. Hat man das „Glück“ von einer Außenperson daran erinnert zu werden, dass es helfen könnte etwas zu nehmen, wird es auch genommen und stellt sich oft als hilfreich heraus. Es macht das was da ist nicht weg, nur erträglicher und klarer manchmal.

Nun müssen wir uns noch überwinden bei unserer Psychiaterin anzurufen, brauchen einen neuen Termin, um auch mit ihr durchzusprechen, wie uns was wir nun nehmen. Im Grunde nehmen wir nun das, was sie uns schon längst vorgeschlagen hat, wir uns aber nicht getraut haben zu nehmen. Nun, es hilft, weswegen wir es wohl zumindest für ein paar Tage, vielleicht auch ne Woche oder zwei, bei der Medikation belassen werden. Und dennoch ist der Kampf nicht ausgestanden, aber wir können uns ihm etwas ruhiger widmen, ohne unter ständigem durchdrehen zu leiden 😉

Gestern hatten wir dann nochmal ein Gespräch mit der Partnerin, darüber ob und wie wir unseren Sohn aufklären. Dazu hatten wir vor ein paar Tagen schon mal hier geschrieben.
Nun, nachdem wir uns vorher eigentlich einig waren, dass es an der Zeit ist, ihm ein bisschen mehr zu erlären, zu erklären wie seine Mutter ist, was da manchmal mit ihr passiert etc., haben wir ein Buch dazu bestellt, welches wir uns dann auch gemeinsam angeschaut haben. Mit dem Ergebnis, dass wir alle der Meinung waren, dass es so wie es geschrieben ist, nicht für ihn geeignet ist. Also ging die Suche weiter, nach Möglichkeiten, den Kleinen aufzuklären. Wir haben also selbst angefangen zu schreiben und dabei auch Ansätze und Ideen, die uns gefielen, aus dem bestellten Buch übernommen. Noch längst nicht fertig, dafür fehlt die Konzentration und die Zeit aber man arbeitet dran.
Gestern dann sagt die Partnerin, dass sie es besser finden würden, wenn wir das noch weiter hinauszögern, warten bis er älter ist. Wahrscheinlich hat sie Angst, es könnte ihn verunsichern, verängstigen oder in eine Krise stürzen. Wir sind uns unsicher, denken aber dennoch, dass es ihm eher zum Verständnis dienen würde. Wir glauben nicht, dass es ihn tatsächlich verunsichert, schließlich würde er „nur“ eine Erklärung für etwas erhalten, für  etwas das ihm eh schon bekannt ist.
Gerade vor ein paar Tagen hatten wir wieder ein beiläufiges Gespräch mit dem Kleinen. Während wir gemeinsam das Zimmer aufräumten, sagte er wieder das wir anders sind als andere Mütter. Daraufhin fragten wir nach, wie er das meinen würde und er sagte uns, dass man mit uns andere Sachen machen kann, dass wir manchmal wie ein Kind sind beim Spielen oder so. Wir haben ihm zugestimmt und gefragt ob ihn das stört, worauf er sagte, dass er es total cool findet, weil das einfach viel mehr Spaß bringt.
Da fragen wir uns, würde es ihn wirklich verwirren, wenn er weiß warum wir so sind? Oder würde es ihm nicht viel mehr helfen können, mit schwierigen Situationen besser umgehen zu können? Wir sind nun auch wieder total verunsichert.

Heute hätten wir eigentlich einen Termin bei seiner Therapeutin gehabt, um genau darüber zu sprechen und auch nochmal gemeinsam zu überlegen, wie man am Besten an das Thema rangehen kann. Sie war auch dafür ihm das zu erklären. Leider hat die Grippewelle auch seine Therapeutin erreicht und der Termin konnte nicht stattfinden. Nun warten wir, wann wir einen neuen Termin bekommen können und wann sie wieder fit ist.

Wir werden uns nun an die Hausarbeit machen, versuchen uns damit weiter abzulenken, den destruktiven Gedanken, uns selbst zu zerstören, keinen Raum geben. Das gestaltet sich leider nicht so leicht, es ist viel zu allumfassend, alles ergreifend, alles betreffend. Es hat sich wie ein schwarzer Mantel über alles gelegt und erdrückt, nimmt die Luft zum Atmen, den Raum sich frei zu bewegen. Aber wir wollen uns davon nicht erdrücken und einnehmen lassen, kämpfen immer weiter dagegen an und geben die Hoffnung nicht auf, dass es nachlässt, wieder ruhiger wird, wieder weniger zwanghaft und sicherer.

Wir müssten das Haus verlassen, müssten einkaufen gehen, müssten Post wegbringen und einen Antrag für einen Klinikaufenthalt besorgen. Ob wir das heut schaffen ist noch dahingestellt. Hoffnung ist noch nicht aufgegeben. Bisher sieht es nicht danach aus, dass wir auch nur einen Fuß vor die Wohnungstür bekommen aber noch ist der Tag ja nicht vorbei, schaun wir mal.

Oh happy day!

Was lernen wir aus dem heutigen Tag:  verspreche niemals etwas was du nicht halten kannst!

Ich fühle mich miserabel. Der Tag lief alles andere als gut und wir hätten es erkennen müssen. Wir hätten erkennen müssen wie sehr wir die Kontrolle verloren haben.

Gestern hat es sich bereits angekündigt. Morgens waren wir noch unterwegs bei einem wichtigen Termin, der auch richtig gut gelaufen ist. Kaum waren wir Zuhause schlug es schlagartig um und von jetzt auf gleich ging gar nichts mehr. Den Rest der Tages waren wir zu nichts mehr in der Lage. Völlig abgeschossen, Schwindel und Übelkeit, Schmerzen überall. Keiner hat es im Körper aushalten, geschweige denn länger als zwei Sekunden vorn bleiben können. Vom Körper abgetrennt, bewegungsunfähig über Stunden, danach ein riesen schwarzes Loch.

Am Morgen haben wir es gerade so geschafft den Zwerg in die Schule zu schicken. Kaum auf den Beinen stehen könnend, nur das nötigste geschafft und danach wieder ins Wachkoma gefallen. Ein Zustand der Bewegungsunfähigkeit, Kontrolllosigkeit, von der Aussenwelt abgeschnitten, nur hin und wieder ein Geräusch oder Wort aus der Umgebung was einem aus weiter ferne erreicht. Innere Kommunikation ist dann unmöglich, völliges abgetrennt sein.
Da hätten alle Alarmglocken so laut bimmeln müssen das uns die Ohren wackeln. Statt dessen versucht man den Zustand auszuhalten, durchzustehen, nicht den Verstand zu verlieren, leben zu bleiben.
Wir haben es nicht ernst genommen, zu viele heftige Zustände derzeit, da achtet man nicht mehr drauf wer da wo rumflötet.
Rumms! Die Realität hat uns wieder!
Es tut mir leid, ich werde nichts mehr versprechen aus der Naivität heraus irgendwas im Griff oder unter Kontrolle zu haben!

Nun stehe ich da, das Vertrauen enttäuscht und die Kettenreaktion gestartet.
Will nur noch weg, fühle mich miserabel und mindestens genauso schuldig wie einige andere Idioten auf diesem Planeten es sind!
Ich werd nie das sein können, was ich sein möchte! Nie so frei sein, wie ich es mir wünsche! Gefangen in einem Leben in dem eine Katastrophe der nächsten folgt, mit einer kleinen Nebenrolle und wenig Einfluss auf den gesamten Akt. Wahrscheinlich würde es nicht einmal auffallen, wäre die Rolle unbesetzt.
Und grad wird mir gesagt, wenn sich der Zustand noch minimal steigert ist es Zeit für die Klapse, denn wenn das große tillt aus den Augen schreit, ist es zu spät, das hält man nicht aus.

Ich bin mega genervt von dem Wetter. Da friert uns doch das sch… Türschloss vom Auto zu und wir stehn dumm an ner Praxis von der Thera und kriegen die Tür nich mehr zu. Das perfekte Auto zum vorn Baum fahrn, da haben wa dann zwei Fliegen mit einem mal erledigt. Verführerischer Gedanke! Ne ne nix Suizidankündigung, nur son Gedanke 😉

Oh happy day, say goodnight and never come back again, please!

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